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William Happer: Er verglich CO2 mit den Juden: Klimawandel-Leugner soll Trumps Klima-Kommission leiten

Die Personalie sorgt bei vielen für Kopfschütteln: US-Präsident Donald Trump will offenbar William Happer den Vorsitz einer Klima-Kommission übertragen. Der Physiker hat den Klimawandel mehrfach bestritten - mit drastischen Worten.

William Happer, der eine Klima-Kommission von US-Präsident Donald Trump leiten soll

"Kohlendioxid ist eigentlich ein Gewinn für die Welt": William Happer, der eine Klima-Kommission von US-Präsident Donald Trump leiten soll

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US-Präsident Donald Trump will nach Informationen der "Washington Post" eine Kommission einrichten, die untersuchen soll, ob der Klimawandel für die USA eine nationale Bedrohung darstellt. Den Vorsitz des Gremiums solle der ranghohe Angehörige des Nationalen Sicherheitsrates (NSC) und frühere Physik-Professor der Elite-Universität Princeton, William Happer, übernehmen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf NSC-Dokumente. Happer bestreitet, dass es einen menschengemachten Klimawandel gibt und ist in diesem Zusammenhang mehrfach mit höchst umstrittenen Äußerungen aufgefallen. So vertrat er in einem Interview mit dem US-Sender CNBC die Ansicht, dass steigende Kohlendioxidmengen in der Atmosphäre nicht schädlich seien und verglich CO2 mit den Juden in Nazi-Deutschland.

William Happer vergleicht CO2 mit Juden

"Die Dämonisierung von Kohlendioxid ist genau wie die Dämonisierung der armen Juden unter Hitler", sagte Happer CNBC im Jahr 2014. "Kohlendioxid ist eigentlich ein Gewinn für die Welt, genau wie die Juden."

In einem Interview mit dem investigativen Nachrichtenmedium "ProPublica" im Jahr 2017 erklärte Happer laut der "Huffington Post", das Wort "Leugner", mit dem Menschen wie er, die den wissenschaftlichen Konsens über den Klimawandel ablehnen, bezeichnet würden, sei "sorgfältig gewählt worden, um mich wie einen Sympathisanten der Nazis aussehen zu lassen".

Donald Trump leugnet erneut den Klimawandel auf Twitter

Und 2009 nannte er dem Bericht zufolge die Klimawissenschaften einen "Sektenkult" und behauptete, dass Kohlendioxid kein Schadstoff sei. Dann sei er über diejenigen, die an den Klimawandel glauben, mit einem weiteren Nazi-Vergleich hergezogen. "Das ist George Orwell. Das ist 'Die Deutschen sind die Herrenrasse. Die Juden sind der Abschaum der Erde'. Es ist diese Art von Propaganda."

Donald Trump glaubt eigenen Experten nicht

Die Einrichtung der Klima-Kommission sei der jüngste Versuch von Donald Trump, die Forschungsergebnisse seiner eigenen Regierung und von Klimaexperten in Frage zu stellen, schreibt die "Washington Post". Tatsächlich hat erst vor wenigen Wochen der Nationale Geheimdienstdirektor Daniel Coats den Klimawandel im Rahmen einer weltweiten Bedrohungsanalyse durch den Nachrichtendienst als ein erhebliches Sicherheitsrisiko identifiziert.

Und im November vergangenen Jahres präsentierte ein Zusammenschluss von etwa einem Dutzend Bundesbehörden seinen Klimabericht ("National Climate Assessment") für den US-Kongress. Die Kernaussagen darin: Die Klimaerwärmung stellt eine zunehmende Gefahr für die Wirtschaft der USA und weltweit dar und allein in den Vereinigten Staaten drohen dadurch bis zur Mitte des Jahrhunderts hunderte Milliarden Dollar Verluste jährlich. In ihrem Bericht forderten die Experten drastische Maßnahmen zur Verringerung von Kohlendioxidemissionen. Trumps Kommentar dazu war: "Ich glaube das nicht."

Quellen: "Washington Post""Huffington Post", Twitter