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PR-Desaster: Alleine, missverstanden und frustriert: Trump will ein neues Team

Die Schlagzeilen der letzten Wochen waren nicht die besten - um es mal vorsichtig zu sagen. Für Donald Trump soll es vor allem einen Schuldigen geben: sein PR-Team. Jetzt will er im Weißen Haus aufräumen. Und vielleicht sogar Fox-Mitarbeiter einstellen.

Donald Trump alleine im Garten des Weißen Hauses

Wem kann Donald Trump noch trauen?

Es war keine einfache Woche für Donald Trump. Nachdem er am Dienstag FBI-Chef James Comey abgesetzt hatte, wehte dem Präsident ein selbst für seine Verhältnisse harter Wind entgegen. Sein PR-Team tat sein bestes, die Situation zu retten - und versagte dabei kläglich. Auch aus Trumps Sicht. Nun überlegt der zunehmend isolierte Präsident wohl, sein Team auszutauschen.

Trump ist alles andere als zufrieden mit der Berichterstattung der letzten Woche. Er sei frustriert, erzählten verschiedene Insider gegenüber einer ganzen Reihe von Medien. Auch die Tatsache, dass solche Informationen aus dem inneren Kreis überhaupt an die Presse gelange, sind einer der Gründe für Trumps schlechte Laune. Nach Angaben eines Mitarbeiters gegenüber der Associated Press traut der Präsident deshalb kaum noch jemandem. Sein Vertrauen genießen demnach nur noch Tochter Ivanka, ihr Ehemann Jared Kushner, sowie langjährige Begleiter wie sein ehemaliger Sprecher Hope Hicks.

Selbst Chef-Stratege Steve Bannon soll nach Konflikten mit Kushner etwas in Ungnade gefallen sein. Drei Mitarbeiter sollen der Agentur verraten haben, Bannon hätte erst aus der Presse von Comeys Rauswurf erfahren. Andere leugnen das aber, ihnen zufolge hat Bannon Trump vom Rausschmiss Comeys zu diesem Zeitpunkt abgeraten.

Trump rechnete nicht mit Gegenwind

In Trumps nächstem Umfeld hatte wohl niemand mit der gigantischen Reaktion auf Comeys Kündigung gerechnet. Trump und Co. glaubten demnach wirklich, man könnte die Affäre mit dem gewagten Schritt leise beenden. Pressesprecher Sean Spicer soll nach Angaben der "New York Times" erst im letzten Moment davon erfahren haben - damit er es nicht ausplaudern kann. Dass sich Spicer im Busch versteckte, dürfte durchaus damit zusammenhängen. Schließlich blieb ihm kaum Zeit, eine Strategie zu entwickeln.

Das PR-Team bekam immerhin eine Stunde, sich auf den Presse-Ansturm vorzubereiten. Mit dem Ergebnis war Trump aber alles andere als zufrieden. Berichten zufolge ging er die in seinen Augen unfaire Berichterstattung in Einzelgesprächen mit seinen Mitarbeitern durch. Trump fühlt sich missverstanden. Er sei extrem wütend gewesen, dass sein Team es nicht geschafft habe, seine umstrittene Entscheidung so zu verteidigen, dass die Presse sie positiv sieht. Deshalb entschied er sich auch, selbst mit der Presse zu sprechen und Comey bei Twitter anzugreifen - und machte die Situation nur schlimmer.

Traumatisiertes Team

Die Schuld sieht er aber weiter bei seinen PR-Leuten. Gerüchten zufolge soll Trump die Absetzung von Spicer erwägen, den er in der Vergangenheit für seine guten Einschaltquoten gelobt hatte. Auch Kommunikationschef Michael Dubkes Absetzung wird erwägt, genauso wie ein komplettes Austauschen des Teams. Trump würde einem Bericht der "Times" zufolge am liebsten Leute von "Fox News" ins Boot holen - schließlich berichten die immer so nett über ihn. Zusätzlich schlug der Präsident vor, die Presse-Briefings ganz abzuschaffen. Und sie stattdessen alle zwei Wochen selbst zu halten.

Wie lange sein Team von sich aus bleibt, steht auf einem anderen Blatt. Laut der "Times" sollen die Mitarbeiter nach Trumps Ausrastern in den letzten Tagen regelrecht traumatisiert sein. Die Wutanfälle wären zerstörerischer als sonst gewesen und hätten ein tief verletztes Team zurückgelassen. Vielleicht bleibt Trump nicht viel Zeit, um neues Blut zu finden.

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mma