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+++ Griechenland-Ticker +++: Tsipras droht mit Rücktrittt

Die Krise in Griechenland spitzt sich zu. Sämtliche Banken im Land sind vorübergehend geschlossen, der IWF muss auf 1,6 Milliarden Euro verzichten und Alexis Tsipras akzeptiert nur einen Ausgang des Referendums. Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Alexis Tsipras ist auf dem Monitor eines Frankfurter Börsenhändlers zu sehen

Ein Börsenhändler in Frankfurt schaut auf die Kurse, während auf seinem Monitor der griechische Regierungschef Alexis Tsipras spricht

AFP

Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern schlittert Griechenland in eine der größten Krisen seiner Geschichte. Erstmals schließen im Euroland von heute an bis zum 6. Juli und damit bis nach der am 5. Juli geplanten Volksabstimmung alle Banken. Zudem wurden Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras rief die Bürger zur Ruhe auf und erklärte, die Bankguthaben der Griechen seien sicher. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit den Spitzen der im Bundestag vertretenen Parteien über die Zuspitzung der Krise beraten. 

Die Entwicklung im stern-Liveticker:

+++ 23.45 Uhr: Das war's für heute+++

Liebe Leserinnen und Leser,

Griechenland-Krise und kein Ende: eine Einigung zwischen Gläubigern und Griechenland wird immer unwahrscheinlicher. Was an diesem Montag alles passiert ist, können Sie hier noch einmal nachlesen. Ab Dienstag früh halten Sie die Kolleginnen und Kollegen wieder auf dem Laufenden.

Ihnen erst einmal eine gute Nacht - und träumen Sie nicht vom Grexit.

Ihre stern-Redaktion

+++ 23.12 Uhr: Erster EZB-Vertreter hält Grexit für möglich +++

Angesichts der gescheiterten Schuldengespräche mit Griechenland schließt EZB Direktoriumsmitglied Benoit Coeure ein Ausscheiden des Landes aus dem Euro nicht aus. Dies sei möglich, wenn auch nicht das, was die Europäische Zentralbank (EZB) wolle, sagt Coeure in einem Interview der französischen Zeitung "Les Echos". Es ist das bislang deutlichste Eingeständnis eines führenden EZB-Vertreters, dass der sogenannte Grexit möglich ist.

+++ 22.44 Uhr: Tsipras bestätigt Ausfall der Juni-Rate +++

Griechenland wird die am Dienstag fälligen Juni-Raten an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nicht zahlen. Das bestätigt Ministerpräsident Alexis Tsipras in einem Interview des griechischen Staatsfernsehens. Die Zahlung werde nicht erfolgen, wenn es nicht über Nacht noch eine Einigung mit den internationalen Gläubigern gebe.

+++ 22.19 Uhr: Tsipras macht sein Schicksal vom Referendum abhängig +++

Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras verbindet seine politische Zukunft mit dem Ausgang der Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs. Wenn bei dem Referendum über die Forderungen der internationalen Geldgeber am Sonntag ein "Ja" herauskomme, "bin ich nicht für alle Zeiten Ministerpräsident", sagt Tsipras in Athen in einem Interview des staatlichen Fernsehens. Details über das weitere Vorgehen nach der Abstimmung nannte er allerdings nicht. Er sagt lediglich: "Ziel der Volksabstimmung ist die Fortsetzung der Verhandlungen."

+++ 21.08 Uhr: Ratingagentur stuft Griechenland herab +++

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands nach der Ankündigung eines Referendums von CCC zu CCC- herabgestuft. Die US-Agentur erklärt, sie werte die Ankündigung des Referendums als "weiteren Hinweis, dass die Regierung Tsipras der Innenpolitik Priorität vor der finanziellen und wirtschaftlichen Stabilität, kommerziellen Schuldzahlungen und der Mitgliedschaft in der Eurozone geben wird".

+++ 20.41 Uhr: Schäuble bestätigt Zahlungsausfall +++

Griechenland wird die im Juni fällige Rate an den Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Angaben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht zahlen. Griechenland habe angekündigt, die Zahlung nicht zu leisten, damit entfalle jede künftige Zahlung durch den IWF, sagt Schäuble im ARD-"Brennpunkt".

+++ 20.16 Uhr: IWF-Gegner demonstrieren in Athen +++

Tausende Gegner des von den internationalen Geldgebern vorgeschlagenen Sparprogramms demonstrieren in Athen. Mit griechischen Fahnen und "Nein"-Plakaten protestieren sie vor dem Parlament im Zentrum der griechischen Hauptstadt.

