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Irak: Noch keine Zusagen für UN-Schutztruppe

Bisher hat sich kein Staat bereit erklärt, Truppen zum Schutz von UN-Mitarbeitern in den Irak zu entsenden. Unterdessen wurden bei Gefechten zwischen US-Militär und Aufständischen 25 Iraker getötet.

Sechs Wochen nach der Autorisierung einer multinationalen Schutztruppe für UN-Mitarbeiter in Irak hat noch kein Staat seine Beteiligung zugesagt. Lediglich "drei oder vier Länder" hätten Interesse bekundet, sagte UN-Generalsekretär Kofi Annan in New York. Bei heftigen Gefechten zwischen US-Soldaten und Aufständischen in der westirakischen Stadt Ramadi wurden unterdessen 25 Iraker getötet, wie ein Militärsprecher am Donnerstag mitteilte. 25 weitere Rebellen seien nach den stundenlangen Kämpfen am Mittwoch festgenommen worden.

Ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht

Auf beiden Seiten habe es insgesamt mehr als 30 Verwundete gegeben, hieß es weiter. Aufständische zündeten den Angaben zufolge zunächst eine Bombe am Straßenrand, anschließend überfielen mehrere Bewaffnete einen Konvoi von Marineinfanteristen. Die US-Truppen wurden von Kampfflugzeugen unterstützt und zündeten ebenfalls zwei Bomben.

Aus diplomatischen Kreisen in New York verlautete, Nepal und Georgien seien möglicherweise zur Truppenentsendung für die UN bereit. Pakistan wolle sich unter Umständen beteiligen, wenn die irakische Übergangsregierung darum bitte, sagte Annan. Außerdem wolle Islamabad vermutlich nicht der einzige islamische Staat sein, der Soldaten entsende. Mit weiteren islamischen Regierungen werde derzeit noch verhandelt. Ende Juli oder Anfang August soll der neue UN-Gesandte für den Irak, der Pakistaner Ashraf Jehangir Qazi, in Bagdad eintreffen.

Keine spanische UN-Schutztruppe

Spanien schloss nach Angaben von Außenminister Angel Moratinos eine Beteiligung an der UN-Schutztruppe aus. Madrid biete den Vereinten Nationen jedoch Unterstützung bei der Vorbereitung der Wahlen Anfang kommenden Jahres an.

In Kirkuk griffen Bewaffnete am Donnerstag eine Polizeipatrouille an und verletzten einen Polizisten. Am Mittwochabend wurde Sicherheitskräften zufolge ein Mitarbeiter eines Kulturzentrums verletzt. In Bagdad wurden am Donnerstag nach Angaben von Krankenhausmitarbeitern zwei Iraker bei einem Gefecht verwundet.

Exgeisel zurück auf den Philippinen

Zwei Tage nach seiner Freilassung aus irakischer Geiselhaft traf ein philippinischer Lastwagenfahrer am Donnerstag wieder in seiner Heimat ein. Die Regierung in Manila war der Forderung der Entführer nachgekommen und hatte ihre Truppen vorzeitig aus dem Irak abgezogen, um das Leben von Angelo dela Cruz zu retten.

Die Nachbarstaaten des Iraks setzen sich für eine stärkere Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen ein. Bei einer Außenministerkonferenz in Kairo vereinbarten die Delegierten am Mittwoch ein neues Treffen auf Regierungsebene in Teheran, in dessen Mittelpunkt das Vorgehen gegen Extremistengruppen und deren grenzüberschreitende Aktivitäten stehen sollen.

Waffenlieferung in den Irak wieder erlaubt

Die USA hoben unterdessen ihr Verbot für den Rüstungsexport in den Irak auf. Nach einem Beschluss von Präsident George W. Bush gelten beim Verkauf von Waffen künftig für den Irak im Allgemeinen die gleichen Voraussetzungen wie für andere befreundete Staaten.

Für die Einsätze im Irak und in Afghanistan sowie für den Krieg gegen den Terror benötigen die USA bis Herbst vermutlich rund zwölf Milliarden Dollar mehr als vorgesehen. Eine Schätzung des Kongresses geht davon aus, dass bis Ende September im Haushalt des Verteidigungsministeriums dafür 12,3 Milliarden Dollar (10 Milliarden Euro) fehlen.

AP / AP