Irak Anschläge, Kämpfe, viele Tote


Knapp eine Woche vor der geplanten Machtübergabe im Irak eskaliert die Gewalt: Bei koordinierten Angriffen von Aufständischen kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben.

Knapp eine Woche vor der geplanten Machtübergabe im Irak eskaliert die Gewalt: Bei koordinierten Angriffen von Aufständischen kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben. Einer Serie von Autobombenanschlägen in der nordirakischen Stadt Mossul fielen nach Angaben eines Krankenhausmitarbeiters mindestens 50 Menschen zum Opfer. Zuvor waren bereits bei Anschlägen im so genannten sunnitischen Dreieck westlich von Bagdad mehr als 20, nach einigen Berichten mehr als 60 Menschen getötet worden.

Vier Autobomben explodierten innerhalb einer Stunde vor der irakischen Polizeiakademie, zwei Polizeiwachen und vor einem Krankenhaus in Mossul. Etwa 170 Menschen seien verletzt worden, sagte Chalid Mohammed, ein Mitarbeiter des El-Dschumhuri-Krankenhauses, das selbst Ziel eines Anschlags war. Unter den Toten war mindestens ein US-Soldat.

Angebliches Bekennerschreiben im Internet

In Bakuba, Falludscha und Ramadi wurden am Donnerstag nahezu zeitgleich Polizeistationen und Regierungsgebäude angegriffen. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung übernahm der mutmaßliche Terroristenführer Abu Mussab el Sarkawi die Verantwortung für die Angriffe in Bakuba. In dem Bekennerschreiben, dessen Authentizität zunächst nicht bestätigt werden konnte, wurden die Bewohner aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Der Verfasser kündigte weitere Anschläge an.

In Bakuba, 55 Kilometer nordöstlich von Bagdad, kam es zu Gefechten zwischen Aufständischen und irakischen Polizisten, bei denen elf Sicherheitsbeamte und Häftlinge getötet wurden. US-Truppen wurden mit Granaten und Schusswaffen angegriffen. Zwei amerikanische Soldaten kamen ums Leben, sieben weitere wurden verletzt.

In Ramadi, 60 Kilometer westlich von Bagdad, schossen maskierte Rebellen mit Panzerabwehrraketen auf zwei Polizeistationen. Auch ein Regierungsgebäude wurde angegriffen. Mindestens sieben Menschen wurden getötet.

US-Hubschrauber musste notlanden

Explosionen und Gefechtslärm erschütterten auch Falludscha. Augenzeugen berichteten, bewaffnete Aufständische liefen durch die Straßen. US-Truppen hätten Falludscha von ihren Positionen außerhalb der Stadt aus unter Beschuss genommen, hieß es weiter. Auch Kampfhubschrauber seien im Einsatz. Ein US-Hubschrauber musste in der Nähe der Stadt notlanden, wie die Streitkräfte mitteilten. Der Pilot sei unversehrt geborgen worden. Zunächst war nicht klar, ob der Hubschrauber von Aufständischen beschossen worden war.

Trotz der eskalierenden Gewalt wollen die USA am Zeitplan für die Übertragung der Souveränität festhalten. Am Donnerstag sollten die letzten elf Ministerien offiziell in irakische Hände übergeben werden, darunter das Verteidigungs- Justiz-, Innen- und Finanzministerium.

AP AP DPA

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