+++ 19.56 Uhr: China drängt auf Einigung +++

China fordert die EU auf, sich für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone einzusetzen. Man dränge die Geldgeber, so schnell wie möglich eine Einigung mit der Regierung in Athen zu finden, sagt Regierungschef Li Keqiang beim EU-China-Gipfel in Brüssel. Die griechische Schuldenfrage sei kein rein europäisches Thema. Als Investor wolle China ein vereintes, prosperierendes Europa und einen starken Euro sehen. Der Frage, ob eine stärkere Unterstützung Griechenlands durch China denkbar sei, weicht Li aus.

+++ 19.36 Uhr: Schäuble rät zu Entschlossenheit +++

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält die Folgen für beherrschbar, wenn das aktuelle Hilfsprogramm für Griechenland in der Nacht zum Mittwoch ausläuft. Das werde ohne eine "dramatische, unkontrollierbare Zuspitzung" ablaufen, sagt Schäuble laut Teilnehmern in einer Sondersitzung der Unionsfraktion. Er sehe keine Gefahr für eine Ansteckung anderer Euro-Länder. Hätten die Geldgeber den Wünschen der griechischen Regierung einfach nachgegeben, hätte die Eurozone "jede Substanz" verloren. "Europa muss gelassen, klar und entschlossen bleiben", sagt Schäuble.

+++ 19.02 Uhr: Kauder hält Tür für Griechenland für offen +++

Unionsfraktionschef Volker Kauder schließt weitere Hilfen für Griechenland nach dem für Sonntag angesetzten Referendum nicht aus. "Wenn das Ergebnis der Volksbefragung vorliegt, werden wir abzuwarten haben, was Griechenland sich dann vorstellt", sagt der CDU-Politiker vor einer Sondersitzung der Unionsfraktion im Bundestag. Griechenland stehe es aber frei, sich nach dem Referendum am 5. Juli um ein neues Hilfspaket nach den Regeln des Euro-Rettungsschirms ESM zu bemühen.

 

"Auch dort gilt dann Leistung und Gegenleistung", betonte Kauder. Die Tür sei nicht zu. "Aber die Bedingungen für ein Hilfsprogramm haben sich nicht geändert." Die Regeln in Europa würden nicht durch eine Volksabstimmung in Griechenland entschieden. 

+++ 18.52 Uhr: Merkel für drittes Hilfspaket +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt vor der SPD-Fraktion nach Angaben eines Teilnehmers zu, sich für ein drittes Griechenland-Hilfspaket starkzumachen. Auf eine entsprechende Frage sagt sie nach Teilnehmerangaben, sie sei optimistisch, dafür auch eine Mehrheit in der Unions-Fraktion zu bekommen. Sie habe sich zudem offen gezeigt für Gespräche zur Erleichterung der griechischen Schuldenlast. Damit habe Merkel auf die Frage des früheren Finanzministers Peer Steinbrück (SPD) reagiert, wie ein Schuldenschnitt für Griechenland vermieden werden könne, sagen Teilnehmer der Sitzung der Nachrichtenagentur Reuters.

+++ 18.25 Uhr: Griechenland zahlt Rate nicht +++

Griechenland wird nach Angaben eines Regierungsvertreters die am Dienstag fällige IWF-Kreditrate von 1,6 Milliarden Euro nicht zahlen. Dies sagt ein Regierungsvertreter.

+++ 18.19 Uhr: Dieses Angebot schlug Tsipras aus +++

35 Milliarden Euro – soviel boten die Gläubiger laut einem Bericht von sueddeutsche.de Griechenland an. Doch der Deal, den Regierungschef Alexis Tsipras bekanntlich ablehnte, hatte einen großen Haken: Griechenland hätte das Geld wohl gar nicht abrufen können. Denn bei den 35 Milliarden Euro handelte es sich wohl um förderfähigen Zuschüsse, die Griechenland in den Jahren 2014 bis 2020 aus dem Strukturfördertopf der Europäischen Kommission abrufen kann – so wie alle anderen EU-Länder auch. Doch laut sueddeutsche.de fehlt Griechenland sogar das Geld, um den eigenen Pflichtanteil für die Fördergelder zu bezahlen. Insofern wäre das Geld wohl nicht ausgezahlt worden, selbst, wenn Tsipras das Angebot angenommen hätte.


+++ 17.23 Uhr: Hollande und Obama telefonieren +++

Frankreichs Präsident Francois Hollande telefoniert nach Angaben seines Amtes mit seinem US-Kollegen Barack Obama. Beide Staatschefs wollten sich darum bemühen, beim Neustart des Dialogs in der Griechenland-Krise zu helfen, heißt es.

+++ 16.37 Uhr: Dax hält stand +++

Nach einem heftigen Kursverlust von über vier Prozent zum Handelsbeginn hat sich der Deutsche Aktienindex (Dax) am Montag im Laufe des Tages etwas erholt. Gegen 16.30 Uhr notierte der deutsche Leitindex an der Börse in Frankfurt am Main mit rund 2,9 Prozent im Minus. Die jüngsten Entwicklungen in Griechenland setzen dem Dax damit nicht so schwer zu, wie von einigen Analysten zunächst befürchtet.

