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Russland-Untersuchungen: Eingabe von US-Sonderermittler Mueller bei Gericht lässt aufhorchen

Seit Wochen wird der Bericht von Robert Mueller über mögliche Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Donald Trump und Russland mit Spannung erwartet. Nun hat der Sonderermittler eine interessante Eingabe bei Gericht gemacht.

Sonderermittler Robert Mueller (l.) und US-Präsident Donald Trump

Sonderermittler Robert Mueller (l.) untersucht eine mögliche russische Einmischung in die US-Wahl, die Donald Trump zum Präsidenten machte

AFP

Wann legt US-Sonderermittler Robert Mueller das Ergebnis seiner Untersuchungen vor, die klären sollen, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 geheime Absprachen zwischen dem Lager von Donald Trump und Vertretern Russlands gab? Seit Wochen beschäftigt diese Frage nicht nur die amerikanische, sondern auch die weltweite Öffentlichkeit. Nun gibt es einen neuen Hinweis darauf, dass es womöglich sehr bald so weit sein könnte.

Sehr arbeitsreiche Tage für Muellers Ermittler 

Mitarbeiter aus Muellers Team haben am Dienstag bei einem Gericht in Washington eine Eingabe gemacht, die darauf schließen lässt, dass sie derzeit sehr mit einem großen Projekt beschäftigt sind, das bald abgeschlossen sein wird, wie mehrere US-Medien berichten. Hintergrund ihrer Eingabe ist ein Antrag der "Washington Post", die unter Verschluss gehaltenen Aufzeichnungen aus dem Prozess gegen Trumps früheren Wahlkampfleiter Paul Manafort freizugeben, der mittlerweile zu einer Haftstrafe verurteilt wurde und im Gefängnis sitzt. Muellers Team sollte bis zum 21. März auf den Antrag der Zeitung reagieren.

Das ist den Ermittlern aber nach eigenen Angaben wegen Arbeitsüberlastung nicht möglich. Die für die Vorbereitung der Antwort zuständigen Mitarbeiter seien "mit dem Druck anderer Arbeiten konfrontiert" und bräuchten zusätzliche Zeit, schrieben Rechtsanwalt Michael R. Dreeben und Staatsanwalt Adam C. Jed aus Muellers Team den Berichten zufolge an die zuständige Richterin Amy Berman Jackson. Sie baten Jackson demnach um eine Verlängerung der Frist bis zum 1. April.

Antrag lässt US-Medien aufmerken

Elf Tage, spätestens dann hat der "Druck anderer Arbeiten" also offenbar nachgelassen. US-Medien lässt das aufmerksam werden, weil es keine bekannten wichtigen Deadlines für Robert Mueller gibt. Sind die "anderen Arbeiten" die Untersuchungen in der Russland-Affäre? Und werden diese in den nächsten elf Tagen demnach abgeschlossen sein?, fragen sich Beobachter der Sonderermittlungen.

"Seit Monaten kursieren Gerüchte, dass der Abschlussbericht von Mueller und die Beendigung seiner Arbeit unmittelbar bevorstehen", berichtet die US-Nachrichtenseite "Vox". Alle konkreten Vorhersagen darüber, wann genau der Bericht fertig sei, hätten sich bisher als falsch erwiesen. "Aber alles muss irgendwann ein Ende finden", schreibt "Vox"-Journalist Andrew Prokop. "Es ist sicher nicht eindeutig, aber es ist ein interessanter Fingerzeig, während wir auf die Ergebnisse des Sonderberaters warten."

Quellen: "Vox", "The Hill", CNN, "Washington Post"

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