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Irak: Tod beim Fußballspiel

Sie wollten für ein paar Stunden den grausamen Alltag in ihrem Land vergessen, einfach Kind sein. Doch das fröhliche Spiel endete grausam. Eine Autobombe tötete im Irak 18 fußballspielende Kinder.

Ein Autobombenanschlag nahe Fußball spielenden Kindern hat im Irak mindestens 18 Jungen in den Tod gerissen. Das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug detonierte nach Polizeiangaben in der sunnitischen Stadt Ramadi westlich von Bagdad in der Nähe eines Parks, in dem die Kinder spielten. Die Opfer seien zwischen zehn und 15 Jahren alt. Ob die Kinder Ziel des Anschlags waren, war unklar.

Ramadi liegt im so genannten sunnitischen Dreieck, das sich westlich und nördlich von Bagdad erstreckt. Religiöse Extremisten haben im Irak auch in der Vergangenheit immer wieder Fußballplätze angegriffen und Sportler ermordet. In den Augen der Fanatiker sind sportliche Betätigungen "un-islamisch". Fußball ist aber unter den meisten irakischen Jugendlichen außerordentlich beliebt.

USA wollen Syrien zu Treffen einladen

Mit Blick auf die Einbeziehung des Irans und Syriens erwägen die USA offenbar einen Kurswechsel. Das US-Außenministerium kündigte am Dienstag den Schulterschluss der USA mit dem Irak in einer neuen diplomatischen Offensive an, die auch die Einladung an Syrien und den Iran zu einem "Nachbarschaftstreffen" einschließt. Ziel sei die Stabilisierung des Iraks und der Region, erklärte Außenministerin Condoleezza Rice laut vorab veröffentlichten Auszügen aus einer Rede vor Senatoren. Bislang lehnten die USA einen Einbezug der beiden irakischen Nachbarn in die Gespräche ab.

Die Sicherheitsoffensive der amerikanischen und irakischen Truppen in Bagdad erreichte erstmals auch den schiitischen Stadtteil Sadr City, die Hochburg des radikalen Predigers Muktada al Sadr. Dieser hatte die Kämpfer seiner Miliz auf Druck der irakischen Regierung von den Straßen zurückgezogen, um Konfrontationen während der Sicherheitsoffensive zu vermeiden. Umfangreichen US-Patrouillen in Sadr City hatte sich die irakische Regierung aber aus Furcht vor einer Eskalation der Gewalt widersetzt. Bei den Razzien am Dienstag in Sadr City handelte es sich eher um Nadelstiche, als um einen großflächigen Einsatz, wie es ihn in den sunnitischen Stadtteilen gab. Sechs Häuser wurden gestürmt und mindestens 16 Personen festgenommen.

Bei einer Bombenexplosion in der Innenstadt von Bagdad wurden wieder zwei Menschen getötet. Bei einem Selbstmordanschlag in Mossul kamen vier Menschen ums Leben. Im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den irakischen Vizepräsidenten Adel Abdul Mahdi wurde ein Verdächtiger festgenommen, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Grundlage sei die Analyse der Bilder einer Überwachungskamera gewesen, hieß. Abdul Mahdi war am Montag bei dem Bombenanschlag in einem Bagdader Behördengebäude, in dem er eine Rede hielt, verletzt worden, zehn Menschen wurden getötet. Die Bombe wurde demnach unter einem Stuhl in der erste Reihe platziert, zwei Meter von Abdul Mahdi entfernt. Abdul Mahdi ist Schiit und einer von zwei Vizepräsidenten.

Ein Gericht in den USA lehnte unterdessen einen Antrag von Anwälten des zum Tode verurteilten Exvizepräsidenten Taha Jassin Ramadan ab, die Exekution zu blockieren. Das Gericht in Washington erklärte, es sei nicht befugt, in den Fall einzuschreiten.