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Kommende Woche "Es wird großartig": Trump hält trotz Corona-Infektion an zweitem TV-Duell fest

Sehen Sie im Video: US-Präsident Donald Trump inszeniert seine Rückkehr ins Weiße Haus.


Er gibt sich unbekümmert. US-Präsident Donald Trump ist aus dem Krankenhaus an die Arbeit zurückgekehrt. Mehr als drei Tage hatte er in der Klinik verbracht. Auf Fernsehbildern war in der Nacht zum Dienstag zu sehen, wie Trump beim Verlassen des Walter Reed Krankenhauses eine weiße Chirurgenmaske trug. Er ballte eine Hand zur Siegerfaust und hob den Daumen in Richtung der Pressevertreter. Der Hubschrauber Marine One brachte ihn zum Weißen Haus, wo der Präsident nach Angaben seiner Ärzte die Behandlung fortsetzen werde. Auf einem Video auf dem offiziellen Twitter-Account des Präsidenten war zu sehen, wie Trump nach seiner Ankunft seine Maske auf dem Balkon des Weißen Hauses abnahm, für Fotos posierte und dem Hubschrauber salutierte. Dann drehte er sich um und ging ohne Maske ins Weiße Haus. "Lass dich von dem Virus nicht dominieren. Hab keine Angst davor", sagte Trump in der Videobotschaft. "Wir gehen wieder zur Arbeit. Wir werden nach vorne gehen. Lass es nicht dein Leben dominieren. Geh raus, sei vorsichtig." Trumps Ärzte hatten zuvor vor der Presse erklärt, der 74-Jährige sei zwar "noch nicht ganz aus dem Schneider". Allerdings erfülle er die Kriterien für eine Entlassung und könne im Weißen Haus genauso gut weiterbehandelt werden. Er habe seit mehr als 72 Stunden kein Fieber mehr und der Sauerstoffgehalt im Blut sei normal, erklärten die behandelten Ärzte. Neben Trump waren auch seine Frau Melania und seine Pressesprecherin Kayleigh McEnany positiv auf das Coronavirus getestet worden.
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US-Präsident Donald Trump will trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus an der zweiten TV-Debatte mit Herausforderer Joe Biden teilnehmen. Laut einer Umfrage liegt der Demokrat (landes-)weit vor dem Amtsinhaber.

US-Präsident Donald Trump hält ungeachtet seiner Corona-Infektion an dem zweiten Fernsehduell mit seinem Herausforderer Joe Biden kommende Woche fest. "Ich freue mich auf die Debatte am Donnerstagabend, dem 15. Oktober, in Miami", schrieb Trump am Dienstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Es wird großartig!" Der am Vorabend aus dem Krankenhaus entlassene Präsident schrieb zudem, er fühle sich "großartig". Derweil wächst vor dem TV-Duell der Vizekandidaten Mike Pence und Kamala Harris am Mittwochabend die Spannung.    

Trumps Wahlkampf-Kommunikationsdirektor Tim Murtaugh hatte bereits am Montagabend erklärt, der Präsident halte an dem Fernsehduell in der kommenden Woche fest. Biden hat signalisiert, dass er mit der Debatte einverstanden ist, wenn Gesundheitsexperten dies als sicher einstufen.    

Die beiden Rivalen hatten sich am Dienstag vergangener Woche ein chaotisches Fernsehduell geliefert, bei dem der Präsident seinem demokratischen Herausforderer pausenlos ins Wort gefallen war. Zwei Tage später wurde der Amtsinhaber positiv auf das Coronavirus getestet - und am Freitag in ein Militärkrankenhaus eingeliefert. Biden, der sich bei dem TV-Duell theoretisch hätte anstecken können, wurde in der Folge negativ getestet.    

Trump verließ das Militärkrankenhaus Walter Reed nördlich der Hauptstadt Washington am Montagabend und inszeniert dies als große Politik-Show. Zugleich sorgte er mit der Aufforderung an die US-Bürger, "keine Angst" vor dem Coronavirus zu haben, angesichts von mehr als 210.000 Corona-Toten in den USA für empörte Reaktionen.    

Umfrage: Joe Biden liegt landesweit vor Donald Trump

Obwohl der Präsident nach wie vor ansteckend sein dürfte, will er möglichst schnell den Wahlkampf wieder aufnehmen. In Umfragen liegt der Republikaner vier Wochen vor der Wahl teils deutlich hinter Ex-Vizepräsident Biden. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Nachrichtensenders CNN hat Biden landesweit einen Vorsprung von 16 Punkten. Demnach kommt der Demokrat auf 57 Prozent, Trump auf nur 41 Prozent.    

Allerdings sind solche Umfragen nur sehr bedingt aussagekräftig: Bei der Präsidentschaftswahl am 3. November kommt es nicht auf die landesweite Mehrheit an. Vielmehr müssen die Kandidaten bei der indirekten Wahl eine Mehrheit von Wahlleuten gewinnen, die auf der Ebene der Bundesstaaten vergeben werden.

     

In einer Reihe von besonders umkämpften Bundesstaaten wie Arizona, Florida, Michigan, Pennsylvania und Wisconsin hat Biden Umfragen zufolge zwar derzeit die Nase vorn. Erwartet werden aber sehr knappe Rennen, bei denen beide Kandidaten potenziell Siegchancen haben.

Zwischen Trump und Biden ist noch ein drittes TV-Duell am 22. Oktober geplant. Bereits am Mittwochabend treten Vizepräsident Pence und Bidens Vize-Kandidatin Harris in einer Fernsehdebatte in Salt Lake City im Bundesstaat Utah gegeneinander an. Nach Trumps Corona-Infektion werden der Republikaner und die Demokratin durch Plexiglas getrennt sein.

Das Duell der Vize-Kandidaten wird in diesem Jahr mit besonderer Spannung erwartet, nicht nur wegen des chaotischen Debattenauftakts zwischen Trump und Biden. Wegen des hohen Alters des 74-jährigen Trump und des 77-jährigen Biden dürfte dem künftigen Vizepräsidenten oder der künftigen Vizepräsidentin eine besondere Rolle zukommen. Sie würden die Amtsgeschäfte übernehmen, sollte der Präsident schwer erkranken oder im Amt versterben.

Fabian Erik Schlüter / fs AFP

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