HOME

Geheimer Besuch in China: Kim Jong Il kehrt nach Nordkorea zurück

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il hat seinen fünftägigen Besuch in China beendet. Sein Sonderzug passierte am Freitag die Grenze. Offiziell war die Reise zunächst nicht bestätigt worden.

Nordkorea hat China zugesagt, an der Wiederaufnahme der Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm zu arbeiten. Dies berichteten die staatlichen chinesischen Medien am Freitag und bestätigten damit erstmals den streng geheim gehaltenen Besuch des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il in China. Das chinesische Fernsehen zeigte Bilder von Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao, bei denen der 68-jährige Kim sehr schwach wirkte. Er soll 2008 einen Schlaganfall erlitten haben. Kim, der am Montag seine Reise begonnen hatte, soll mittlerweile wieder mit seinem gepanzerten Zug nach Pjöngjang zurückgekehrt sein.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte bereits am Donnerstag berichtet, Kim habe bei seiner ersten Auslandsreise seit mehr als vier Jahren dem chinesischen Präsidenten eine Rückkehr an den Verhandlungstisch versprochen. Ein Zeitplan dafür wurde allerdings nicht genannt. China ist der engste Verbündete des kommunistischen Nordkorea, ein wichtiger Geldgeber sowie Hauptlieferant für Treibstoff und Lebensmittel für das abgeschottete Nachbarland.

Die im August 2003 aufgenommenen Gespräche über das Atomprogramm Pjöngjangs, an denen neben Nordkorea und China auch Südkorea, Japan, Russland und die USA teilnehmen, liegen seit April 2009 auf Eis. Damals war Nordkorea nach einem zweiten Atombombentest aus den Verhandlungen ausgestiegen. Peking versucht seitdem, das Land wieder an den Verhandlungstisch zu bringen. Im Oktober hatte Pjöngjang erstmals seine Bereitschaft zur Wiederaufnahme der Gespräche signalisiert, im Gegenzug forderte es aber direkte Verhandlungen mit den USA.

AFP/APN