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NSA-Whistleblower: Anwälte verhandeln über Snowdens Rückkehr in die USA

NSA-Whistleblower Edward Snowden will aus dem russischen Exil in die USA zurückkehren. Seine Anwälte verhandeln bereits, um ihrem Klienten diesen Wunsch zu erfüllen.

Bei der Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille im Dezember 2014 grüßte Edward Snoden das Publikum via Videokonferenz

Bei der Verleihung der Carl-von-Ossietzky-Medaille im Dezember 2014 grüßte Edward Snoden das Publikum via Videokonferenz

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden verhandelt einem Anwalt zufolge über eine Rückkehr in seine Heimat. "Er hat große Lust, zurückzukehren und wir tun unser Mögliches, um dies zu ermöglichen", sagte Anatoli Kutscherena am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Moskau. Kutscherena, der Snowden in seinem Exil in Russland vertritt, erklärte, auch Juristen aus den USA und Deutschland seien damit befasst. "Wir tun alles in unserer Macht, um dieses Problem zu lösen", sagte Kutscherena bei der Vorstellung eines Buches über Snowden. Russische und US-Anwälte seien dabei, "juristische Fragen zu klären". Er selbst sei an den Verhandlungen auf russischer Seite beteiligt.

Die Regierung in Moskau hatte Snowden nach dessen Enthüllungen zeitlich befristetes Asyl gewährt und wiederholt eine Auslieferung in die USA abgelehnt. Der Ex-NSA-Mitarbeiter hat selbst erklärt, er werde nach Amerika zurückkehren, wenn man ihm ein faires Gerichtsverfahren garantiere. Snowdens Enthüllungen der amerikanischen Spionageprogramme sind in den USA umstritten. Während einige ihn als Vorkämpfer für die Bürgerrechte sehen, wollen ihn andere als Landesverräter vor Gericht stellen.

Snowden hatte die Überwachungspraktiken des US-Geheimdienstes NSA enthüllt. Er lebt seit Juni 2013 nach einer wochenlangen Zitterpartie auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo dauerhaft in der russischen Hauptstadt. Im Sommer 2014 erhielt er eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre. Der Fall belastet die ohnehin gespannten russisch-amerikanischen Beziehungen.

Snowden passe sich mehr und mehr an das Leben in Russland an und mache Fortschritte im Erlernen der Landessprache, sagte Kutscherena. Der IT-Experte gehe einkaufen, ins Museum oder Theater und reise auch. "Er ist ein freier Mensch", meinte der Anwalt.

Russischen Gesetzen zufolge hat Snowden das Recht, bis zu drei Monate ins Ausland zu reisen und dann nach Russland zurückzukehren. Nach insgesamt fünf Jahren habe er zudem die Möglichkeit, die russische Staatsbürgerschaft zu beantragen, hieß es.

tkr/Reuters/DPA/AFP / DPA / Reuters