Diplomatie Irak brüskiert Nachbarstaaten


Mit deutlichen Worten hat der irakische Außenminister Sibari Nachbarstaaten beschuldigt, Terroristen im Irak zu unterstützen. Auch die militärische Hilfe arabischer Länder lehnt er ab.

Der irakische Außenminister Hoschiar Sibari hat mehrere Nachbarstaaten beschuldigt, die Aufständischen in seinem Land aktiv zu unterstützen. In einem Interview der britischen Zeitung "Sunday Telegraph" kündigte der Minister an, die irakische Übergangsregierung werde in den kommenden Tagen Beweise dafür vorlegen. Die Zeitung berichtete unter Berufung auf irakische Regierungskreise, zu den Ländern, die Aufständischen finanzielle und logistische Hilfe zukommen ließen und sie ausbildeten, gehörten Iran und Syrien.

Die Anschuldigungen könnten nach den Angaben zu einer schweren diplomatischen Krise der neuen Regierung in Bagdad führen. Sibari deutete laut "Telegraph" außerdem an, dass der Irak sich nicht gegen im Irak stationierte US-Truppen stellen würde, falls das US-Militär diejenigen Nachbarländer angreifen würde, die die Aufständischen unterstützten. Die Regierung in Bagdad glaubt den Angaben zufolge außerdem, dass bis zu 10.000 verdeckte Agenten aus dem Ausland seit dem Krieg in den Irak eingesickert seien.

"Seit wir uns mit der Sicherheitslage beschäftigen, sehen wir, wie ausländische Regierungen Terroristen geholfen haben. Warum sie dies tun, wissen wir nicht, aber wir wissen, woher die Unterstützung kommt. Wir planen, dies in den kommenden Tagen öffentlich zu machen", sagte der Minister der Zeitung. Die Unterstützung aus dem Ausland für die Terroristen dauere an, sagte er weiter.

Sibari lehnt auch die militärische Hilfe der Nachbarstaaten ab. Offenbar im Gegensatz zu anderen Regierungsmitgliedern. Regierungssprecher Guirgis Sada bezeichnete Angebote arabischer Staaten am Sonntag als "wichtig und positiv". Außenminister Hoschiar Sebari erklärt, er begrüße zwar das Angebot der jemenitischen Regierung, sei aber gegen eine militärische Beteiligung von Nachbarstaaten des Irak.

Jemen würde mit UN-Mandat Truppen stellen

Der Herrscher des Nachbarlandes Jordanien, König Abdullah II. hatte zuvor eine Entsendung jordanischer Truppen in Aussicht gestellt. Die Regierung des Jemen betonte unterdessen, sie wäre nur bereit nach einem Abzug der US-geführten multinationalen Truppen Soldaten zu entsenden, wenn es dafür ein UN-Mandat gebe.

Der Golfstaat Bahrain hatte am Samstag der irakischen Marine seine Unterstützung bei der Sicherung der Küstengewässer angeboten. Bahrain warte nur auf ein entsprechendes Signal aus Bagdad, sagte König Scheich Hamad Bin Isa al Chalifa.

Regierungschef Allawi gegen arabische Soldaten

Die arabische Zeitung "Al-Hayat" schrieb am Sonntag, sowohl der Ministerpräsident der irakischen Übergangsregierung, Ijad Allawi, als auch die schiitischen und kurdischen Regierungsmitglieder seien gegen jede Stationierung arabischer Truppen, da sie dadurch eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu Gunsten der arabischen Sunniten befürchteten. Nach Angaben von Regierungssprecher Sada will Allawi demnächst zu seiner ersten Reise in arabische Hauptstädte aufbrechen und dabei unter anderem Regierungsmitglieder in Amman und Kairo treffen.

<em>mit Agenturen</em> DPA

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