+++ 16.32 Uhr: Schulz empfiehlt den Griechen ein "Ja" +++

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) wirbt für ein "Ja" der Griechen bei dem Referendum über das Reformpaket. "Ich kann nur empfehlen, dass das griechische Volk mit Ja stimmt", sagt Schulz. Er werde alles tun und erwäge auch eine Reise nach Griechenland, um die Griechen davon zu überzeugen, in der Euro-Zone zu bleiben. Schulz sagt, der Vorschlag der Geldgeber sei "eine gute Grundlage für eine gute, gemeinsame Zukunft in der Eurozone."

Der Parlamentspräsident fordert im Namen der Vorsitzenden aller Fraktionen im EU-Parlament die EU-Staaten auf, bis morgen abend - also dem Auslaufen des Hilfsprogramms - eine Vereinbarung mit Griechenland zu finden. Das Ziel müsse sein, "dass es eine Brücke gibt zwischen dem morgigen Abend und dem Sonntagabend, wenn das Ergebnis des Referendums feststeht." Einen konkreten Plan dafür habe er nicht.

Schulz bestätigt, dass Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras ihn in einem Telefonat gebeten habe, sich für eine Verlängerung des Rettungsprogramms einzusetzen. "Ich habe ihm gesagt, dass dies außerhalb der Kompetenz des Europäischen Parlaments liegt und habe empfohlen, dass er an den Verhandlungstisch zurückkommt", sagt Schulz.


+++ 15.50 Uhr: Merkel: "Kein griechischer Wille zum Kompromiss" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der griechischen Regierung fehlende Bereitschaft zum Kompromiss vorgeworfen. "Man muss einfach konstatieren, dass der Wille zum Kompromiss auf der griechischen Seite nicht da war", sagte Merkel in Berlin nach einem Gespräch mit den Partei- und Fraktionschefs der im Bundestag vertretenen Parteien. Sie bot Griechenland aber auch weitere Unterstützung und neue Gespräche an. Merkel bekräftigte, die europäischen Partner hätten Griechenland "ein außerordentlich großzügiges Programm" vorgeschlagen. Durch die griechische Entscheidung, ein Referendum anzusetzen, hätten diese Verhandlungen nicht zu Ende geführt werden können. Anders als noch vor einigen Jahren sei Europa aber heute besser gerüstet, "mit einer solchen krisenhaften Situation umzugehen".

+++ 15.42 Uhr: Die Grünen fordern Sondergipfel zu Griechenland +++

Der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter fordert unverzüglich einen Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs. Die Gefahr für den Euro und das Projekt Europa sei größer, als sie vielen erscheine, sagt er. Währenddessen sieht Linken-Fraktionschef Gregor Gysi eine Pflicht, den Euro und Europäische Union zu retten. Es wäre verheerend, wenn sie gefährdet würden. Benötigt werde nun eine Alternative zur Sparpolitik.

+++ 15.29 Uhr: Gabriel: "Euro scheitert nicht am griechischen Referendum" +++

Der Euro wird nach Darstellung von Vize-Kanzler Sigmar Gabriel nicht am griechischen Referendum scheitern. Letztlich handle es sich bei dem Referendum zu der Frage "Ja oder Nein" zur Euro-Zone.

+++ 15.22 Uhr: Banken in Griechenland könnten Donnerstag wieder öffnen +++

Die Banken in Griechenland könnten bereits am Donnerstag wieder öffnen und damit früher als bisher geplant, sagt ein Vertreter der Regierung in Athen. Rund 850 Bankfilialen würden in dem Fall für die Auszahlung von Renten und Pensionen öffnen.

+++ 15.19 Uhr: Bundestag debattiert am Mittwoch über Griechenland +++

Der Bundestag debattiert am Mittwoch über die Lage in Griechenland. Das kündigt Bundeskanzlerin Angela Merkel nach einer Unterrichtung der Partei- und Fraktionschefs der Bundestagsparteien an.

+++ 14.26 Uhr: Athen zahlt Gebühr an EFSF +++

Griechenland hat eine Gebühr in Höhe von 50.000 Euro beim EFSF nach Angaben eines Sprechers des Euro-Rettungsfonds fristgerecht gezahlt. Wäre die Zahlung nicht erfolgt, hätte der EFSF - der größte Gläubiger des Landes - einen Zahlungsausfall feststellen müssen.

