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Künftiger US-Präsident Das sind die wichtigsten Aussagen aus dem Trump-Interview

Künftiger US-Präsident: Das sind die wichtigsten Aussagen aus dem Trump-Interview
Donald Trump bleibt seiner offensiven Sprache treu. Das hat das Interview mit den Zeitungen "Bild" und "The Times" eindeutig belegt. Ein Überblick über die wichtigsten Aussagen, die die politische Diskussion derzeit beherrschen.

In einem großen Interview mit den Zeitungen "Bild" und "The Times" hat sich der künftige US-Präsident wenige Tage vor seiner Amtseinführung zu seiner Politik geäußert. Er tat dies in seiner gewohnt deutlichen, undiplomatischen Art. Ein Überblick über seine wichtigsten Aussagen.

Donald Trump über ...

... seine Art von Politik

"Schauen Sie, ich bin kein Politiker, ich gehe nicht raus und sage: 'Ich werde dies tun, ich werde das tun'. Ich muss tun, was ich tun muss. Wer spielt Karten schon so, dass er jedem zeigt, was er auf der Hand hat, bevor er ausspielt."

... Angela Merkel und die Flüchtlingspolitik

"Ich hatte das Gefühl, sie ist großartig, eine großartige Anführerin. Aber ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar, all diese Illegalen ins Land zu lassen. (...) Und niemand weiß, wo sie überhaupt herkommen. Ihr werdet es herausfinden, davon habt ihr einen deutlichen Eindruck bekommen [gemeint ist der Anschlag in Berlin]."

"(...) abgesehen davon: Ich respektiere sie, ich mag sie, aber ich kenne sie eben nicht. Also kann ich nichts dazu sagen, wen ich unterstützen würde."

"Ich finde, wir hätten Sicherheitszonen einrichten sollen, das wäre wesentlich billiger gewesen. Und die Golfstaaten hätten dafür zahlen sollen, die haben doch schließlich Geld wie kaum ein anderer. Das Ganze wäre wesentlich billiger gewesen als das Trauma, das Deutschland jetzt durchmacht."

... Merkel und Putin im Vergleich

"Zunächst einmal vertraue ich beiden - doch schauen wir mal, wie lange das anhält. Vielleicht hält es überhaupt nicht lange an."

... die EU und den Brexit

"Ich würde sagen, Merkel ist mit Abstand einer der wichtigsten Regierungschefs. Sehen Sie sich Großbritannien an, und sehen Sie sich die Europäische Union an, die ist Deutschland. Im Grunde genommen ist die Europäische Union ein Mittel zum Zweck für Deutschland. Deswegen fand ich, dass es so klug von Großbritannien war auszutreten."

"Menschen, Länder wollen ihre eigene Identität, Großbritannien wollte seine eigene Identität. Aber, das glaube ich wirklich, wenn sie nicht gezwungen worden wären, all diese Flüchtlinge aufzunehmen - (...) - dann wäre es nicht zum Brexit gekommen. Es wäre gerade noch einmal gut gegangen, aber das war der Tropfen, der allerletzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. (...) Wenn sie mich fragen: Es werden weitere Länder austreten."

... die Bedeutung einer starken EU für die USA

"Ich glaube nicht, dass das für die USA eine große Rolle spielt. Ich habe nie geglaubt, dass das von Bedeutung ist. Schauen Sie, zum Teil wurde die Union gegründet, um die Vereinigten Staaten im Handel zu schlagen, nicht wahr? Also ist es mir ziemlich egal, ob sie getrennt oder vereint ist, für mich spielt es keine Rolle."

... die deutschen Autobauer

"Deutschland ist ein großartiges Land, ein großes Hersteller-Land. Wenn man durch die 5th Avenue gehst, hat jeder seinen Mercedes-Benz vor dem Haus stehen, stimmt's? Tatsache ist, dass ihr den USA gegenüber sehr unfair wart. Es besteht keine Gegenseitigkeit. Wie viele Chevrolets sehen Sie in Deutschland? Nicht allzu viele, vielleicht gar keine, man sieht dort drüben gar nichts, es ist eine Einbahnstraße. Es muss in beide Richtungen verlaufen."

