HOME

Imam-Ali-Moschee: Schlüssel-Ringen in Nadschaf

Der Streit um die Übergabe der Imam-Ali-Moschee dauert an: Schiitische Geistliche wollen die Schlüssel der heiligen Stätte erst annehmen, wenn die Mahdi-Milizen abgezogen sind. Diese wollen aber erst gehen, wenn die Kleriker bestätigt haben, dass die Moschee in einem guten Zustand ist.

Die geplante Übergabe der Kontrolle über die Imam-Ali-Moschee in Nadschaf an die schiitische Geistlichkeit hat sich weiter verzögert. Milizionäre des radikalen Predigers Muktada al Sadr versuchten nach eigenen Angaben zwar bereits am Morgen, entsprechend ihrem Friedensangebot Vertretern von Großayatollah Ali al Husseini al Sistani die Schlüssel zum Schrein auszuhändigen. Al Sistanis Vertreter hätten jedoch darauf bestanden, dass die Militanten zuerst die Moschee räumten, hieß es.

Die Kämpfer Al Sadrs wiederum wollten, dass zunächst eine Delegation Al Sistanis die Moschee inspizieren sollte. Dabei solle bestätigt werden, dass die Heiligtümer unbeschädigt seien, um möglichen späteren Vorwürfen vorzubeugen, erklärte Scheich Ali Smeisim, ein Vertrauter Al Sadrs. Dann erst würden die Aufständischen die Moschee verlassen. Vertraute Al Sistanis erklärten allerdings, wegen der unsicheren Lage in Nadschaf werde keine Delegation entsandt.

Militäraktion scheint zunächst abgewendet

Die angedrohte Militäraktion schien jedoch zunächst abgewendet. Vor dem Angebot zur Übergabe der Schlüssel seitens der Al-Sadr-Kämpfer hatte die irakische Übergangsregierung am Donnerstag noch mit der Erstürmung des Schreins gedroht. Am Freitag entfernten die Militanten schließlich ihre Waffen aus der Moschee. Obwohl sie sich weiter auf dem Gelände aufhielten, wurden die Entwicklungen von Beobachtern als bedeutender Schritt gewertet, die Konfrontation in Nadschaf zu beenden.

Die Kämpfe waren am 5. August in voller Heftigkeit entflammt. Dabei standen die Milizionäre US-Soldaten und irakischen Sicherheitskräften gegenüber.

Tödliche Anschläge auf Koalitionstruppen

Bei der Explosion zweier am Straßenrand versteckten Bomben im Raum Bakuba nördlich von Bagdad wurden am Samstag nach Krankenhausangaben mindestens drei Zivilpersonen getötet und fünf verletzt. In der nordirakischen Stadt Mossul kam ein irakischer Soldat bei einer Bombenexplosion ums Leben.

In Bagdad feuerten Aufständische eine Granate auf ein amerikanisches Militärfahrzeug ab. Dabei wurde ein US-Soldat getötet, zwei weitere wurden verwundet, wie die amerikanischen Streitkräfte mitteilten. Ein Autobombenanschlag auf einen Militärkonvoi nahe Hilla kostete einen polnischen Soldaten das Leben. Sechs Soldaten wurden verletzt, wie ein Militärsprecher in Warschau berichtete.

In Ramadi westlich von Bagdad fiel ein ranghoher irakischer Polizeioffizier einem Mordanschlag zum Opfer. Oberstleutnant Saad Smaijer wurde am Samstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit an seiner Haustür erschossen, wie die Polizei mitteilte.

Ölpipline gesprengt

Im Südirak wurden am Freitag und Samstag erneut zwei Anschläge auf eine Ölpipeline verübt. Betroffen waren nach Angaben der Sicherheitskräfte Leitungen zwischen dem Ölfeld von Besergan und einer Raffinerie in Amara sowie eine Pipeline zwischen den Ölfeldern von Rumeila und der Halbinsel Fau, die nach entsprechenden Drohungen seit mehreren Tagen stillgelegt gewesen sei.

AP / AP / DPA