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Dissident Hu Jia: Gefangen in der Stadt der Freiheit

Der Bürgerrechtler und Umweltschützer Hu Jia aus China wird mit dem Sacharow-Preis geehrt. Doch am Festakt wird er nicht teilnehmen können. Wegen seiner regimekritischen Äußerungen sitzt er seit Monaten in Haft. Er hat noch nicht einmal erfahren, dass ihm ein Preis verliehen werden soll. Porträt eines Dissidenten von Lu Zheng

"Manche Polizisten in China sind wie Gangster. Genau wie Kriminelle benutzen sie Betrug, Bedrohung und Gewalt." Wer in China Ansichten wie diese öffentlich macht, braucht viel Mut. Den Menschenrechtler Hu Jia, aus dessen Feder diese Sätze stammen, war getrieben vom Mut der Verzweiflung. Jahrelang sind der 35-Jährige und seine Familie von der chinesischen Staatssicherheits-Polizei verfolgt und schikaniert worden, immer wieder ließen die Behörden ihn in ihren Gefängnissen verschwinden, um ihn zum Schweigen zu bringen. Doch Hu Jia hörte nicht auf, in Internet-Artikeln und Filmen die Politik der Staatsführung und die Rücksichtslosigkeit der Behörden zu kritisieren.

"Bitte suchen Sie mit mir nach Hu Jia!"

"Wo ist Hu Jia? Bitte suchen Sie mit mir nach Hu Jia!" Diesen Hilferuf hatte sich im März 2006 Zeng Jinyan, Hu Jias 25-jährige Frau, über ihren Internet-Blog abgesetzt. Die junge Frau war verzweifelt, denn ihr Mann war seit Wochen spurlos verschwunden. Zeng Jinyan hatte Angst. Sie wusste, dass ihr Mann im Visier der Fahnder war. Für seine regimekritischen Artikel hatte er schon seit Monaten in ihrer gemeinsamen Wohnung im Pekinger Viertel "Freedom City" unter Hausarrest gestanden. Trotzdem hatte Hu Jia seinen Kampf für die Menschenrechte nicht aufgegeben. Um auf das Schicksal eines befreundeten Dissidenten aufmerksam zu machen, den von Polizisten im Gefängnis misshandelt hatten, war er sogar in den Hungerstreik getreten.

Tag um Tag war Zeng Jinyan ins Büro der "Polizei für öffentliche Sicherheit" gelaufen, um herauszufinden, wo ihr Mann war. Doch die Beamten hatten sie jedes Mal weggeschickt. Schließlich veranstaltete sie sogar eine Pressekonferenz und bat die Medien um Hilfe. "Was ich will? Ich will, dass Hu Jia zurückkommt, das er sofort wieder mit uns zusammen ist. Was kann ich tun? Ich habe alles, was ich kann, getan. Aber Hu Jia ist nicht zurückgekommen. Den ganzen Tag denke ich immer nur daran, dass ich Hu Jia unbedingt finden will. Manchmal gebe ich mich der Hoffnung hin, dass er am Abend nach Hause kommt. Und manchmal bin ich enttäuscht, weil ich das Warten kein Ende nimmt. Ich möchte weinen, wenn ich rede", so schrieb Zeng Jinyan damals in ihrem Blog. Und sie hatte Erfolg. Amnesty International und ausländische Medien machten den Fall im Ausland bekannt. Eine internationale Solidaritätskampagne für den Hu Jia kam in Gang. Nach 41 Tage kehrte Hu Jia zu seiner Frau zurück. Ohne Anklage war er im Keller eines Geheimgefängnisses festgehalten worden. Doch auch diese Haft konnte Hu Jia nicht brechen.

Der Sohn einer Pekinger Intellektuellen-Familie war seit langem mit der Willkür des Staats vertraut. Seine Eltern sind während der Kulturrevolution als Abweichler verfolgt und zum Arbeitsdienst auf Land gezwungen worden. Nach seinem Informatik-Studium engagiert er sich für mehr Umweltschutz. Später reist er in entlegene Provinzen, um auf das Schicksal armer Bauern aufmerksam zu machen, die sich beim Blutspenden über verunreinigte Nadeln mit dem Aids-Virus infiziert haben - während lokale Schwarzmarkt-Bosse ein gutes Geschäft mit dem Blut machen. Der unerschrockene junge Mann weiß, dass er der Polizei schon lang ein Dorn im Auge ist. Die 41-tägige Haft ist für ihn keine Überraschung. Was er nicht weiß ist, dass es die letzte Warnung ist.

Kaum ist er zurück zu Hause bei seiner Frau - und zurück im Hausarrest - beginnt Hu Jia mit dem nächsten Projekt, einem Dokumentarfilm über die Überwachung seiner eigenen Familie. Mit seiner Videokamera hält er die alltäglichen Schikanen fest, denen sie ausgesetzt sind. Eine Szene zeigt, wie seine Frau auf dem Weg zum Einkaufen von acht Polizisten in zwei Autos verfolgt wird. Wütend steigt sie aus, stellt sich ihren Wagen in den Weg und hält ein Schild hoch. "Schämt Euch, eine Frau zu verfolgen", steht darauf. "Prisoner in Freedom City", "Gefangener in der Stadt der Freiheit", nennt er in Anlehnung an den Namen seines Viertels den 31-minütigen Film, den er im Februar 2007 im Internet veröffentlicht.

Dreieinhalb Jahre Gefängnis wegen Untergrabung der Staatsgewalt

Monate später schlägt der Staat erneut zu: Hu Jia wird vor seiner Wohnung verhaftet. Als im April 2008 sein Prozess vor einem Pekinger Gericht beginnt, steht draußen vor dem Gerichtsgebäude Frau mit Dutzenden Unterstützern. Obwohl sie Hu Jia gar nicht persönlich kennen, demonstrieren sie für seine Freiheit. "Hu Jia ist ein warmherziger Mensch, er hat nichts Böses getan," erzählen sie den ausländischen Journalisten. Doch ihr Kampf ist vergebens. Hu Jia, der gerade Vater einer Tochter geworden ist, wird wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Seitdem sitzt Zeng Jinyan allein mit der kleinen Tochter in der Wohnung in der "Freedom City". Sie weiß, dass ihr Mann diesmal nicht so bald zurückkehren wird. Weil er schon seit Jahren an Leberzirrhose leidet, macht sie sich große Sorgen um seine Gesundheit in der Haft. Mit ihrem Blog kämpft die junge Frau weiter für die Freilassung ihres Mannes. Doch in China ist die Seite blockiert.

Zur geplanten Verleihung des Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments an Hu Jia erklärte sein Anwalt: "Dieser Preis wird ihm keine direkte Hilfe sein. Aber die Lebensbedingungen im Gefängnis könnten sich deswegen verbessern. Es ist schwer einzuschätzen, ob Hu Jia vielleicht für eine medizinische Behandlung freilassen wird. Wenn der Sacharow-Preis am 17. Dezember an ihn verliehen wird, wird er mit Sicherheit noch im Gefängnis sitzen." Falls der Anwalt Recht behält, wird Hu Jia das Schicksal des großen russischen Dissident Andrej Sacharow teilen, nach dem der Preis, den er bekommen soll, benannt ist: Der fehlte, als ihm 1975 in Oslo der Friedensnobelpreis verliehen wurde. Die sowjetische Regierung erlaubte ihm die Ausreise nicht.

Lu Zheng
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(