"Ich würde denen sagen, sie sollen nicht ihre Zeit und ihr Geld verschwenden - es sei denn, sie wollen in andere Länder verkaufen. Dann ist das in Ordnung, wenn sie in Mexiko bauen wollen. (...) ich würde BMW sagen, wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen. (...) Was ich damit sage, ist, dass sie ihre Fabrik in den USA bauen müssen - es wird für sie viel besser sein und für unsere Bemühungen."

... die Nato

"Die Nato hat Probleme. Sie ist obsolet, weil sie erstens, (...), vor vielen, vielen Jahren entworfen wurde. Zweitens zahlen die Länder nicht das, was sie zahlen müssten. (...) Sie ist obsolet, weil sie sich nicht um den Terrorismus gekümmert hat. (...) Und jetzt (...) haben sie eine ganze Abteilung, die sich mit Terrorismus befasst. Das ist gut. Die andere Sache ist, dass die Länder nicht ihren fairen Anteil bezahlen. Also, wir sollen diese Länder schützen, aber viele dieser Länder zahlen nicht, was sie zahlen müssten. Das ist sehr unfair gegenüber den Vereinigten Staaten. Abgesehen davon ist mir die Nato aber sehr wichtig."

... die Priorität für das US-Militär

"ISIS."

... "America first" und den Rest der Welt

"Ich will nicht, dass es eine Spaltung wird - ich liebe die Welt, ich will dass die Welt gut ist, aber wir können nicht... Ich meine, schauen Sie sich an, was unserem Land widerfährt. Wir stehen bei 20 Billionen Dollar [Staatsverschuldung], wir wissen nicht, was wir tun, unsere Streitkräfte sind schwach, wir befinden uns in Kriegen, die niemals enden werden (...).

... den Irak-Krieg und die Folgen

"Der Irak hätte gar nicht erst angegriffen werden dürfen, stimmt's? Das war eine der schlechtesten Entscheidungen, möglicherweise die schlechteste Entscheidung, die in der Geschichte unseres Landes je getroffen wurde. Wir haben da etwas entfesselt - das war, wie Steine in ein Bienennest zu schmeißen."

... das Atomabkommen mit dem Iran

"Es ist eines der dümmsten Abkommen, die je getroffen worden sind. Es ist eines der dümmsten Abkommen, die ich je gesehen habe, eines der dümmsten im Sinne eines Geschäftes: Wenn sie einem Land 150 Milliarden Dollar zurück geben, wenn Sie ihm 1,7 Milliarden in bar liefern. Haben Sie jemals eine Millionen Dollar in Hundert-Dollar-Scheinen gesehen? Das ist eine Menge (...) Und 1,7 Milliarden in bar? Das sind Flugzeugladungen."

... das Twittern als Präsident

"Ich glaube, als @RealDonaldTrump, ich behalte das [statt @POTUS für President of the United States]. Ich habe im Moment 46 Millionen Follower - das ist viel, das ist wirklich viel - aber 46 Millionen inklusive Facebook, Twitter und Instagram. Also wenn man sich überlegt, dass da deine 46 Millionen sind, lasse ich das lieber anwachsen und behalte @RealDonaldTrump bei, das funktioniert."

"Und das Twittern? Ich dachte, ich würde es zurückschrauben, aber die Presse berichtet so unehrlich über mich - so unehrlich - dass ich mich über Twitter äußere."

"(...), das mache ich. Ich habe ein, zwei Leute, die das tagsüber machen. Ich diktiere einfach etwas, und sie tippen es ein."

Donald Trump Schlammschlacht Hans-Ulrich Jörges
dho

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