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Cokie Roberts: Donald Trump über verstorbene US-Journalistin: "Sie hat mich nie nett behandelt"

Cokie Roberts war eine langjährige und geschätzte Journalistin. Nun ist sie im Alter von 75 Jahren verstorben. Ehemalige US-Präsidenten kondolierten. Auch Donald Trump, der aber dafür heftig kritisiert wurde.

Cokie Roberts (l.) und US-Präsident Donald Trump

Cokie Roberts (l.) und US-Präsident Donald Trump

DPA / Getty Images

Die US-amerikanische Reporter-Legende Cokie Roberts ist im Alter von 75 Jahren verstorben. Roberts war rund 40 Jahre als Journalistin und Reporterin unter anderem bei ABC News und dem Radiosender NPR tätig. Für ihre Arbeit erhielt sie zahlreiche Preise, darunter drei Emmy Awards. Die US-amerikanischen Frauen in Radio und Fernsehen bezeichneten sie als eine der fünfzig größten Frauen in der Geschichte des Rundfunks.

"Unsere liebe Freundin und Kollegin Cokie Roberts ist heute Morgen in Washington gestorben, umgeben von ihrer Familie und ihren engsten Freunden", sagte James Goldston, Präsident von ABC News, am Dienstag in einer Erklärung.

Obama und Bush zollten Roberts Respekt

Kolleginnen und Kollegen kondolierten und zollten Roberts ihren Respekt. Auch die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und First Lady Michelle Obama sowie George W. Bush und Frau Laura kondolierten. Die Obamas nannten Roberts in einer Erklärung "eine bahnbrechende Figur; ein Vorbild für junge Frauen in einer Zeit, in der der Beruf noch von Männern dominiert wurde" und fügten hinzu, dass sie "eine Konstante über vierzig Jahre in einer sich wandelnden Medienlandschaft und einer sich verändernden Welt" war, "die Wähler über die Themen unserer Zeit informiert und junge Journalisten bei jedem Schritt auf dem Weg begleitet" hatte.

George W. Bush und die frühere First Lady Laura Bush sagten, Roberts habe "uns jahrzehntelang als talentierte, harte und faire Reporterin begleitet". "Wir respektierten ihren Antrieb und schätzten ihren Humor", sagte Bush. "Sie wurde eine Freundin." Der ehemalige US-Vizepräsident und Kandidat der Demokraten für die kommende Präsidentschaftswahl Joe Biden sagte: "Sie ist unermüdlich auf der Suche nach der Wahrheit und engagiert sich unerschütterlich dafür, Barrieren für Frauen im Journalismus abzubauen - unser Land ist deswegen besser."

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Trump: "Sie hat mich nie nett behandelt"

Auch der amtierende US-Präsident Donald Trump äußerte sich zum Tod von Cokie Roberts, allerdings weniger positiv als seine Vorgänger. An Bord der Air Force One sagte er: "Ich habe sie nie getroffen. Sie hat mich nie nett behandelt. Aber ich möchte ihrer Familie alles Gute wünschen. Sie war ein Profi, und ich respektiere Profis. Ich respektiere euch, ihr Leute sehr. Sie war eine echte Fachfrau. (Sie) hat mich nie nett behandelt, aber ich respektiere sie auf jeden Fall als Profi", berichtet unter anderem die "USA Today".

In dem sozialen Netzwerk Twitter reagierten einige mit Empörung auf die Äußerungen Trumps zum Tod Cokie Roberts. Eine Userin nannte ihn dort beispielsweise einen "schrecklichen, ekelhaften Menschen" und der ehemalige Fotograf des Weißen Hauses unter Barack Obama, Pete Souza, nannte Trump sogar ein "Arschloch".

Persönlich getroffen haben sich Trump und Roberts wohl nie. Aber während des US-Wahlkampfes 2016 stritten sich die Journalistin und Trump, der zu dem Zeitpunkt noch Kandidat war, während eines Telefon-Interviews auf dem US-Nachrichtensender MSNBC. Thema war die Auswirkungen seiner Rhetorik zum Thema "Einwanderung und Rasse", und sie fragte ihn, ob er auf die Folgen seiner Rhetorik stolz sei. "Ist das etwas, worauf Sie im amerikanischen sozialen und politischen Diskurs stolz sind?"

Trump antwortete, dass er ihre Frage für "sehr böse" hielt und behauptete, dass er von solchen Berichten über die Vorfälle, auf die sich Roberts bezog, nichts gehört habe.

Quellen: "USA Today", CNN "Huffington Post"

rw