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Irak: Blutigster Monat seit Kriegsende

Bei Kampfhandlungen im Irak sind seit Monatsbeginn 70 US-Soldaten getötet worden. Damit ist der April bereits der verlustreichste Monat für die Besatzungsarmee seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen.

Bei Kampfhandlungen im Irak sind seit Monatsbeginn 70 US-Soldaten getötet worden. Damit ist der April bereits der verlustreichste Monat für die Besatzungsarmee seit dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen im Mai 2003. Allein am Ostersonntag starben bei Kämpfen und Anschlägen mindestens sechs amerikanische Soldaten. Die Zahl der irakischen Opfer schätzte US-General Mark Kimmitt heute in Bagdad auf "etwa zehn Mal so viel". Bewaffnete Iraker hielten über Ostern mehrere Ausländer als Geiseln fest.

Zwei vermisste deutsche Sicherheitsbeamte sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes vom Sonntag "mit hoher Wahrscheinlichkeit" tot. Die beiden GSG-9-Beamten waren am Mittwoch im Westirak vergangener in ihrem Auto von Aufständischen beschossen worden, als sie mit einem Konvoi auf dem Weg von Jordanien nach Bagdad waren.

Keine Neuigkeiten zum Schicksal von drei japanischen Geiseln

In der seit Tagen von der US-Armee belagerten westirakischen Stadt Falludscha gab es heute nur noch vereinzelte Gefechte. Mitglieder des provisorischen Regierungsrats und Religionsgelehrte aus Falludscha hatten zuvor nach eigenen Angaben eine vorübergehende Waffenruhe ausgehandelt. Der Sprecher der US-Zivilverwaltung, Dan Senor, sagte jedoch, die Verhandlungen befänden sich noch "in einem sehr frühen Stadium". Unterdessen setzte die US-Armee ihre Offensive gegen bewaffnete Anhänger des radikalen schiitischen Predigers Muktada el Sadr in Bagdad fort.

Keine Neuigkeiten gab es heute zum Schicksal von drei japanischen Geiseln. Die Kidnapper hatten gedroht, die Frau und die beiden Männer zu töten, falls Tokio seine Truppen nicht sofort aus dem Irak abziehen sollte. In Falludscha werden außerdem sieben Chinesen festgehalten. Nach Angaben der staatlichen chinesischen Medien vom Montag waren die 18 bis 49 Jahre alten Männer am Sonntagmorgen mit dem Auto aus Jordanien eingereist.

Letzte deutsche Aufbauhelfer verlassen den Irak

Der arabische Nachrichtensender El Dschasira zeigte heute ein Video, auf dem vermummte Männer mit mehreren Gefangenen zu sehen sind. Die Männer - Lastwagenfahrer aus Nepal, Pakistan, Indien, der Türkei, Iran und den Philippinen - hätten versprochen, künftig keine Waren mehr für die US-Armee zu transportieren und würden deshalb freigelassen, sagten die Kidnapper. Freigelassen wurde am Wochenende ein im südirakischen Nasirija entführter Brite. Laut El Dschasira wurde seine Freilassung mit Hilfe von Stammesführern erreicht.

Heute verließen die letzten deutschen Aufbauhelfer den Irak. "Wir haben uns hier nicht mehr sicher gefühlt", sagte Frank Mc Areavey vom privaten Minenräumdienst "Help" vor seiner Abreise aus Bagdad. Der irischstämmige Deutsche reiste zusammen mit zwei anderen Mitarbeitern von "Help" auf dem Luftweg aus. Zuvor hatten bereits alle anderen deutschen Hilfsorganisationen ihr Personal aus dem Irak abgezogen. Das Auswärtige Amt riet heute allen Deutschen, das Land zu verlassen.