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USA Prototypen bestellt - Trump treibt Mauerbau voran

Die Mauer zwischen den USA und Mexiko war eines der zentralen Wahlkampfversprechen Donald Trumps (Archivbild)
Die Mauer zwischen den USA und Mexiko war eines der zentralen Wahlkampfversprechen Donald Trumps - diese Amerikaner sind begeistert (Archivbild)
© Nick Agro/DPA
Aller Kritik zum Trotz: Die US-Regierung hat offenbar tatsächlich die Absicht, eine Mauer zu errichten. Für das Mammutbauwerk an der Grenze zu Mexiko haben die Behörden jetzt erste Prototypen bestellt.

Trotz der noch ungeklärten Finanzierung treibt die US-Regierung das Vorhaben einer Mauer an der Grenze zu Mexiko voran. Die US-Grenzschutzbehörde CBP teilte mit, sie habe vier Unternehmen damit beauftragt, Prototypen aus Stahlbeton herzustellen.

Die bis zu neun Meter hohen Mauerabschnitte sollen demnach mit "Anti-Kletter"-Vorrichtungen versehen sein, damit unerwünschte Einwanderer sie nicht heimlich überwinden können. Die ausgewählten Firmen hatten an einer im März gestarteten Ausschreibung teilgenommen und haben allesamt ihren Sitz in den USA.

Kosten der Mauer zu Mexiko: 20 Milliarden US-Dollar

Sie sollen ihre Prototypen im Herbst in der Region von San Diego in Kalifornien errichten, die Kosten belaufen sich auf zwischen 400.000 und 500.000 Dollar (335.000 bis 420.000 Euro) pro Mauerabschnitt. In einer gesonderten Ausschreibung hatte die US-Regierung dazu aufgerufen, Prototypen aus anderen Materialien als Beton anzubieten. Das Ergebnis dieser Ausschreibung soll kommende Woche vorgestellt werden.

Allerdings ist die Finanzierung der Mauer noch nicht gesichert, und wegen eines heftigen Streits im US-Kongress um den Staatshaushalt könnte Trump auch im kommenden Jahr ohne Geld für das Projekt dastehen. Die Regierung hatte für das am 1. Oktober dieses Jahres beginnende Haushaltsjahr 2018 ein Budget von 1,8 Milliarden Dollar vorgeschlagen, um mit dem Mauerbau zu beginnen. Insgesamt dürfte das Projekt 20 Milliarden Dollar kosten. Trump will den Großteil der Kosten Mexiko auferlegen, was die dortige Regierung kategorisch ablehnt.

Heftige Kritik an Donald Trump

Der Bau einer Mauer an der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko ist eines der zentralen Wahlversprechen Trumps. Der US-Präsident will damit die illegale Einwanderung aus dem Süden stoppen. Am Sonntag sagte er, der Kongress müsse einen Weg für die Finanzierung finden. Er drohte damit, im Streit um Haushaltsmittel notfalls einen Regierungsstillstand in Kauf zu nehmen, um die Finanzierung des Baus zu sichern.

Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai hat bei einem Besuch in Mexiko die Mauerpläne von US-Präsident Donald Trump verurteilt. "Wir sind alle Menschen. Warum müssen wir getrennt sein? Jede Trennung sollte geächtet werden, denn sie ist sehr schmerzhaft", sagte die 20-jährige Pakistanerin vor Studenten und Professoren. "Spaltung und Diskriminierung sind nicht in Ordnung. Wir sollten unseren Traditionen, Kulturen, Religionen und Nationalitäten verbunden bleiben, aber der Hass ist inakzeptabel", sagte sie.

wue DPA AFP

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