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Irak-Opfer: Waren die GSG-9-Beamten gewarnt?

Vor eineinhalb Wochen starben wahrscheinlich zwei GSG-9-Beamte im Irak bei einem Überfall. Nun mehren sich Hinweise, dass sie vorher gewarnt worden waren. Das Bundesinnenministerium dementierte den "Focus"-Bericht.

Eineinhalb Wochen nach dem höchstwahrscheinlich tödlichen Überfall auf zwei GSG-9-Beamte im Irak stehen die Sicherheitsvorkehrungen für den deutschen Konvoi weiter in der Kritik. Das Bundesinnenministerium wies einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" zurück, wonach der Botschaftskonvoi vor der Todesfahrt mehrfach gewarnt worden sei. Nach derzeitiger Untersuchungslage könne dies nicht bestätigt werden, sagte eine Sprecherin am Samstag. Innenminister Otto Schily (SPD) lässt den Vorfall derzeit intern prüfen.

Jordanische und deutsche Nachrichtendienste hatten von der Reise abgeraten

Unterdessen wurden die sterblichen Überreste von zwei der insgesamt fünf GSG-9-Beamten, die den Konvoi begleiteten, immer noch nicht geborgen. Die Bemühungen würden unvermindert fortgesetzt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Der Konvoi war in der Nähe der Stadt Falludscha angegriffen worden. Die Bergung der Leichen wird durch die schlechte Sicherheitslage erschwert.

Nach "Focus"-Informationen wurde der Konvoi bereits vor dem Start in der jordanischen Hauptstadt Amman auf die extreme Gefahrenlage hingewiesen. Jordanische und deutsche Nachrichtendienste hätten am Morgen des 7. April dringend von der Reise abgeraten. Zum dritten Mal sei der Botschaftskonvoi dann von Streckenposten an der gesperrten Autobahn bei Falludscha gewarnt worden. Dennoch habe die Kolonne ihre Fahrt über eine Nebenstrecke fortgesetzt.

Hinterhalt galt ursprünglich amerikanischem Konvoi

Die fünf Polizisten der Spezialeinheit des Bundesgrenzschutzes sollten GSG-9-Beamte an der deutschen Botschaft in Bagdad austauschen. Drei Grenzschützer entgingen nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bei dem Überfall nur knapp dem Tod. Sie hätten ihren stark beschädigten gepanzerten Mercedes aufgeben müssen und seien mit einem der jordanischen Lasttaxis, die den Transport aus insgesamt sechs Wagen begleiteten, nach Bagdad gefahren. Nach Auffassung deutscher Sicherheitsexperten sei der Hinterhalt ursprünglich für einen Überfall auf einen amerikanischen Konvoi geplant gewesen, hieß es weiter.

DPA