Irak Terroristen kidnappen Italienerin


Sie führte Interviews auf der Straße, als die Entführer über sie herfielen. In Bagdad ist eine italienische Journalistin der linken Tageszeitung "Il Manifesto" verschleppt worden.

In Bagdad ist am Freitag die italienische Journalistin Giuliana Sgrena entführt worden. Sgrena arbeite für die Tageszeitung "Il Manifesto" und sei vermutlich in die Hände sunnitischer Aufständischen gefallen, sagte Italiens Innenminister Giuseppe Pisanu in Rom.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, Sgrena habe mit einer Kollegin telefoniert, als sie verschleppt wurde. "Giuliana war meine Zimmergenossin. Sie hat mich vor einer Stunde angerufen, während sie sie fortnahmen. Ich habe die Schüsse gehört", sagte Barbara Schiavulli. Sie habe nach Sgrena gerufen, die aber nicht mehr geantwortet habe.

Die entführte Journalistin der linken Tageszeitung sei gerade mit einem irakischen Kollegen und einem Fahrer dabei gewesen, in der Nähe der Bagdader Universität Interviews zu führen, verlautete aus irakischen Polizeikreisen. Die Entführer hätten ihren Wagen neben dem der Journalistin angehalten, den irakischen Journalisten und den Fahrer mit Waffengewalt zum Aussteigen gezwungen und seien mit Sgrena davongefahren. Der Fahrer und der Journalist hätten dann die Behörden alarmiert.

Sgrena ist bereits die achte Italienerin, die binnen eines Jahres im Irak entführt worden ist. Zwei Mitarbeiter von Hilfsorganisationen waren im September verschleppt worden. Die Geiselnehmer hatten gedroht, sie zu töten, sie dann aber nach drei Wochen wieder freigelassen. Ein anderer italienischer Journalist, Enzo Baldoni, war im August entführt und später getötet worden, nachdem die Regierung in Rom sich geweigert hatte, der Forderung nach einem Abzug der rund 3000 italienischen Soldaten im Irak nachzukommen.

Die französische Journalistin Florence Aubenas war im Januar als Geisel genommen worden und ist noch immer in der Hand ihrer Entführer.

Reuters Reuters

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