+++ 14.15 Uhr: Tsipras bittet Schulz und Juncker um Hilfe +++

Alexis Tsipras bemüht sich bei der EU um eine kurzfristige Verlängerung des Hilfsprogramms. Der Ministerpräsident habe dazu EU-Kommissionschef Juncker um Unterstützung gebeten, erklärt ein Regierungsvertreter aus Athen. Es gehe um "ein paar Tage" Aufschub, um die Liquidität des griechischen Bankensystems im Vorfeld des geplanten Referendums über die Reformvorschläge der internationalen Gläubiger wiederherzustellen. Tsipras habe außerdem mit dem Chef des Europaparlaments, Martin Schulz, gesprochen und um Unterstützung des Parlaments gebeten.

+++ 13.47 Uhr: Merkel berät mit Partei- und Fraktionschefs +++

Die Spitzen der Bundestagsparteien sind im Kanzleramt zusammengekommen, um über die Krise zu beraten. Kanzlerin Merkel will sie über die Zuspitzung der Krise und die Konsequenzen unterrichten.

Nach dem Gespräch wollen Merkel sowie SPD-Chef Gabriel in einer Pressekonferenz Auskunft über die Beratungen geben. Am Nachmittag treffen sich dann die Abgeordneten der Bundestagsfraktionen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken zu Sondersitzungen. Auch hier soll es um die Zuspitzung der Schuldenkrise gehen.

+++ 13.40 Uhr: Strom soll weiter fließen +++

Die Stromversorgung in Griechenland ist laut dem staatlichen Energieversorger PPC sichergestellt. Man könne alle finanziellen Verpflichtungen erfüllen, teilt das Unternehmen mit.

+++ 13.07 Uhr: Juncker fühlt sich von Athen verraten +++

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker äußert scharfe Kritik an der Regierung in Athen. Deren Vorschläge seien oft zu spät oder heillos ungelenk gewesen, sagt er in Brüssel. Das vorgeschlagene Sparpaket sei nicht dumm, sondern zeige einen klaren Weg voran. Er fühle sich nach all seinen Versuchen, eine Lösung zu finden, "verraten", so Juncker. Die Verhandlungen seien "einseitig" durch Griechenland abgebrochen worden. "Wir haben wirklich Berge versetzt bis zur letzten Minute, als die griechische Regierung die Tür geschlossen hat."

+++ 12.37 Uhr: Deutsche Reiseanbieter sehen keine Probleme +++

Die Krise lässt deutsche Touristen auch nach der jüngsten Eskalation weitgehend unbeeindruckt. Die bei ihnen gebuchten Pauschalreisen seien nicht beeinträchtigt, teilen Marktführer TUI und Thomas Cook mit. TUI rechnet nach Angaben eines Sprechers unverändert damit, 2015 die Buchungszahlen des Rekordjahrs 2014 zu übertreffen. "Griechenland zählt jetzt im Sommer weiterhin zu den am stärksten gebuchten Zielen", erklärt auch der Anbieter DER Touristik.

Bei der Bargeldversorgung von Urlaubern vor Ort gebe es zumindest formal keine Beeinträchtigung, versichert ein Thomas-Cook-Sprecher. "An Geldautomaten können ausländische Gäste im Rahmen ihres normalen Limits abheben." Gleichwohl raten die Veranstalter Feriengästen, etwas mehr Bargeld mitzunehmen als sonst und sich bei Einkäufen vor Ort auf Kartenzahlung einzustellen.

+++ 12.35 Uhr: Merkel bekräftigt "Scheitert Euro, scheitert Europa" +++

Kanzlerin Merkel sieht im Euro mehr als nur eine Währung. Er sei ein großartiges Projekt. Scheitere der Euro, scheitere Europa, bekräftigt sie auf einer CDU-Veranstaltung in Berlin. Solidarität und Eigenverantwortung seien im Miteinander der Euroländer "zwei Seiten einer Medaille", so Merkel. "In diesem Spannungsfeld müssen wir bei jeder Herausforderung Kompromisse finden. Wenn diese Fähigkeit zum Finden von Kompromissen verloren geht, ist auch Europa verloren."

+++ 12.32 Uhr: Dax bleibt im Minus +++

Die Frankfurter Börse steht weiter unter Druck: Der Dax hatte am Mittag 3,35 Prozent verloren bei 11.107 Punkten nach einem maximalen Rückschlag um 4,5 Prozent auf 10.964 Punkte.

+++ 12.25 Uhr: Moskau in Sorge +++

Das russische Präsidialamt zeigt sich besorgt wegen möglicher negativer Auswirkungen der Krise auf die EU. Die Regierung in Moskau verfolge die Entwicklung sehr genau, sagt ein Sprecher.

+++ 12.23 Uhr: AFD-Chef Lucke fordert Merkels Rücktritt

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Die Bundesregierung muss aus Sicht von AfD-Chef Bernd Lucke als Konsequenz aus der Schuldenkrise zurücktreten. Die Euro-Rettungspolitik von Kanzlerin Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble sei gescheitert, sagt Lucke in Berlin. Der Staatsbankrott Griechenlands sei so gut wie unvermeidlich. Als Folge drohten Deutschland Verluste in zweistelliger Milliardenhöhe. "Die Verantwortung dafür tragen allein Frau Merkel und Herr Schäuble." Richtig wäre es, wenn die Bundesregierung nun Neuwahlen ausriefe.

