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Gnassingbé ist Sieger in Togo: EU-Beobachter kritisieren Wahl als nicht transparent

In der westafrikanischen Republik Togo hat Amtsinhaber Faure Gnassingbé nach Angaben der nationalen Wahlkommission die Präsidentschaftswahl mit knapp 61 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen.

In der westafrikanischen Republik Togo hat Amtsinhaber Faure Gnassingbé nach Angaben der nationalen Wahlkommission die Präsidentschaftswahl mit knapp 61 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen. Der Vorsitzende des Gremiums, Issifou Taffa Tabiou, erklärte am späten Samstagabend in der Hauptstadt Lomé, Gnassingbé habe mehr als 1,24 Millionen Stimmen auf sich vereint. Sein stärkster Herausforderer, Jean-Pierre Fabre von der Oppositionspartei UFC, kam demnach mit gut 690.000 Stimmen auf knapp 34 Prozent. Auf Platz drei folgte weit abgeschlagen der frühere Regierungschef Yawovi Agboyibo mit knapp drei Prozent der Stimmen.

Insgesamt hatten sich sieben Kandidaten für die Präsidentschaft beworben. Die Wahlbeteiligung lag der Kommission zufolge bei 64,7 Prozent. Rund 3,2 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses waren in Lomé Sondereinheiten der Polizei aufgezogen. Mit Tränengas trieben sie am Nachmittag eine Demonstration der Opposition auseinander, an der sich auch Fabre beteiligt hatte. Sondereinsatzkräfte in Kampfuniformen errichteten Barrikaden an strategisch wichtigen Punkten. Die Lage in der Hauptstadt blieb in der Nacht zum Sonntag aber zunächst ruhig.

Nach dem Urnengang am Donnerstag hatten sowohl Gnassingbé als auch Fabre den Sieg für sich beansprucht. Gnassingbé war 2005 nach dem Tod seines Vaters Gnassingbé Eyadéma an die Macht gekommen, der das Land fast vier Jahrzehnte lang mit harter Hand geführt hatte. Nach seiner Wahl vor fünf Jahren waren Betrugsvorwürfe laut geworden. Bei gewaltsamen Protesten gegen das Ergebnis starben in der früheren deutschen Kolonie nach UN-Angaben zwischen 400 und 500 Menschen.

Wahlbeobachter der Europäischen Union kritisierten den Ablauf der Wahl vom Donnerstag als nicht transparent. In einer am Samstag veröffentlichten Erklärung hieß es, da es keine Möglichkeit zur Überprüfung der Stimmzettel gegeben habe, sei Misstrauen angebracht.

AFP / AFP
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