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Rudy Giuliani zur Russland-Affäre: Moderator kann es kaum glauben: Trump-Anwalt behauptet, "habe nie gesagt, dass es keine geheimen Absprachen gab"

Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani hat dem US-Sender CNN ein Interview zur Russland-Affäre gegeben - und Moderator Chris Cuomo mit seinen Aussagen sichtlich verblüfft.

Rudy Giuliani, Anwalt von US-Präsident Donald Trump

Hitziges Interview zur Russland-Affäre: Rudy Giuliani, Anwalt von US-Präsident Donald Trump

AFP

Der Anwalt von Donald Trump und ehemalige Bürgermeister von New York, Rudy Giuliani, will geheime Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam des US-Präsidenten und Russland nie ausgeschlossen haben. "Ich habe nie gesagt, dass es keine Absprachen zwischen der Kampagne oder Leuten in der Kampagne [und Russland] gab", behauptete Giuliani am Mittwoch im US-Nachrichtensender CNN. Er habe lediglich gesagt, dass Trump selbst nicht involviert gewesen sei. Und auch der Präsident selber habe nicht behauptet, niemand aus seinem Wahlkampfteam habe sich heimlich mit den Russen abgesprochen, sondern nur dass er selbst dies nicht getan habe.

Donald Trump schrieb Dutzende Male: "keine Absprachen"

CNN-Moderator Chris Cuomo war sichtlich verblüfft, schien kaum glauben zu können, was Giuliani da in dem hitzigen Interview gesagt hatte und widersprach diesem vehement: Sowohl der Anwalt als auch Trump hätten jegliche geheimen Absprachen mit den Russen dementiert, sagte Cuomo.

Tatsächlich hat Trump Dutzende Male via Twitter behauptet, es habe "keine geheimen Absprachen" gegeben und die Vorwürfe als einen "totalen Schwindel" und eine "Hexenjagd" bezeichnet:

"[...] Die Trump-Kampagne hat nichts Falsches getan. Keine geheimen Absprachen!"

"Russische Absprache mit der Trump-Kampagne, einer der erfolgreichsten in der Geschichte, ist ein TOTALER SCHWINDEL. [...] Hexenjagd. Schändlich!" 

"Demokraten können keinen schlagenden Beweis finden, der die Trump-Kampagne mit Russland verbindet [...]. Kein schlagender Beweis ... Keine Absprachen." @FoxNews Das liegt daran, dass es KEINE ABSPRACHEN gab."

Und im Dezember 2017 sagte Trump zu Reportern vor dem Weißen Haus, dass es "absolut keine geheimen Absprachen gab, das ist bewiesen worden".

Auch Giuliani selbst hatte diese Position bislang vertreten. Noch vergangenen Juli war er von Fox-News-Redakteur Guy Benson gefragt worden: "Unabhängig davon, ob geheime Absprachen ein Verbrechen wären, ist es immer noch Ihre Position und die Ihres Mandanten, dass es keine geheimen Absprachen irgendwelcher Art mit den Russen im Namen der Trump-Kampagne gab?"

"Korrekt", antwortete Giuliani damals.

Nach dem Interview brach auf Twitter ein Sturm los, wie die "Washington Post" berichtet. "Hat Giuliani gerade zugegeben, dass Trumps Kampagne geheime Absprachen getroffen hat? [...] War dies ein weiterer Versuch der Trump-Administration, ihre Absprachen-Dementis abzuschwächen?"

Unfreiwillig und unfähig: Rudy Giuliani wettert gegen Donald Trump auf Twitter

Einige Twitter-Kommentatoren beschuldigten den Anwalt dem Bericht zufolge, wieder einmal "Torpfosten-Verschiebung" zu betreiben, beschrieben vom "Washington Post"-Journalisten Aaron Blake als "ständige Verwässerung früherer Dementis und Anhebung des Standards für das, was ein tatsächliches Fehlverhalten darstellen würde".

Giuliani hatte früher bereits wiederholt erklärt, geheime Absprachen seien kein Verbrechen.

CNN-Moderator Don Lemon kommentierte die Aussagen des früheren New Yorker Bürgermeisters in seiner direkt an das Interview anschließenden Sendung mit den Worten:

"Mann, Rudy Giuliani hat sich heute Abend selbst über-Giulianied."

Quellen: "Washington Post", CNN, "The Hill"