VG-Wort Pixel

Geiselnahme in Südfrankreich Er ließ sich gegen Geisel tauschen - "Helden"-Polizist erliegt seinen Verletzungen





Bei einer Geiselnahme werden mindestens drei Menschen getötet und weitere verletzt. 


Der männliche Geiselnehmer habe zunächst ein Auto in Carcassonne gestohlen.
 
Dabei habe er einen Passagier getötet und den Fahrer verletzt.
 
Danach habe er in der Nähe einen Polizisten verletzt, bevor er bei der Geiselnahme in einem Supermarkt im Ort Trèbes zwei weitere Menschen getötet habe. 

Das meldet die französische Agentur AFP.
 
Die Polizei stürmte wenig später den Supermarkt und setzte den Geiselnehmer außer Gefecht.
 
Mehr
Der Polizist, der sich bei dem mutmaßlichen islamistischen Terroranschlag in Südfrankreich gegen eine Geisel eintauschen ließ, ist tot. Der 45-jährige Arnaud Beltrame wird in Frankreich als Held gefeiert.

Der Polizist, der sich bei dem Anschlag auf einen Supermarkt in Südfrankreich gegen eine Geisel austauschen ließ, ist tot. Der 45-jährige Gendarm Arnaud Beltrame erlag seinen Verletzungen, wie Innenminister Gérard Collomb am Samstagmorgen mitteilte. Staatschef Emmanuel Macron würdigte den verstorbenen Polizisten als "Helden". Er verdiene "den Respekt und die Bewunderung der gesamten Nation", erklärte der Präsident. Beltrame habe "außerordentlichen Mut und Selbstlosigkeit bewiesen".

Auch Innenminister Collomb würdigte den Mut des Beamten: "Niemals wird Frankreich sein Heldentum, seinen Mut und sein Opfer vergessen", schrieb der Innenminister im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich
Arnaud Beltrame, Polizist aus Frankreich, ließ sich bei der Geiselnahme in einem Supermarkt in Trebes, Frankreich, freiwillig gegen eine weibliche Geisel eintauschen
© Boyer Claude/MAXPPP / DPA

Beltrame hatte am Freitag einer weiblichen Geisel das Leben gerettet, indem er sich gegen sie austauschen ließ. Er wurde angeschossen und lebensgefährlich verletzt, bevor Spezialkräfte schließlich den Supermarkt im südfranzösischen Trèbes stürmten. Mit dem Tod des Polizisten erhöhte sich die Zahl der Opfer bei dem islamistischen Angriff auf vier.

Polizeibekannter in Marokko geborener Franzose Täter

Der polizeibekannte Angreifer, ein in Marokko geborener Franzose, hatte seine Angriffsserie am Freitagmorgen begonnen. Nach Angaben des Anti-Terror-Staatsanwalts François Molins raubte der Täter zunächst in der Stadt Carcassonne ein Auto. Er tötete einen der Insassen und verletzte den Fahrer. Kurze Zeit später verletzte er mit Schüssen einen Polizisten, der mit Kollegen vom Joggen zurückkam.

Der Angreifer fuhr schließlich in das nahegelegene Trèbes, stürmte in den Supermarkt und erschoss einen Mitarbeiter und einen Kunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft rief er "Allahu Akbar" (Gott ist groß/der Größte) und bezeichnete sich als "Soldaten" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Er habe gesagt, er sei bereit für Syrien zu sterben, und habe die Freilassung inhaftierter "Brüder" gefordert.

Polizei stürmte nach Schüssen auf Kollegen

Zahlreiche Kunden konnten fliehen, die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und umstellte den Supermarkt. Später ließ sich Beltrame gegen die weibliche Geisel austauschen. Als der Geiselnehmer auf den Beamten feuerte, stürmten Eliteeinheiten der Gendarmerie den Supermarkt und erschossen den Angreifer.

Macron sprach von einem "islamistischen Terroranschlag", die IS-Miliz bezeichnete den Angreifer als einen ihrer "Soldaten". Frankreich war in den vergangenen Jahren wiederholt Ziel islamistischer Anschläge, dabei wurden mehr als 240 Menschen getötet. Bei der letzten Attacke in Marseille waren am 1. Oktober zwei Menschen getötet worden. Am tödlichsten war die Angriffsserie im November 2015 in Paris, bei der Islamisten 130 Menschen töteten.

fin AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker