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Versöhnliche Geste: Mexiko bietet Texas nach "Harvey" Fluthilfe an, die USA zögern

Die USA kämpfen noch immer mit den Folgen des Tropensturms "Harvey". Unterstützung könnte aus dem Süden kommen: Nachbar Mexiko hat Nothilfe angeboten. Die Naturkatastrophe rückt den Streit beider Länder in den Hintergrund. 

Nach Hurricane Harvey: Freiwillige bringen Hilfsgüter zu den Opfern der Überschwemmung in Texas

Nach Hurricane Harvey: Freiwillige bringen Hilfsgüter zu den Opfern der Überschwemmung in Texas

Mit Hurricane "Harvey" prallte ein Jahrhundertsturm auf die texanische Küste. Unmengen an Regen führten zu schweren Überschwemmungen in dem US-Bundesstaat, die Beseitigung der Sturmschäden sowie der Wiederaufbau werden Milliarden kosten. Doch auch in dieser schweren Zeit gibt es für die Menschen vor Ort kleine Lichtblicke: Die Betroffenen halten zusammen, zahlreiche freiwillige Helfer engagieren sich, indem sie beispielsweise Hilfsgüter verteilen. 

Nachbarschaftshilfe nach Tropensturm

Und weitere Unterstützung ist angekündigt: Mexiko hat den USA Nothilfe angeboten. Bereits am Mittwoch könnten Nahrungsmittel wie Reis und Schokolade, aber auch 300 Betten, mobile Küchen und Generatoren über die Grenze transportiert werden, berichtet CNN. Carlos Manuel Sada, Untersektretär für Nordamerika-Beziehungen, kündigte gegenüber dem US-Sender außerdem an, dass sein Land Sanitäter, Ärzte und Rettungsteams in die vom Tropensturm betroffenen Gebiete schicken wolle. Neben Texas könne auch Louisiana von den Hilfen profitieren. Ein Team des mexikanischen Roten Kreuz befindet sich bereits seit Freitag in Houston.

Angesichts der Spannungen zwischen den USA und Mexiko ist dieses Angebot eine versöhnliche Geste. Die mexikanische Regierung verwies in einer offiziellen Stellungnahme darauf, dass man gern Hilfe bereitstelle, "so wie es gute Nachbarn in schwierigen Zeiten immer tun sollten". Den CNN-Angaben zufolge begrüßt der texanische Gouverneur Greg Abott die Hilfe.

Auch Mexiko von Hurricane getroffen

Dagegen hat die US-Regierung das Hilfspaket noch nicht offiziell angenommen. Womöglich zögert Präsident Trump, der lieber eine Mauer zwischen den Ländern errichten lassen möchte. Sada zögerte zumindest mit der Antwort auf die Frage, ob der US-Präsident Mexiko in einer solchen Situation ebenfalls helfen würde, heißt es im Bericht. Das sei Trumps Entscheidung, sagte er nur. Auch das mittelamerikanische Land wurde am Freitag von einem Tropensturm heimgesucht. "Lidia" verwüstete Straßen und Häuser, mindestens drei Menschen starben. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Mexiko die USA nach einer Umweltkatastrophe unterstützt: 2005 sandte die Regierung Hunderte Soldaten und Ärzte, nachdem das Nachbarland von Hurricane "Katrina" schwer getroffen wurde.

Venezuela bietet Unterstützung an

Auch Venezuela stellt im Angesicht "Harveys" den schwelenden Konflikt mit Washington zurück. Die Regierung erklärte, man wolle den Opfern der Naturkatastrophe helfen. Außenminister Jorge Arreaza kündigte an, betroffenen Familien mit bis zu fünf Millionen US-Dollar (rund 4,2 Millionen Euro) unter die Arme greifen zu wollen. 

fri mit Agenturen