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Pressesprecher des Weißen Hauses Trump feuert Comey - und Sean Spicer versteckt sich erstmal hinter einem Busch

Sean Spicer Donald Trump
Sean Spicer, Pressesprecher des Weißen Hauses, brauchte nach der Entlassung von FBI-Chef Comey ein bisschen Zeit, ehe er sich Reporterfragen stellen konnte
© AP
Das politische Erdbeben in Washington hat offenbar auch die engsten Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump erschüttert. Sein Sprecher Sean Spicer suchte sich jedenfalls ein ruhiges Plätzchen, bevor er sich den Reportern stellte.

Nach der Entlassung von FBI-Direktor James Comey befand sich das politische Washington im Ausnahmezustand. Die Hauptstadtmedien konnten eine offizielle Stellungnahme des Weißen Hauses kaum erwarten. Sean Spicer nahm die große Nachfrage offenbar zum Anlass, sich erst einmal zu sammeln: Wie die "Washington Post" berichtet, versteckte sich der Pressesprecher von US-Präsident Donald Trump mit einigen seiner Mitarbeitern hinter Gebüschen nahe des Weißen Hauses.

Gleich nach einem kurzen TV-Interview mit "Fox Business" habe Spicer offenbar festgestellt, dass er auf dem Rückweg zu seinem Büro an einem Schwarm wartender Journalisten vorbeigehen müsse. Kurzerhand habe er sich deshalb hinter die Hecken zurückgezogen, um mit Kollegen aus seinem Stab zu beraten. Nach ein paar Minuten sei er schließlich aufgetaucht und habe sich den Reportern gestellt, die naturgemäß eine Menge Fragen hatten.

Sean Spicer und das Operettenhafte der Umstände

Die Schockwellen, die nach der Entlassung von FBI-Direktor James Comey durch Washington laufen, sind ungewöhnlich stark. Die Umstände des Rauswurfs haben nicht nur etwas Operettenhaftes. Kritiker sehen eine mächtige Axt am Werk, die an den Stamm einer unabhängigen Justiz gelegt wird - und die USA vor einer Verfassungskrise.

Spicers Herumdrucksen ist bezeichnend für den Umgang des Weißen Hauses mit der Krise: Selbst engste Mitarbeiter des Weißen Hauses waren über die Entlassung von Comey vorher nicht informiert. Die Regierung hatte die größte Mühe, das sich rasant entfaltende Kommunikationsdesaster einzuhegen. Erst Stunden später schwärmte nach Spicer auch das restliche Trump-Gefolge in Sender und Interviews aus. Am Tag danach wurden offensichtlich neue Sprachregelungen ausgegeben, die der tags zuvor verkündeten Lesart zum Teil zu 100 Prozent widersprachen.

tim mit Agenturen

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