+++ 12.18 Uhr: EX-EZB-Präsident warnt vor Grexit +++

Der ehemalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet warnt erneut vor einem Ausschluss Griechenlands aus dem Euroraum. "Der Grexit ist keine Option. Es wäre eine katastrophale Entscheidung der Griechen selbst", sagt Trichet dem "International Bankers Forum". Die griechische Regierung müsse einen glaubwürdigen Plan haben. "Ohne einen Plan, der für die Europäer, die internationale Gemeinschaft und die Griechen gleichermaßen glaubwürdig ist, wird es keine Lösung geben", so der Franzose, der bis Ende Oktober 2011 an der Spitze der Europäischen Zentralbank stand. "Die EZB kann nicht Parlamente, Regierungen und andere Partner ersetzen und sollte es auch gar nicht."

+++ 12.14 Uhr: Grüne wollen Sondersitzung des Bundestages +++

Wegen der Eskalation der Krise wollen die Grünen den Bundestag zu einer Sondersitzung einberufen. Eine solche Sitzung werde für Dienstag beantragt, teilt eine Fraktionssprecherin in Berlin mit. Die anderen Fraktionen ließen zunächst offen, ob sie die Einberufung des Plenums für Dienstag unterstützen wollen.

+++ 12.10 Uhr: Landliebe-Konzern stockt Vorräte in Griechenland auf +++

Die niederländische Landliebe-Mutter FrieslandCampino stockt in Erwartung von Hamsterkäufen ihre Vorräte in Griechenland auf. Die Bestände von Kondensmilch und Babynahrung seien erhöht worden, teilt ein Sprecher des Molkereikonzerns mit.

+++ 11.55 Uhr: Merkel weiter zu Gesprächen mit Tsipras bereit +++

Kanzlerin Merkel zeigt sich für weitere Verhandlungen mit Athen offen. "Selbstverständlich steht sie auch weiterhin für Gespräche mit Ministerpräsident Tsipras zur Verfügung, wenn er das denn möchte", erklärt Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Kanzlerin habe am Wochenende im engen Kontakt mit zahlreichen internationalen Partnern sowie Mitgliedern der Bundesregierung und der Koalition gestanden.

Der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Martin Jäger, betont, die Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland böten für die Bundesbürger keinen Anlass zur Beunruhigung. "Das wird für den deutschen Bürger und Sparer keine Auswirkungen haben." Im Falle von derlei Kontrollen in Zypern habe es auch keine entsprechenden Effekte gegeben. Auch sorge sich Minister Wolfgang Schäuble wegen der Krise nicht um die "schwarze Null" im Bundeshaushalt.

+++ 11.52 Uhr: Madrid hält Einigung mit Athen noch für möglich +++

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos schließt nicht aus, dass  Griechenland und seine Kreditgeber bis Dienstagabend doch noch eine Einigung erzielen. Dem spanischen Rundfunksender RNE sagt de Guindos, das zweite Kreditprogramm laufe am Dienstag um Mitternacht aus. Bis dahin könnten noch Verhandlungen geführt werden. Die Zuspitzung der Krise bereitet ihm keine Ansteckungssorgen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone sei "sehr gut vorbereitet" und vor einer Ansteckung geschützt, versicherte Guindos.

+++ 11.47 Uhr: BDI nimmt Grexit-Gefahr gelassen +++

Eine Ansteckungsgefahr durch die Turbulenzen in Griechenland befürchtet die deutsche Industrie nicht. "Der Grexit wäre ein riesiges Problem für die griechische Wirtschaft, die sehr stark von Importen abhängig ist", sagt der Präsident des Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo. "Für die deutsche Industrie wären die unmittelbaren Folgen eines Austritts der Griechen aus der Währungszone aufgrund des vergleichsweise geringen Handelsvolumens beschränkt." Schwer zu kalkulieren seien allerdings die indirekten Folgen - etwa für die anderen Länder der Eurozone, die Finanzmärkte und die Konjunkturerwartungen in Europa.

+++ 11.37 Uhr: Nahverkehr soll vorübergehend kostenfrei sein +++

Offenbar als Reaktion auf einen jüngsten Ansturm auf die Tankstellen hat kündigt Griechenlands Regierung eine kostenfreie Nutzung des Nahverkehrs in Athen und Umgebung an. Die Maßnahme solle ab ihrer offiziellen Verkündung - voraussichtlich am Dienstag - bis zur Wiedereröffnung der Banken am 7. Juli gelten, sagt Verkehrsminister Christos Spirtzis im Fernsehsender Mega. Sie betreffe die U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen in der Hauptstadt und ihrer Umgebung.

