VG-Wort Pixel

Türkischer Präsident Erdogan sieht Muslime als Entdecker Amerikas


Der türkische Präsident will die Geschichte neu schreiben: Recep Tayyip Erdogan sagt, nicht Kolumbus, sondern Muslime hätten Amerika entdeckt. Sie sollen den Kontinent im Jahr 1178 erreicht haben.

Geschichtsunterricht mit dem türkischen Präsidenten: Amerika verdankt nach Auffassung von Recep Tayyip Erdogan seine Entdeckung nicht Christoph Kolumbus, sondern den Muslimen. "Kontakte zwischen Lateinamerika und dem Islam lassen sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen", sagte Erdogan in Istanbul in einer vom Fernsehen übertragenen Rede während eines Gipfeltreffens mit lateinamerikanischen Muslimen.

"Muslimische Seeleute erreichten schon 1178 Amerika. Columbus selbst erwähnte eine Moschee auf einem Hügel an der Küste Kubas", sagte Erdogan. Der Staatschef erklärte sich sogar bereit, an der erwähnten Stelle eine Moschee zu erbauen.

Den Geschichtsbüchern zufolge entdeckte der italienische Seefahrer Kolumbus 1492 auf der Suche nach einer westlichen Passage nach Indien den amerikanischen Kontinent. In einem umstrittenen Artikel hatte der Historiker Youssef Mroueh bereits 1996 Kolumbus' Tagebucheintrag zitiert. Seine Kollegen weltweit interpretieren diesen jedoch anders - nach ihrer Auffassung nutzte Kolumbus die Moschee nur als bildhaften Vergleich zur Beschreibung der Hügelkette.

mka/AFP AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker