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Cholera in Simbabwe: Mugabe erklärt Epidemie für beendet

Selbst Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu hat dazu aufgerufen, notfalls in Simbabwe einzumarschieren. Niemand traut Präsident Robert Mugabe zu, die grassierende Cholera einzudämmen. In den Nachbarländern herrscht Alarmstimmung. Doch nun hat Mugabe die Epidemie kurzerhand für eingedämmt erklärt.

Die Cholera-Epidemie in Simbabwe ist nach Worten von Präsident Robert Mugabe gestoppt. "Ich bin froh darüber, dass wir von anderen unterstützt wurden und die Cholera eingedämmt haben", sagte Mugabe am Donnerstag in einer Fernsehansprache. An die Adresse seiner Kritiker im Ausland, die nach Mugabes Aussage wegen der Seuche in Simbabwe einmarschieren und die Regierung in Harare stürzen wollten, sagte er: "Jetzt, da es keine Cholera mehr gibt, gibt es auch keinen Grund mehr für einen Krieg."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Vortag mitgeteilt, dass der Epidemie bislang knapp 800 Menschen zum Opfer gefallen sind. Rund 16.400 weitere sollen infiziert sein.

Südafrika hat am Donnerstag das Grenzland zu Simbabwe wegen der dort grassierenden Seuche zum Katastrophengebiet erklärt. Viele Simbabwer suchen in Südafrika Hilfe, weil das Gesundheitssystem in ihrem Land fast völlig zusammengebrochen ist. "Wir müssen deshalb außerordentliche Maßnahmen ergreifen", sagte ein Sprecher der südafrikanischen Provinz Limpopo.

Die USA, Frankreich und Großbritannien hatten wegen der Epidemie dazu aufgerufen, den seit 28 Jahren herrschenden Präsidenten zum Rücktritt zu drängen. Kenias Regierungschef Raila Odinga sowie der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu haben gefordert, notfalls auch gewaltsam gegen den 83-Jährigen vorzugehen. Mugabe wird für den dramatischen wirtschaftlichen Niedergang Simbabwes verantwortlich gemacht.

Reuters / Reuters
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