Am Wochenende hatte es aus Angst vor Engpässen einen wahren Ansturm auf die Tankstellen in Griechenland gegeben. Nach Angaben von deren Verband lag der Benzinabsatz um rund ein Fünftel über demjenigen vom vorigen Wochenende. Das Wirtschaftsministerium versicherte in einer Erklärung, dass es auf dem Treibstoffmarkt keine Probleme gebe. Die Industrie gab an, dass Reserven für mehrere Monate vorhanden seien.

+++ 11.22 Uhr: Merkel sieht Athen am Zug +++

Nach Ansicht von Kanzlerin Merkel ist Griechenland an der Reihe, um einen Ausweg aus der Krise zu finden. Man könne in der Krise nur von Tag zu Tag entscheiden, erklärt sie im CDU-Präsidium laut Teilnehmern der Sitzung.

+++ 11.21 Uhr: Bundestag könnte rasch über Hilfe entscheiden +++

Falls es doch noch eine Einigung über Finanzhilfen für Griechenland gäbe, könnte in Deutschland ohne Zeitverzug darüber beraten werden. Sollte ein entsprechender Antrag des Bundesfinanzministeriums in den Bundestag eingebracht werden, werde dieser unverzüglich elektronisch an die Abgeordneten weitergeleitet, teilt ein Parlamentssprecher in Berlin mit.

"Rechtlich und auch technisch ist eine Beratung und Abstimmung in einer vom Präsidenten des Bundestages einberufenen Plenarsitzung jederzeit möglich, da für Anträge keine Beratungsfristen gelten." Nach der Parlamentspraxis bestünde für die Abgeordneten und Fraktionen zuvor Gelegenheit, einen solchen Antrag zu beraten.

+++ 10.48 Uhr: EZB-Ratsmitglied sieht Basis für weitere Gespräche +++

Österreichs Notenbankchef Ewald Nowotny geht davon aus, dass die Mehrheit der Griechen in der Eurozone bleiben will. Dies könnte eine Basis für weitere Gespräche sein, sagt das EZB-Ratsmitglied.

+++ 10.36 Uhr: Merkel und Gabriel kündigen Stellungnahme an +++

Bundeskanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wollen sich ab etwa 14.30 Uhr in Berlin zur Krise äußern. Dann würden sie die Presse gemeinsam unterrichten, erklärt das Bundeskanzleramt.

+++ 10.29 Uhr: Hollande will weitere Gespräche +++

Frankreichs Präsident François Hollande hofft nach eigenen Worten auf eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Griechenland. Eine Einigung sei noch immer möglich. Die Entscheidung liege bei der Regierung in Athen. Er bedauere, dass diese die Verhandlungen unterbrochen habe.

+++ 10.16 Uhr: "Chaos sieht anders aus" +++

Der Präsident des Handelsverbandes BGA, Anton Börner, sieht wegen der unter Druck stehenden Aktienmärkte keinen Anlass zu großer Sorge. Er habe an den Börsen Rückgänge bis zu 15 Prozent befürchtet, sagt er. "Ein Chaos sieht anders aus".

+++ 09.55 Uhr: Cameron rechnet nach "Nein" mit Grexit +++

Großbritanniens Premierminister David Cameron hält einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone bei einem "Nein" bei der Volksabstimmung für schwierig. Aber dies müssten die griechischen Bürger entscheiden, sagt Cameron.

+++ 09.37 Uhr: EZB-Ratsmitglied nennt Lage "sehr dramatisch" +++

EZB-Ratsmitglied Ewald Nowotny ist wegen der Krise ernsthaft besorgt: "Wenn die Banken und auch die Börse eine Woche geschlossen werden, ist das eine sehr dramatische Situation", sagt Nowotny am Rande einer Veranstaltung in Wien. "Man kann nur hoffen, dass es nach der Volksabstimmung zu einer vernünftigen Lösung kommt." Sollten die Griechen dabei mit "Nein" stimmen seien "die Möglichkeiten für weitere konstruktive Wege sehr gering."

Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling erklärt, die Euro-Finanzminister seien weiter verhandlungsbereit - "jeden Tag und jede Stunde". "Wir sind für jede Lösung zu haben, wir wollen Griechenland im Euro und in der EU halten." Das Mittelmeerland habe jedoch von sich aus den Verhandlungstisch verlassen.

+++ 09.29 Uhr: Spanien spürt Grexit-Gefahr am Kapitalmarkt +++

Die Kapitalmärkte reagieren auf die Gefahr einer Griechenlandpleite. Die Renditen spanischer Anleihen steigen. Zugleich weitet sich der Abstand zwischen den Renditen der deutschen und spanischen Papiere mit zehn Jahren Laufzeit auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr aus.

