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"Danke Präsident T" Donald Trump lobt sich selbst - zum dritten Mal in einer Woche

Donald Trump telefoniert mit Soldaten für Thanksgiving
"Wofür sind Sie dankbar, Mr. President?" fragt ein Journalist.
"Für eine tolle Familie, und dafür, dass ich einen großen Unterschied im Land gemacht habe."


Alljährlich zu Thanksgiving fragt sich ganz Amerika: Wofür bin ich heute dankbar?


Für den US-Präsidenten steht frei von Sarkasmus fest: Er dankt für sich selbst. 


"Dieses Land ist heute so viel stärker als es noch vor meiner Präsidentschaft war, das würden Sie nicht glauben. Man sieht das."


50 Minuten spricht der Präsident von seinem Schreibtisch in Mar-A-Lago, wo die Familie Trump den Feiertag verbringt. 


Er ruft im Ausland stationierte amerikanische Soldaten an, um ihnen ein schönes Thanksgiving zu wünschen.


Doch die Anrufe nehmen schnell eine andere Richtung an.


Der Präsident nutzt die Situation aus, um seinem Unmut Luft zu machen: Richter werden kritisiert, Migranten an der Grenze verteufelt und die angeblich unfaire Handelsbilanz der USA scharf beklagt.


"Es gibt so viele schlechte Entscheidungen von Richtern des Neunten Bezirksgerichts, dass es uns ein Dorn im Auge geworden ist. Es ist schrecklich, wenn Richter die nationale Sicherheit übernehmen, wenn sie uns sagen, wie wir unsere Grenze schützen sollen."


Die Karawane der Migranten in Mexiko vergleicht Trump mit der Bekämpfung des Terrorismus in Afghanistan.


"Deswegen verschärfen wir die Kontrollen an den Grenzen. Sie haben wahrscheinlich in den Nachrichten gesehen, was an unserer südlichen Grenze stattfindet. Unmengen von Menschen und in vielen Fällen wissen wir nicht, wer sie sind. In vielen Fällen sind es keine guten Menschen, sondern schlechte. Wir lassen niemanden rein, weil wir sehr vorsichtig sein wollen.“


"Sie schützen uns dort, und wir machen es hier.“


"Wenn wir keine Grenze haben, haben wir kein Land."


Ein Kommandant der Küstenwache widerspricht Trump kleinlaut, als der Präsident behauptet, dass die USA keine guten Handelsabkommen hätten.


"Wir sehen keine großen Probleme mit dem Handel."


Doch Trump gibt nicht nach:


"Jede Nation der Welt profitiert von uns. Wir profitieren nicht von ihnen. Doch das ändert sich und das ändert sich schnell."


Auf Nachfrage der anwesenden Journalisten nimmt Trump auch die CIA ins Visier. Er leugnet wieder die Ergebnisse einer Untersuchung des Geheimdienstes, in der Prinz Mohammed bin Salman für den Tod von Jamal Khashoggi verantwortlich befunden wird.


So wird aus einer harmlosen Thanksgiving-Rede ein Politikum, das die USA erneut spaltet.
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Es heißt, Eigenlob stinkt, aber weil Donald Trump auf Konventionen pfeift, schmeichelt er sich einfach selbst: "Das Ölpreise gehen runter (danke Präsident T)" schrieb er jetzt. Es ist die dritte Danksagung an sich selbst in wenigen Tagen.

Wenn es sonst schon keiner macht, muss er sich eben selbst loben, der 45. Präsident der Vereinigten Staaten. Bereits zum dritten Mal in nur einer Woche hat Donald Trump zum Mittel der Selbstschmeichelei gegriffen. Auf Twitter schrieb er am Sonntagmorgen: "So großartig, dass die Ölpreise fallen (danke Präsident T)". Dass er mit der Danksagung sich selbst meint, und nicht den berühmtem US-Schauspieler Mr. T, wie einige Twitter-Nutzer in den Raum warfen, lässt sich natürlich nur mutmaßen.

Wofür steht das T in Präsident T?

Der skurrile wie neue Eigenname hat sofort Menschen inspiriert, sich die "wahre" Bedeutung des Buchstabens auszudenken - dabei kommen sie allerdings vor allem auf wenig schmeichelhafte Ideen. So etwa: Traitor (Betrüger), Thoughtless (gedankenlos), Toddler (Kleinkind). Auch Toad, die Figur aus Super Mario findet Erwähnung, weil die Form der Figur Trumps Ex-Affäre und Pornostar Stormy Daniels an dessen bestes Stück erinnert. Trump selbst werden die Bezeichnungen womöglich nicht gefallen, aber immerhin bleibt er im Gespräch.

Begonnen hatte die jüngste Selbstbelobigungsphase vor rund einer Woche, als er in einem Interview mit dem Sender "Fox News" auf die Frage, wie er seine Präsidentschaft bewerte, antwortet: "Ich hasse es, aber ich werde es tun, ich würde mir eine 1 plus geben. Reicht das? Soll ich noch höher gehen?". Wenige Tage später, an Thanksgiving, dem wichtigsten Familienfest der USA, wurde Trump gefragt, wofür er dankbar sei. Seine Antwort: "Dafür, dass ich eine tolle Familie habe und dafür, dass sich das Land so enorm verändert hat. Ich habe das Land enorm verändert. Das Land steht jetzt so viel besser da als zu dem Zeitpunkt als ich es übernommen habe, das glaubt man nicht."

Auch wenn Eigenlob stinkt und die Mehrheit der Amerikaner mit Trumps Amtsführung weiterhin nicht einverstanden ist – zumindest was den jüngsten Öl-Preisverfall betrifft, hat der US-Präsident etwas nachgeholfen. Experten zufolge, hatte Trumps "Bitte" an Saudi-Arabien, die Ölförderung zu erhöhen, den gewünschten Effekt. Allerdings ist der begehrte Rohstoff immer noch teurer als bei seiner Wahl vor rund zwei Jahren.

Donald Trump telefoniert mit Soldaten für Thanksgiving

Quellen: "Huffington Post", "Politico", "The Hill", Realclearpolitics

nik

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