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Wichtiger Zeuge in der Ukraine-Affäre: "Ich kenne Lev Parnas nicht" – Trump verleugnet Mann, mit dem er reihenweise Fotos machte

Er ist eine zentrale Figur in der Ukraine-Affäre und hat Donald Trump schwer belastet. Doch der US-Präsident behauptet, er kenne Lev Parnas überhaupt nicht. Dessen Anwalt hat darauf eine entlarvende Antwort.

Dieser Facebook-Screenshot zeigt Präsident Donald Trump zusammen mit Lev Parnas (Foto oben links), im Weißen Haus in Washington, gepostet am 1. Mai 2018, kommentiert mit den Worten: "Danke Präsident Trump!!! Amerika groß machen!!!!!! Unglaubliches Abendessen und sogar noch bessere Konversation."

Dieser Facebook-Screenshot zeigt Präsident Donald Trump zusammen mit Lev Parnas (Foto oben links), im Weißen Haus in Washington, gepostet am 1. Mai 2018, kommentiert mit den Worten: "Danke Präsident Trump!!! Amerika groß machen!!!!!! Unglaubliches Abendessen und sogar noch bessere Konversation."

Picture Alliance

Nachdem ein wichtiger Akteur in der Ukraine-Affäre Donald Trump in einem Interview schwer belastet hat, hat der US-Präsident vehement abgestritten, den Mann überhaupt zu kennen und gemeinsame Fotos der beiden als Bilder von einer Spendensammelaktion abgetan.

Der in der früheren Sowjetunion geborene US-Bürger Lev Parnas hatte am Mittwochabend in einem TV-Interview erklärt, "Trump wusste genau, was ablief" und er selbst hätte in der Sache "nichts ohne das Einverständnis von Rudy Giuliani oder des Präsidenten unternommen". Parnas gilt als Mittelsmann von Trumps persönlichem Anwalt Giuliani im Kontakt mit der ukrainischen Regierung.

Donald Trump will über Lev Parnas nichts wissen

Als der US-Präsident am Donnerstag im Weißen Haus von einem Reporter auf Parnas' Vorwürfe angesprochen wurde, behauptete er: "Nun, ich kenne ihn nicht. Ich kenne Parnas nicht, außer dass ich mich wohl fotografieren lassen hab, was ich mit Tausenden von Menschen mache."

Auf weitere Nachfragen des Reporters wiederholte Trump mehrfach sein Dementi: "Ich kenne ihn überhaupt nicht, weiß nicht, worum es geht, weiß nicht, woher er kommt, weiß nichts über ihn." Die ganzen Vorwürfe seien "ein großer Schwindel." "Ich schätze, er hat an Spendensammelaktionen teilgenommen, also mache ich ein Foto mit ihm", sagte der US-Präsident. Er mache ständig Tausende und Abertausende von Fotos mit Menschen. "Ich kenne ihn nicht, ich glaube nicht, dass ich je mit ihm gesprochen habe."

Kurz nach Trumps Dementi veröffentlichte Parnas' Anwalt Joseph Bondy auf Twitter ein Video, dass Parnas und den US-Präsidenten gemeinsam auf dessen Anwesen Mar-a-Lago in Florida zeigt. Bondy untermalte den Clip mit dem Janet-Jackson-Hit "Together Again".

Bondy hatte in den vergangenen Tagen bereits mehrere Fotos auf Twitter gepostet, die Parnas bei verschiedensten Gelegenheiten mit Trump, Familienangehörigen des Präsidenten und Mitgliedern der US-Regierung zeigen. Darunter auch Vizepräsident Mike Pence. Dieser behauptete am Donnerstag gegenüber Reportern auf einer Wahlkampftour durch Florida ebenfalls, Parnas nicht zu kennen.

Auch Trumps Beraterin Kellyanne Conway reihte sich bei den Parnas-Verleugnern ein: "Ich kenne Lev Parnas nicht", versicherte sie in einem Interview des US-Senders CNN. Und auf das Nachhaken von Moderator Chris Cuomo hin behauptete Conway, die vor allem durch ihre Erfindung des Begriffs "alternative Fakten" bekannt wurde, erneut: "Ich kenne Lev Parnas nicht".

Bondy nutzte die Aussage der Trump-Beraterin als Steilvorlage und postete ein weiteres Foto, das Conway und Parnas zeigt, wie sie eng beieinander in die Kamera strahlen.

Trump wird von den oppositionellen Demokraten vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden und dessen Sohn Hunter gedrängt zu haben, um die US-Präsidentschaftswahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Sie haben deshalb das Impeachmentverfahren auf den Weg gebracht, das am Donnerstag begonnen hat.

Donald Trump: Impeachment-Prozess gegen US-Präsident beginnt – Verfahrensleiter vereidigt

Bondy möchte erreichen, dass Parnas in diesem Verfahren als Zeuge geladen wird. Auch die Demokraten fordern das Recht, Zeugen vorzuladen. Bislang ist jedoch noch unklar, ob die republikanische Mehrheit im Senat überhaupt Zeugenvernehmungen zulassen wird.

Quellen: Joseph A. Bondy auf Twitter,  MSNBC, "The Hill""Daily Mail","Mediaite"