+++ 09.27 Uhr: Athens Börse bleibt bis 7. Juli dicht +++

Neben den griechischen Banken bleibt auch die Börse in Athen in den kommenden Tagen geschlossen. Der Handelsplatz werde bis mindestens Dienstag kommender Woche nicht öffnen, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

+++ 09.05 Uhr: Dax bricht ein +++

Das Scheitern der Verhandlungen mit Athen verschreckt deutsche Aktienanleger. Ihre Furcht vor einer bevorstehenden Pleite Griechenlands drückt den Dax zur Eröffnung 3,7 Prozent ins Minus auf 11.070 Punkte. 

+++ 08.41 Uhr: Heute doch keine neuen EU-Vorschläge +++

Die EU-Kommission wird heute keine neuen Griechenland-Vorschläge vorlegen. Dies kündigt eine Sprecherin der Kommission an. EU-Kommissar Pierre Moscovici hatte zuvor erklärt, Kommissionschef Jean-Claude Juncker werde am Montag neue Vorschläge vorlegen.

+++ 08.32 Uhr: Paris hält neue Hilfen für möglich +++

Der französische Finanzminister Michel Sapin schließt weitere Hilfen für Griechenland nicht aus. Die Verhandlungen könnten jederzeit wiederaufgenommen werden.

+++ 08.31 Uhr: Grexit laut Syriza keine Option +++

Für Griechenland steht nach Einschätzung eines Vorstandsmitglieds der Regierungspartei Syriza ein Grexit nach wie vor nicht zur Debatte. "Ein Ausstieg aus der Eurozone war für die griechische Regierung nie eine Option und ist auch jetzt keine Option", sagt Giorgos Chondros der ARD. Das gelte auch ungeachtet des Ergebnisses der Volksbefragung am Sonntag.

Sein Land befinde sich in einer "außerordentlichen Situation", so Chondros. Die EZB und die Geldgeber seines Landes seien dafür verantwortlich, dass nun Maßnahmen getroffen werden mussten, um den Kapitalabfluss einzudämmen. "Wir können nicht verstehen, warum die Eurozone ... uns ganz einfach nicht die Möglichkeit gibt, in Ruhe eine demokratische Entscheidung zu treffen."

+++ 08.12 Uhr: EU billigt Kapitalverkehrskontrollen +++

Die EU-Kommission stellt sich hinter die von Athen beschlossenen Kapitalverkehrskontrollen. Gleichzeitig fordert sie das Land auf, so schnell wie möglich wieder einen freien Kapitalverkehr zuzulassen

+++ 08.04 Uhr: EU-Kommissar hofft noch auf Einigung +++

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici hält eine Einigung mit Athen weiterhin für möglich. Die internationalen Gläubiger und Griechenland seien "nur einige wenige Zentimeter" von einer Vereinbarung entfernt, sagt der Franzose im Radio. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker werde mittags Vorschläge für das weitere Vorgehen präsentieren.

+++ 08.00 Uhr: Krise drückt auf Ölpreise +++

Der Verhandlungsabbruch zwischen Griechenland und seinen Geldgebern lastet auch auf den Ölpreisen. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August zuletzt 62,49 US-Dollar. Das waren 77 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 89 Cent auf 58,74 Dollar. Anleger mieden in Phasen hoher Unsicherheit riskantere Anlageformen, kommentieren Händler die Entwicklung. Zuletzt waren viele Finanzinvestoren am Ölmarkt aktiv. Zudem macht der gestiegene Dollarkurs Rohöl für Anleger aus der Eurozone teurer.

+++ 07.57 Uhr: Linke gibt Merkel Mitschuld +++

Die Linkspartei gibt Kanzlerin Merkel eine Mitschuld an der dramatischen Lage. Sollte Griechenland aus der Eurozone ausscheiden, werde Merkel "als die Kanzlerin in die Geschichtsbücher eingehen, unter der womöglich der Anfang vom Ende der Eurozone begonnen hat", sagt Parteichefin Katja Kipping im ARD-"Morgenmagazin". Sie wolle beim Treffen der Partei- und Fraktionschef mit der Kanzlerin am Nachmittag "die Möglichkeit nutzen, noch einmal deutlich zu machen, was das geopolitisch bedeutet für die Währung".

+++ 07.40 Uhr: Ökonom erwartet Ja zu Gläubiger-Forderungen +++

Die Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger werde nicht mit einer Ablehnung enden, hofft Johannes Mayr, Ökonom der BayernLB. "Weder der Grexit noch die Staatspleite sind zwingend. Es hängt sehr davon ab, wie das Referendum ausgeht. Wenn es zu einer Ablehnung kommt, wäre Griechenland auf schiefer Ebene unterwegs in Richtung Euro-Abschied. Wir rechnen aber mit einer knappen Zustimmung und einem zügigen neuen Hilfsprogramm, sagt Mayr. 

