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EU-Schuldenkrise: Barroso verbittet sich Kritik von Obama

Er nannte den US-Präsidenten nicht beim Namen - und trotzdem wusste jeder, wer gemeint war: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich mit deutlichen Worten der transatlantischen Kritik am Management der Schuldenkrise verbeten.

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich Kritik am Management der Schuldenkrise durch US-Präsident Barack Obama verbeten. "Ich bin verletzt, wenn ich manche in anderen Teilen der Welt höre, die uns Europäern mit einem gewissen Paternalismus sagen, was wir zu tun haben", sagte Barroso am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg - ohne US-Präsident Obama zu erwähnen. Es gebe allen Grund für "europäischen Stolz". "Danke für den Rat. Aber wir sind gemeinsam fähig, diese Krise zu bewältigen", sagte Barroso.

Obama hatte sich auf einer bei Wahlkampfveranstaltung in Kalifornien kritisch über die Europäer geäußert: "Sie bemühen sich, verantwortungsvoll zu handeln, aber diese Aktionen waren nicht ganz so schnell, wie es nötig gewesen wäre." Europa habe "nie umfassend auf all die Herausforderungen reagiert, denen ihr Bankensystem ausgesetzt war."

Die Harmonie zwischen Europa und den USA in Sachen Wirtschaftspolitik ist seit langem dahin. Immer häufiger geraten sich beide Seiten in die Wolle, werfen sich gegenseitig Versagen vor. Statt auf Hilfe von der jeweils anderen Seite des Atlantiks zu hoffen, geht die Furcht um, von der Krise des Anderen mit in den Schlamassel gezogen zu werden. Die USA treibt der Alptraum um, die Euro-Krise könnte wie 2008 Banken ins Trudeln stürzen, mit weltweiten Folgen.

DPA / DPA