Irak Lizenzentzug für US-Sicherheitsfirma


Bei einer Schießerei im Bagdad sind acht Iraker getötet worden. Das Brisante an dem Fall: Eine amerikanische Sicherheitsfirma soll für den Tod der unbewaffneten Zivilisten verantwortlich sein. US-Außenministerin Rice äußerte ihr Bedauern.

Nach dem Tod von acht Irakern bei einer Schießerei mit Mitarbeitern der US-Sicherheitsfirma Blackwater hat Außenministerin Condoleezza Rice der irakischen Regierung ihr Mitgefühl übermittelt. Sie telefonierte deswegen mit Ministerpräsident Nuri al-Maliki und kündigte an, dass der Vorfall sorgfältig untersucht werde. Dies unterscheide die Vereinigten Staaten von "den Feinden des irakischen Volkes, die gezielt Zivilisten ins Visier nehmen".

Die Regierung in Bagdad hat Blackwater nach der Schießerei die Lizenz für ihre Tätigkeit entzogen. Ein Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack, sagte jedoch in Washington, das Außenministerium sei bislang nicht davon unterrichtet worden.

Gesetzlicher Rahmen für Tätigkeit privater Sicherheitsdienste

Während die irakischen Behörden die Söldner für den Tod der unbewaffneten Einwohner verantwortlich machten, erklärte Blackwater, dass seine Angestellten angemessen auf einen feindlichen Angriff reagiert hätten. Cormack wandte sich gegen voreilige Schlussfolgerungen und sagte: "Es gab eine Schießerei. Wir glauben, dass es Verluste an unschuldigem Menschenleben gab. Das möchte niemand sehen. Aber ich kann Ihnen nicht sagen, wer dafür verantwortlich war."

Bei dem Schusswechsel im westlichem Vorort Al-Mansur waren Augenzeugenberichten zufolge acht irakische Zivilisten getötet worden. Nach Informationen arabischer TV-Sender hatten Mitarbeiter der zum Schutz von US-Diplomaten angeheuerten Firma Blackwater USA Schüsse abgegeben, nachdem ein von ihnen begleiteter Botschaftskonvoi angegriffen worden war.

Blackwater ist eine von drei privaten Sicherheitsfirmen, die vom US-Außenministerium den Auftrag haben, sein Personal im Irak zu schützen. Die beiden anderen sind Dyncorp and Triple Canopy. Der demokratische Abgeordnete Henry Waxman sagte, der Vorfall zeige die Risiken einer zu starken Abhängigkeit von privaten Sicherheitsfirmen. Der Abgeordnete Jan Schakowsky sprach sich dafür aus, dass der Kongress einen gesetzlichen Rahmen für die Tätigkeit der privaten Sicherheitsdienste schaffen sollte.

AP/DPA AP DPA

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