+++ 05.25 Uhr: Krise belastet Asien- und Pazifik-Börsen +++

Sorgen um eine mögliche Staatspleite Griechenlands ziehen die Börsen in Asien und der Pazifikregion zum Wochenstart ins Minus. In Japan verlor der Nikkei-Index zur Handelsmitte 368 Punkte oder 1,78 Prozent auf den Zwischenstand von 20.337 Zählern. Zu Handelsbeginn hatte er zeitweise 2,14 Prozent nachgegeben. In Sydney sackte der S&P/ASX 200-Index ebenfalls zeitweise um zwei Prozent ab. Das entsprach einem Verlust von rund 35 Milliarden australischen Dollar im australischen Aktienmarkt (gut 24 Milliarden Euro). Im Stadtstaat Singapur büßte der Straits Times-Index mehr als ein Prozent ein. Der Aktienmarkt lag am Vormittag bei rund 3280 Punkten. Er war schon vergangene Woche wegen der Griechenland-Sorgen unter Druck.

+++ 02.40 Uhr: Griechische Banken bleiben bis 6. Juli dicht +++

Jetzt ist es offiziell: Angesichts der akuten Schuldenkrise bleiben die Banken in Griechenland bis zum 6. Juli geschlossen. Das wurde in einer jetzt in Athen veröffentlichten amtlichen Mitteilung festgelegt. Die täglichen Barabhebungen an Geldautomaten werden demnach für Griechen auf 60 Euro pro Tag beschränkt.

+++ 01:51 Uhr: Ausländer dürfen weiter unbegrenzt Geld abheben +++

Trotz der ab Montag geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollen ausländische Besucher weiter unbegrenzt Geld an Automaten abheben können. Die Einschränkungen würden nicht für Besucher aus dem Ausland gelten, wenn diese "mit einer in ihrem Herkunftsland ausgestellten Kreditkarte Transaktionen und Abhebungen" vornehmen wollten, teilt die Regierung in Athen mit. Regierungschef Alexis Tsipras hatte am Sonntagabend angekündigt, dass angesichts der akuten Schuldenkrise des Landes die Banken in Griechenland am Montag vorerst geschlossen blieben und der griechische Bankensektor durch Kapitalverkehrskontrollen geschützt werde.

+++ 00.40 Uhr: Bundesbankchef votierte gegen Notkredite +++

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat einem Zeitungsbericht zufolge gegen den EZB-Beschluss gestimmt, die Notfallkredite für griechische Geldhäuser vorerst aufrecht zu erhalten. Es habe zwar eine große Mehrheit im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) gegeben, berichtet "Die Welt" und beruft sich dabei auf Notenbankkreise. Neben dem griechischen Zentralbankchef Yannis Stournaras habe aber Weidmann seine Zustimmung verweigert. Ein Bundesbank-Sprecher wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu dem Bericht äußern.

 Weidmann gilt seit Längerem als scharfer Gegner der Notfallkredite. Er kritisiert, dass Hellas-Institute mit den Geldern immer wieder griechische Staatspapiere mit kurzen Laufzeiten - sogenannte T-Bills - kaufen, wenn Vorgängerbonds fällig werden. Weidmann zufolge ist damit die Grenze zur verbotenen Staatsfinanzierung erreicht.

+++ 00.16 Uhr Euro fällt im asiatischen Handel +++

Angesichts Griechenlands akuter Schuldenkrise ist der Wert des Euro im asiatischen Handel unter die Marke von 1,10 Dollar gefallen. In Tokio wurde die Gemeinschaftswährung am Morgen (Ortszeit) mit 1,0969 Dollar gehandelt. Am Freitag war der Euro in New York noch mit 1,1160 Dollar gehandelt worden.

+++ 00.10 Uhr: Mazedoniens Banken sollen alle Gelder aus Griechenland abziehen +++

Mazedonien weist die Banken des Landes an, ihre gesamten Einlagen bei griechischen Geldhäusern abzuziehen. Zudem werden "vorbeugende Maßnahmen" beschlossen, die den Abfluss von Geldern Richtung Griechenland eindämmen sollen. Die Schritte seien nur vorübergehend, teilt die Zentralbank in Skopje mit. Es gehe darum, einen möglicherweise signifikanten Geldabfluss zu verhindern, der in Mazedonien zu Problemen im Finanzsektor führen könne.

Der Schritt Mazedoniens ist das erste konkrete Anzeichen dafür, dass sich ein Land gegen eine Ansteckung durch mögliche griechische Finanzmarkturbulenzen zu schützen sucht. Die internationalen Geldgeber haben das Hilfsprogramm für Athen nicht mehr verlängert. Griechenland hat deshalb ab heute Einschränkungen für den freien Kapitalverkehr verhängt, die Banken des Landes bleiben zunächst geschlossen.

mad / DPA / Reuters / AFP