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Überraschende Entscheidung: Trump verkündet Rückzug aus Syrien: "Es sollen sich andere drum kümmern"

Donald Trump hat überraschend einen baldigen Rückzug aus Syrien angekündigt. Die USA würden das Bürgerkriegsland "sehr bald" verlassen. Das Außenministerium wusste aber von dieser Entscheidung nichts. 

Donald Trump bei einer Ansprache zum Thema Infrastruktur in Richfield im US-Bundesstaat Ohio

Donald Trump bei einer Ansprache zum Thema Infrastruktur in Richfield im US-Bundesstaat Ohio

AFP

Donald Trump hat mit der Ankündigung eines raschen Endes des Syrien-Einsatzes für Verwunderung gesorgt. "Wir werden sehr bald aus Syrien abziehen", sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in einer Rede vor Industriearbeitern im Bundesstaat Ohio. Die US-Soldaten sollten "zurück in unser Land kommen, wo sie auch hingehören". Trump hatte die Ankündigung offenbar nicht mit seiner Regierung abgestimmt: Das Außenministerium in Washington wusste nach eigenen Angaben nichts von einer entsprechenden Entscheidung.

In seiner von populistischen Tönen durchzogenen Rede zog Trump eine verheerende Bilanz der US-Interventionen im Nahen Osten: "Wir haben sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben - und was haben wir dafür bekommen? Nichts."

Um Syrien sollten sich nun "andere Leute" kümmern, sagte Trump weiter. Wen er damit meint, sagte der US-Präsident aber nicht. Neben den USA haben noch Russland und der Iran größere Truppenkontingente in Syrien stationiert, beide unterstützten allerdings den syrischen Machthaber Baschar al Assad und sind erklärte politische Gegner der USA.

Donald Trump stimmte seine Abzugspläne nicht ab

Trump rechtfertigte einen Rückzug der US-Truppen auch damit, dass das von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausgerufene "Kalifat" weitgehend besiegt sei. In seiner streckenweise unzusammenhängenden Rede sagte er: "Sehr bald - sehr bald kommen wir raus. Wir werden hundert Prozent des Kalifats haben, wie sie es nennen - manchmal auch bezeichnet als 'Land' - holen alles zurück schnell, schnell."

Mit dem Außenministerium hat Trump seine Abzugspläne offenbar nicht abgestimmt. Auf die Frage, ob sie über die Pläne im Bilde sei, sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert: "Bin ich nicht, nein. Nein."

Die IS-Miliz hatte im Juni 2014 ein "Kalifat" in großen Teilen Syriens und des Irak ausgerufen. Durch den Einsatz einer von den USA angeführten Militärkoalition verlor der IS seitdem aber stark an Boden. Im Osten Syriens sind zudem mehr als 2000 US-Soldaten im Einsatz, die den Kampf diverser Milizen gegen den IS unterstützen. Im Januar hatte der damalige Außenminister Rex Tillerson noch angekündigt, den US-Militäreinsatz in Syrien auszuweiten, um die IS-Miliz weiter zu bekämpfen und Assad aus dem Amt zu drängen. Trump hat Tillerson Mitte März entlassen.

ivi / AFP
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