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Analyse: Krasse Zahlen und Fakten zur US-Wahl zeigen, warum Trump gewonnen hat

Donald Trump ist nicht der erste, der die US-Wahl gewinnt, ohne die Mehrheit der Stimmen zu haben. Hillary Clinton muss sich fragen, warum Trump die Mehrheit bei jenen Wählern geholt hat, die beide für unfähig hielten.

Haben gut lachen: Melania und Donald Trump

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Mehr als eine Woche liegt die US-Wahl nun schon zurück. Dass Hillary Clinton trotz der Mehrheit der Stimmen verloren hat, hat sich rumgesprochen. Sie ist auch nicht die erste, der das passiert. Das liegt am Wahlsystem. Das Geheimnis des Wahlsiegs von Donald Trump findet sich dagegen in anderen Details des Wahlergebnisses. Zum Beispiel in der Frage, warum - um alles in der Welt - Hillary Clinton im gesamten Wahlkampf nie Wisconsin besucht hat - ein Versäumnis, das zehn Wahlmänner kostete.

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Diese und andere erstaunliche Fakten und Zahlen zur US-Wahl im Überblick: 

  • 29,9 Prozent der US-Amerikaner haben gar nicht gewählt.
  • 28,6 Prozent waren nicht zugelassen. Das passiert US-Bürgern, die sich als Wähler registrieren lassen wollen, aber keinen amtlichen Ausweis haben und/oder an ihrem Wohnort nicht gemeldet sind. Beides ist in den USA nicht ungewöhnlich.
  • 19,8 Prozent wählten Hillary Clinton und 19,5 Prozent Donald Trump.
  • Landesweit haben 217 Bezirke mehrheitlich für Trump gestimmt, die 2012 noch für Barack Obama waren.
  • 14 Prozent aller Wähler hielten weder Clinton noch Trump für fähig, Präsident zu sein. Aus dieser Gruppe entschieden sich trotzdem 69 Prozent für Trump.
  • In den letzten 100 Tagen des Wahlkampfs war Trump 133-Mal in so genannten Swing States. Clinton kommt auf 87 Besuche und war nie in Wisconsin - und genau diesen Bundesstaat hat sie dann überraschend verloren.
  • Für Trump haben mehr Schwarze und Latinos gestimmt als 2012 für den Republikaner Mitt Romney.
  • 52 Prozent der Wähler waren Frauen. Sie wählten zu 54 Prozent Clinton und 42 Prozent Trump.
  • Von den Männern stimmten 53 Prozent für Trump und 41 Prozent für Clinton.
  • 58 Prozent der weißen Wähler gaben ihre Stimme für Trump ab und nur 37 Prozent für Clinton.
  • So stellten sich auch 53 Prozent der weißen Frauen hinter den Republikaner. Die Demokratin kam auf 43 Prozent.
  • Alle Minderheiten stimmten mit großer Mehrheit für Clinton, vor allem Schwarze, hier waren es fast neun von zehn. Bei den Latinos waren es 65 Prozent, ebenso bei den Asiaten.
  • Auch junge Wähler bevorzugten Clinton. So stimmten in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen 55 Prozent für die Demokratin und 37 Prozent für ihren Konkurrenten. In der Gruppe der 30- bis 44-Jährigen lag das Verhältnis bei 50 zu 42 Prozent.
  • In den Städten mit über 50.000 Einwohnern vereinigte Clinton 59 Prozent auf sich. Je weiter es aus den Städten hinausgeht, umso stärker wurde Trump. In Kleinstädten oder ländlichen Gebieten stimmten 62 Prozent für den Republikaner.
  • Die Demokraten konnten ihren Abwärtstrend der vergangenen Jahre zumindest etwas stoppen, aber nicht so stark wie erhofft. Sie gewannen nur zwei Sitze im Senat hinzu und acht im Repräsentantenhaus. Die Republikaner behielten somit die Mehrheit in beiden Kammern.
  • Bei den Gouverneursämtern gewannen die Republikaner zwei hinzu, die zuvor in demokratischer Hand waren.
  • Das Ergebnis in North Carolina steht immer noch aus


dho/DPA