Gen-Saatgut Bush kritisiert Europa

US-Präsident George W. Bush hat die europäischen Staaten dazu aufgerufen, ihren Boykott der Einfuhr von Gen-Mais und anderen genetisch veränderten Agrarprodukten zum Wohle afrikanischer Staaten zu beenden.

US-Präsident George W. Bush hat die europäischen Staaten dazu aufgerufen, ihren Boykott der Einfuhr von Gen-Mais und anderen genetisch veränderten Agrarprodukten zu beenden. Das Import-Moratorium der EU hindere afrikanische Bauern daran, die Vorteile genmanipulierter Anbauprodukte zu nutzen und diese für den Kampf gegen den Hunger einzusetzen, sagte Bush am Montag vor dem Verband der Biotechnologie (Biotechnology Industry Association) in Washington.

USA haben Beschwerde bei der Welthandelsorganisation eingelegt

"Zum Wohle eines von Hunger bedrohten Kontinents rufe ich die europäischen Regierungen auf, ihre Opposition gegen die Biotechnologie zu beenden", sagte Bush unter dem Applaus der Verbandsmitglieder. Die USA haben im Mai eine Beschwerde bei der Welthandelsorganisation (WTO) gegen das Import-Moratorium der EU eingelegt. In den USA werden gentechnisch veränderte Mais- oder Sojabohnenarten bereits in großem Maßstab angebaut. Dabei wurden die Pflanzen mit Merkmalen versehen, die sie resistent gegen schädliche Insekten oder Krankheiten machen.

US-Landwirtschaftsministerin wirbt für gentechnisch verändertes Saatgut

Auf einer internationalen Konferenz im kalifornischen Sacramento warb US-Landwirtschaftsministerin Ann Veneman am Montag für einen verstärkten Einsatz von gentechnisch verändertem Saatgut. Die Biotechnologie könne auch Kleinbauern helfen, ihre Erträge zu steigern, sagte Veneman vor Landwirtschaftsministern, Gesundheitspolitikern und Wissenschaftlern aus 120 Ländern. Im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen steht der mögliche Beitrag neuer Anbaumethoden für den Kampf gegen den Hunger in Entwicklungsländern.

Tausende Gen-Food-Gegner demonstrieren in Kalifornien

Aus Protest gegen biotechnisch veränderte Nahrungsmittel sind in der kalifornischen Landeshauptstadt Sacramento am Montag Tausende auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Veranstalter marschierten 3000 Menschen durch die Stadt. Bei Straßenblockaden am Sonntag und Montag kam es zu mehr als 50 Festnahmen. Die Proteste finden anlässlich einer viertägigen internationalen Landwirtschafts- und Technologiekonferenz statt, zu der das US-Agrarministerium Vertreter aus über 100 Ländern eingeladen hat. Agrarministerin Renate Künast (Grüne) hatte mit dem Verweis auf die laufenden Verhandlungen über eine Agrarreform ihre Teilnahme abgesagt.

"Lasst unsere Gene in Ruhe"

Mit Slogans wie "Lasst unsere Gene in Ruhe" und "Stoppt den Angriff der Konzerne" protestierten sie gegen den Gen- Food- Kurs Washingtons. Die Basisorganisation First Food nannte die Konferenz einen "dreisten Versuch" amerikanische Steuergelder darauf zu verschwenden, genetisch veränderte Lebensmittel dem sich widerstrebenden Ausland aufzudrängen. Nach Meinung der Aktivisten würden nur die mächtigen Agrokonzerne von der Verbreitung der Gentechnologie profitieren.


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