HOME

Niederlage bei Midterms: Laut Donald Trump wechseln Menschen Hut und T-Shirt, um illegal mehrfach zu wählen

Wenn Wahlen nicht so gut laufen, wie Donald Trump erwartet, dann ist seiner Ansicht nach Wahlbetrug im Spiel. Eine besonders eigenwillige Theorie dazu hat der US-Präsident nun in einem Interview verbreitet.

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt im August in Evansville, Indiana

Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt im August in Evansville, Indiana

AFP

Eine Woche und eine Reihe von Auszählungen nach den US-Zwischenwahlen wird klar, dass die Opposition doch deutlich besser abgeschnitten hat, als zunächst angenommen. Das Repräsentantenhaus ist an die Demokraten gegangen, und im Senat haben Republikaner nicht so viele Sitze erobert, wie sie gehofft hatten. Kurzum: US-Präsident Donald Trump hat gute Gründe, sauer zu sein. Und wie so oft, wenn es nicht nach seinem Willen läuft, wittert er Lug und Betrug. Genauer: Wahlmanipulation. In einem Interview mit der Newsseite "The Daily Caller" behauptet der Präsident ernsthaft, seine Partei habe verloren, weil die Menschen mehrfach wählen würden.

Sie verkleiden sich und wählen erneut

Wörtlich sagte Trump: "Freunde erzählen, wie sich die Leute mehrfach in die Reihe stellen (im Wahllokal, d.Red.). Manchmal gehen sie zu ihrem Auto, wechseln den Hut oder ziehen ein anderes T-Shirt an und wählen erneut. Es ist eine Schande, was da passiert." Bereits in den vergangenen Tagen hatte der Präsident über angeblichen Wahlbetrug gemutmaßt. Ein Anlass dazu hat ihm Brenda Snipes geliefert, Wahlleiterin in Florida, die mit einigen unglücklichen Entscheidungen Kritik auf sich gezogen hat.

So wurde der Senatskandidat Rick Scott als Sieger ausgerufen, obwohl noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren. Das Rennen endete so knapp, dass eine Neuauszählung stattfinden muss, was Trump kritisiert. Neue Stimmzettel seien aus dem Nichts aufgetaucht, viele Stimmzettel fehlten oder seien gefälscht. "Versuch, zwei große Wahlen in Florida zu stehlen", twitterte er. Der Präsident legte dafür, wie auch schon bei ähnlichen Behauptungen in der Vergangenheit, keinerlei Beweise vor. Weder offizielle Wahlbeobachter noch andere Organisationen beklagen in den USA systematische Wahlmanipulationen.

Wähler-ID beim Müslikauf?

Nach der Präsidentschaftswahl 2016, die Trump gewann, obwohl Hillary Clinton die meisten Stimmen bekommen hatte, behauptete er, ihr Vorsprung stamme von Menschen, die illegal in den Vereinigten Staaten gewählt hätten. Vor wenigen Monaten, im August, erklärte er bei einem Wahlkampfauftritt, man müsse sich beim Lebensmittelkauf ausweisen, aber nicht beim Wählen. Seine Sprecherin präzisierte später, er habe den Erwerb von Alkohol gemeint. Nichtsdestotrotz wiederholte er nun seine Sicht der Dinge: "Wenn du ein Müsli kauft, hast du eine Wähler-ID. Eine Wähler-ID ist eine wichtige Sache."

Quellen: "The Daily Caller", "Newsweek", Fivethirtyeight, Donald Trump auf Twitter

mit DPA