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Erdbeben in Kaschmir: Annan ruft zu mehr Nothilfe auf

Fünf Wochen nach dem verheerenden Erdbeben bleibt die Lage im indisch-pakistanischen Grenzgebiet wegen des drohenden Winters kritisch. Nun besucht UN-Generalsekretär Kofi Annan das Erdbebengebiet.

Fünf Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien hat der pakistanische Präsident Pervez Musharraf die internationale Gemeinschaft dringend um mehr Hilfe gebeten. Für Soforthilfe und Wiederaufbau würden 5,2 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) benötigt, sagte Musharraf am Mittwoch. "Wir hoffen, dass uns die internationale Gemeinschaft in dieser Stunde der Not unterstützt." Die UN warnten erneut, Hunger und Kälte in den gebirgigen Katastrophengebieten könnten tausende Menschen das Leben kosten.

Bislang haben die UN von den für ihre Hilfsmaßnahmen erbetenen 550 Millionen Dollar (470 Millionen Euro) erst 102 Millionen erhalten. Weitere 40 Millionen Dollar seien zugesagt, aber noch nicht eingezahlt worden, teilte die UN-Vertretung in Islamabad mit. Am Samstag soll dort eine internationale Geberkonferenz stattfinden. Bereits am Donnerstag werde UN-Generalsekretär Kofi Annan die von dem Erdbeben am schwersten getroffene Region Kaschmir besuchen, erklärten die UN weiter.

Deutschland sagt 44 Millionen Euro Hilfe zu

Deutschland hat Pakistan 44 Millionen Euro zum Wiederaufbau und zur Entwicklungszusammenarbeit in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten zugesagt. In den Regierungsverhandlungen beider Länder wurde am Mittwoch ein Zeitraum von zwei Jahren für die Hilfe vereinbart. Knapp sechs Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Südasien wird an diesem Donnerstag UN- Generalsekretär Kofi Annan in Pakistan erwartet. Annan werde am Samstag an einer internationalen Geberkonferenz in Islamabad teilnehmen, sagte eine Sprecherin der Vereinten Nationen am Mittwoch in der pakistanischen Hauptstadt.

"Wir werden uns in unserem Engagement für den Wiederaufbau auf den ländlichen Wohnungsbau, die Entwicklung des Gesundheitswesens und Schulbau konzentrieren", erklärte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). Dabei werde das Engagement für den Gesundheitssektor in Kaschmir liegen, während Programme zum ländlichen Wohnungsbau und die Wiederherstellung von Schulgebäuden für die Nordwest-Grenzprovinz vorgesehen seien.

UN wartet auf weitere Nothilfe

Das gesamte deutsche Engagement beläuft sich nach Angaben des Bundesentwicklungsministeriums auf 70 Millionen Euro. Zu den 44 Millionen kommen danach noch 26 Millionen Euro für humanitäre Hilfe und Nothilfe, die sowohl vom Auswärtigen Amt, dem Verteidigungsministerium als auch dem Entwicklungsministerium bereitgestellt werden oder bereits unmittelbar nach dem Erdbeben geflossen sind. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind nur 158 Millionen der von den UN erbetenen 550 Millionen US-Dollar (rund 471 Millionen Euro) Nothilfe-Mittel eingegangen.

UN-Generalsekretär Annan will am Freitag das Katastrophengebiet im pakistanischen Teil Kaschmirs besuchen. Auf dem Programm stünden außerdem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf und mit Premierminister Shaukat Aziz, hieß es. Bei dem Erdbeben am 8. Oktober kamen in Pakistan rund 86.000 Menschen ums Leben. Knapp drei Millionen wurden obdachlos.

DPA/AP / AP / DPA