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Blackwater-Gründer Söldner und Kampfflugzeuge: Wie Trump-Freund Erik Prince in Libyen Krieg spielte

Erik Prince
Blackwater-Gründer Erik Prince, hier im US-Kapitol 2017, ist eine hoch-kontroverse politische Figur
© Jacquelyn Martin/AP / Picture Alliance
Ein Uno-Bericht offenbart, wie der Gründer der Söldnerfirma Blackwater und Trump-Unterstützer Erik Prince den libyschen Warlord Haftar mit Waffen und Söldnern unterstützte.

Die Person Erik Prince steht wie kein Zweiter für die Exzesse amerikanischer Söldner in internationalen Kriegen. Der Ex-Navy Seal ist Gründer von Blackwater, dem heute unter dem Namen Academi firmierenden größten privaten Sicherheits- und Militärunternehmen der USA. Seine Blackwater-Privatarmee hat Prince 2010 verkauft, doch in bewaffneten Konflikten mischt er immer noch gerne mit.

Ein Uno-Bericht hat nun enthüllt, dass Prince hinter einer geheimen Militäroperation steckte, die 2019 dem libyschen Warlord Khalifa Haftar in seinem Kampf gegen die international anerkannte Regierung des Landes helfen sollte. Laut dem Bericht, der am Donnerstag im UN-Sicherheitsrat präsentiert wurde und der "New York Times" vorliegt, lieferte Prince dem libyschen Warlord Waffen für den Bürgerkrieg und verstieß damit gegen das geltende Waffenembargo. Prince soll ausländische Söldner, Kriegsflugzeuge, Kampfschiffe und Cyberwaffen nach Libyen entsandt haben. Teil der 80-Millionen-Dollar teuren "Operation Opus" sei auch ein Tötungskommando aus Söldnern gewesen, das hochrangige Militärführer der libyschen Armee ausschalten sollte. 

Bereits bekannt war, dass bei Haftars Offensive auf die Hauptstadt Tripolis 2019 zahlreiche ausländische Söldner und Kriegsgerät eingesetzt worden waren. Neu ist die Rolle des Strippenziehers Prince. Die Operation war allerdings nicht sonderlich erfolgreich. Die libysche Regierung konnte den Angriff ebenfalls mit Hilfe internationaler Unterstützung zurückschlagen. Mittlerweile haben sich die libyschen Konfliktparteien auf einen Friedensprozess verständigt und eine gemeinsame Übergangsregierung gewählt. 

Prince gilt als Trump-nah

Welche Konsequenzen sich für Prince aus den Enthüllungen ergeben, ist noch unklar. Der Ex-Blackwater-Chef pflegt hochrangige politische Beziehungen und galt als großer – auch finanzieller – Unterstützer von Ex-Präsident Donald Trump. Seine Schwester Betsy DeVos war vier Jahre lang Trumps Bildungsministerin. Der Report werfe die Frage auf, ob Prince seine Beziehungen zur Trump-Regierung habe spielen lassen, um die Libyen-Operation durchführen zu können, schreibt die "New York Times".

Donald Trump seinerseits hatte in den letzten Tagen seiner Amtszeit für Empörung gesorgt, als er vier Blackwater-Söldner begnadigte, die für Verbrechen im Irak-Krieg verurteilt worden waren. Sie hatten 2007 das Feuer auf irakische Zivilisten eröffnet, 17 unbewaffnete Menschen starben.

Quellen: New York Times / DPA

bak

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