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Gaza-Streifen: Israel setzt Bombardements fort

Israel und die radikal-islamische Hamas haben sich in der Nacht erneut heftige Gefechte geliefert. Im Fernsehsender Al-Dschasira waren Live-Bilder von Explosionen und Bombardements zu sehen. Auf Flugblättern hat das israelische Militär eine Ausweitung der Kämpfe angekündigt.

Israel hat seine Offensive im Gazastreifen in der Nacht zum Sonntag unvermindert fortgesetzt. Die Korrespondentin des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira berichtete am frühen Morgen von Luftangriffen und Explosionen. Offensichtlich habe auch die israelische Marine weiter Ziele im Gazastreifen beschossen.

In Live-Übertragungen bei Al-Dschasira waren in den frühen Morgenstunden laute Detonationen in Gaza-Stadt und Fluglärm zu hören. Mindestens drei Palästinenser seien in der Nacht zum Sonntag ums Leben gekommen. Dutzende seien verletzt worden, hieß es unter Berufung auf palästinensische Rettungssanitäter. In Dschabalija im nördlichen Gazastreifen starben mindestens acht Menschen durch eine israelische Panzergranate. Ein Bewohner von Gaza-Stadt berichtete in der Nacht telefonisch von besonders heftigen Angriffen.

Auf Flugblättern Ausweitung der Angriffe angekündigt

Israel hatte am Samstag die Bewohner des Gazastreifens auf Flugblättern auf Arabisch vor einer möglichen Ausweitung der Militäroperationen gewarnt. Die Einwohner sollten der radikal- islamischen Hamas nicht helfen und sich von Hamas-Mitgliedern fernhalten.

Mit Gesprächen über das zunehmende Elend der Bevölkerung im Gaza-Konflikt hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier den letzten Tag seiner Nahostmission begonnen. Er traf am Sonntag in Jerusalem den Missionschef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Pierre Wettach. Am Vortag hatte Steinmeier den Grenzübergang Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen besucht, wobei er von ägyptischer Seite aus Augenzeuge von Luftangriffen und Kämpfen im Gazastreifen wurde. Der Minister sah auch eine Reihe von Krankenwagen, die auf der ägyptischen Seite auf Transportaufträge warteten.

Steinmeier bemüht sich weiter um Grundlage für Waffenstillstand

Nach Angaben eines Grenzkommandeurs wurden seit Aufkündigung des Waffenstillstandes seitens der im Gazastreifen herrschenden Hamas am 19. Dezember 168 Verwundete in landeinwärts liegende Krankenhäuser gebracht. Allein am Tag des Besuchs von Steinmeier seien mehr als 40 Verwundete gefahren worden. Für den normalen Grenzverkehr ist der Übergang jedoch geschlossen. Auf der vierspurig ausgebauten Route ins ägyptische Hinterland rollen auch Lebensmitteltransporte des Welternährungsprogramms (WFP) nach Gaza.

Den Konflikt erörtert Steinmeier laut Programm unter anderen mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres und Außenministerin Zipi Livni sowie Verteidigungsminister Ehud Barak. Außerdem steht ein Treffen mit dem früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu auf dem Programm. Ziel Steinmeiers ist es, Grundlagen für einen Waffenstillstand gemäß der Anfang der Woche verabschiedeten Resolution des Weltsicherheitsrats legen. Der Minister bot Ägypten konkrete deutsche Hilfe beim Ausbau der Grenzsicherheit zum Gazastreifen an, um dem Waffenschmuggel zugunsten von Hamas-Kämpfern Einhalt zu gebieten und gleichzeitig die Versorgung der Bevölkerung wieder sicherzustellen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters