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US-Wahl 2020 "Inkompetent" und "herzlos": Harris und Obama greifen Trump scharf an

Sehen Sie im Video: Obama attackiert Trump– "Präsidentschaft nur eine weitere Reality-Show"




Beim Parteitag der US-Demokraten hat der frühere Präsident Barack Obama seine Unterstützung für Präsidentschaftskandidaten Joe Biden ausgesprochen und deutliche Worte für den amtierenden Präsidenten Donald Trump gefunden: "Seit fast vier Jahren zeigt er kein Interesse daran, sich in die Arbeit einzubringen; kein Interesse daran, Gemeinsamkeiten zu finden; kein Interesse daran, die überwältigende Macht seines Amtes zu nutzen, um irgendjemandem außer sich selbst und seinen Freunden zu helfen; kein Interesse daran, die Präsidentschaft als etwas anderes als eine weitere Reality-Show zu behandeln, mit der er die Aufmerksamkeit bekommen kann, nach der er sich sehnt. Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann. Und die Folgen dieses Versagens sind schwerwiegend. 170.000 Amerikaner sind tot. Millionen von Arbeitsplätzen weg, während die an der Spitze mehr denn je einnehmen. Unsere schlimmsten Triebe wurden entfesselt, unser stolzes Ansehen in der Welt ist stark geschwunden, und unsere demokratischen Institutionen sind bedroht wie nie zuvor." Obama rief während seiner Rede die US-Bürger mehrfach eindringlich auf, bei der Wahl im November ihre Stimme abzugeben.
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Die US-Demokraten haben Kamala Harris als Vizekandidatin für die Präsidentschaftswahl nominiert. In ihren Reden warfen sie und zuvor Barack Obama Amtsinhaber Donald Trump Versagen vor. Und auch ein junger Popstar trat vor die Kameras.

Die oppositionelle US-Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris und der frühere US-Präsident Barack Obama sind auf dem virtuellen Parteitag der Demokraten hart mit Amtsinhaber Donald Trump ins Gericht gegangen. "Donald Trumps Führungsversagen hat Leben und Existenzen gekostet", sagte Harris am Mittwochabend (Ortszeit) in ihrer Nominierungsrede. Obama bezeichnete Trump als Gefahr für die Demokratie - und warb für seinen einstigen Stellvertreter Joe Biden, der den Amtsinhaber am 3. November ablösen will.

Harris und Obama werfen Trump Unfähigkeit vor

"Wir befinden uns an einem Wendepunkt", sagte Harris in ihrer Rede, die sie in Bidens Heimatstadt Wilmington im Bundesstaat Delaware hielt. Sie warf Trump "Inkompetenz" und "Herzlosigkeit" vor. "Wir haben jetzt einen Präsidenten, der aus unseren Tragödien politische Waffen macht", sagte die Senatorin mit jamaikanisch-indischen Wurzeln. Biden werde dagegen "ein Präsident, der uns alle zusammenbringen wird".

Die 55-Jährige bekräftigte die Werte "Anstand und Fairness, Gerechtigkeit und Liebe" und kündigte einen entschlossenen Wahlkampf an: "Bei dieser Wahl haben wir die Chance, den Gang der Geschichte zu verändern", sagte Harris. "Lasst uns mit Überzeugung kämpfen. Lasst uns mit Hoffnung kämpfen. Lasst uns mit Vertrauen in uns kämpfen." Bei einem Wahlsieg würde Harris Geschichte schreiben - als erste Frau und erste Afroamerikanerin würde sie Vizepräsidentin der USA.

Vor Harris hatte Obama seine Parteitagsrede gehalten. "Ich hatte gehofft, dass Donald Trump zum Wohle unseres Landes Interesse daran zeigen könnte, den Job ernst zu nehmen; dass er das Gewicht des Amtes spüren und Ehrfurcht für die Demokratie entdecken könnte, die in seine Obhut gelegt wurde", sagte der erste schwarze Präsident der US-Geschichte. "Aber das hat er nie."

Der Republikaner behandle die Präsidentschaft "wie eine weitere Reality-Show, die er nutzen kann, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, nach der er sich sehnt", kritisierte Obama. "Donald Trump ist nicht in den Job hineingewachsen, weil er es nicht kann." Das habe ernsthafte Konsequenzen: In der Corona-Pandemie seien in den USA 170.000 Menschen gestorben, Millionen Menschen hätten ihren Job verloren, der Ruf der USA habe weltweit Schaden genommen, und "unsere demokratischen Institutionen sind bedroht wie nie zuvor".

"Heute Abend rufe ich euch auf, an die Fähigkeit von Joe und Kamala zu glauben, diese Land aus dunklen Zeiten zu führen und besser neu aufzubauen", sagte Obama.

Die frühere Außenministerin Hillary Clinton, die Trump bei der Präsidentschaftswahl 2016 unterlegen war, warnte am Mittwoch, eine große Wählermobilisierung sei von zentraler Bedeutung. Dies dürfe keine weitere Wahl des "hätte, hätte können, hätte sollen" werden.

Der 77-Jährige Biden wird seine Nominierungsrede am Donnerstagabend (Ortszeit) zum Abschluss des viertägigen Parteitags halten. In den Umfragen liegt er derzeit vor dem drei Jahre jüngeren Präsidenten. Die Demokraten müssen aber viele Wähler mobilisieren, wollen sie Trump aus dem Weißen Haus verdrängen, vor allem in den heiß umkämpften Schlüsselstaaten.

Popstar Billie Eilish ruft zur Abwahl von Trump auf

Am dritten Tag des wegen des Coronavirus überwiegend virtuell abgehaltenen Parteitags ging es inhaltlich um Themen wie Schusswaffengewalt, die Erderwärmung, Migration, Frauenrechte und den Kampf gegen die durch die Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise. Neben Politikern kamen erneut zahlreiche Bürger zu Wort: Opfer von Schusswaffengewalt, Einwanderer und Klimaschutzaktivisten.

Popstar Billie Eilish sang ihren neuen Song "My Future" und appellierte an alle, zur Wahl zur gehen. "Wir müssen alle wählen gehen, als ob unsere Leben und die Welt davon abhingen - weil sie es tun." Die 18-Jährige warnte: "Donald Trump zerstört unser Land und alles, was uns wichtig ist". Das Land brauche Anführer, die Probleme wie den Klimawandel und Covid lösten und sie nicht leugneten. "Anführer, die systemischen Rassismus und Ungleichheit bekämpfen."

Eilish fügte hinzu: "Das beginnt damit, gegen Donald Trump und für Joe Biden zu stimmen. Schweigen ist keine Option, und wir können das nicht aussitzen."

mad / Olivier Douliery AFP DPA

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