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Fälschung britischer Pässe: Großbritannien weist israelischen Diplomaten aus

Großbritannien hat einen israelischen Diplomaten des Landes verwiesen. London sieht es als erwiesen an, dass der Mossad britische Pässe fälschte.

Großbritannien geht von einer Verwicklung Israels in das Attentat auf einen Hamas-Funktionär in Dubai aus und hat deswegen einen israelischen Diplomaten ausgewiesen. Es gebe "zwingende Gründe zu glauben", dass Israel für die Fälschung britischer Pässe verantwortlich sei, die die Mörder bei dem Anschlag im Golfemirat benutzt haben sollen, erklärte Außenminister David Miliband am Dienstag. Die Dokumente seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit "von einem staatlichen Geheimdienst hergestellt" worden.

Die Mörder des Hamas-Funktionärs benutzten ausländische Pässe zur Einreise nach Dubai. Die Polizei des Emirats beschuldigt den israelischen Geheimdiensts Mossad, hinter der Tat im Januar zu stecken und spricht von mindestens 26 Verdächtigen. Die gefälschten Pässe sollen die Kennzeichnung mehrerer europäischer Staaten und Australiens tagen. Israel hat sich bislang geweigert, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Das Vertrauen zwischen Großbritannien und Israel sei schwer beschädigt, erklärte Miliband und forderte Zusicherungen, dass sich so etwas nicht wiederhole. Zudem warnte das Ministerium Reisende, dass Angaben zu ihrer Identität bei einem Aufenthalt in Israel möglicherweise gefährdet seien.

Auch Frankreich eröffnet Ermittlungen

Miliband erklärte vor dem Unterhaus, die Behörden seien zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei den gefälschten Pässen um Kopien echter Dokumente handelt. Sie seien israelischen Behördenvertretern zur Überprüfung ausgehändigt worden. Was sich in diesem Fall ereignet habe, sei "inakzeptabel und muss ein Ende haben". Die Regierung habe aber keine Schlüsse darüber gezogen, wer für den Mord dem Hamas-Funktionär verantwortlich sei, betonte Miliband.

Der israelische Botschafter in London Ron Prosor zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der britischen Regierung. Zwischen Israel und Großbritannien werde es aber weiterhin eine enge Beziehung geben. Über die Identität des ausgewiesenen Diplomaten war zunächst nichts bekannt.

London hatte zuletzt 1998 einen israelischen Diplomaten des Landes verwiesen, damals ging es ebenfalls die Fälschung britischer Pässe. Wie zuvor die Briten haben unterdessen auch die Franzosen Ermittlungen wegen des Falls eingeleitet. Ein Justizsprecher sagte am Dienstag, es gehe um Fälschung und Identitätsdiebstahl.

David Stringer, APN / APN