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GESCHICHTE: Oldham erinnert an frühere Rassenunruhen

Die Unruhen in der englischen Stadt Oldham bei Manchester erinnern an Rassenkrawalle früherer Jahre in Großbritannien.

Die Unruhen in der englischen Stadt Oldham bei Manchester erinnern an Rassenkrawalle früherer Jahre in Großbritannien. Als allgemeine Ursachen gelten hohe Arbeitslosigkeit, schlechte Wohnverhältnisse in den Vierteln der Zuwanderer und soziale Diskriminierung. Zur Eskalation der Lage führten immer wieder Maßnahmen der Polizei:

Schauplatz der letzten großen Straßenschlachten war im Dezember 1995 der Londoner Stadtteil Brixton. Nach dem Tod eines 26-Jährigen aus der Karibik in Polizeigewahrsam schlug eine zunächst friedliche Protestaktion in Gewalt um. Etwa 150 Jugendlichen unterschiedlicher Hautfarbe warfen Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und zündeten Autos an. Unter den zwölf Verletzten waren drei Polizisten.

Im September/Oktober 1985 kam es in den Farbigen-Slums von Birmingham, Liverpool und London zu einer Serie von Krawallen meist farbiger Jugendlicher. Überall gingen Häuser, Geschäfte und Autos in Flammen auf. Im Londoner Vorort Tottenham starb ein Polizist nach einem Messerstich, in Brixton wurde ein Fotograf tödlich verletzt. Auslöser der Krawalle in London war der Herztod einer aus der Karibik stammenden Frau, deren Wohnung in Tottenham nach Diebesgut durchsucht wurde. Eine andere Farbige war in Brixton versehentlich angeschossen worden. In Birmingham gab die Festnahme eines jungen schwarzen Verkehrsrowdys das Signal zu Krawallen.

Unruhen in anderen Städten

Im Juli 1981 waren in Liverpool, London und anderen Städten Unruhen ausgebrochen, die der Wut junger Schwarzer auf die Polizei zugeschieben wurden. Einer der Krawallschwerpunkte war der Londoner Stadtteil Brixton, wo Polizisten zuvor bei einer Razzia zahlreiche Wohnungen von schwarzen Bürgern durchsucht hatten.