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Irak: Überraschungsbesuch von Kofi Annan

Der UN-Generalsekretär ist überraschend in Bagdad eingetroffen. Bei einem Bombenanschlag auf einen Markt in Bagdad kamen unterdessen mindestens vier Menschen ums Leben.

Es ist der erste Besuch des UN-Generalsekretärs im Irak seit Kriegsbeginn im März 2003. Annan wolle Gespräche mit dem irakischen Ministerpräsidenten Ibrahim al Dschaafari führen, teilte dessen Sprecher mit. Erst am Freitag hatte US-Außenministerin Condoleezza Rice Ministerpräsident Dschaafari aufgesucht, einen Tag zuvor der britische Außenminister Jack Straw. Beide Politiker erklärten, sie wollten die Iraker zur Beteiligung an der Parlamentswahl am 15. Dezember ermutigen. Bei einem Bombenanschlag auf einen Markt in Bagdad kamen am Samstag mindestens vier Menschen ums Leben, darunter ein achtjähriges Mädchen und seine Mutter. 19 weitere Personen wurden verletzt, teilte die Polizei mit. Der Anschlag wurde in dem überwiegend von Schiiten bewohnten Stadtteil Neu-Bagdad verübt. Die Aufständischen im Irak rekrutieren sich vor allem aus Angehörigen der sunnitischen Minderheit.

Früherer Stellvertreter Saddam Husseins offenbar gestorben

Der ehemalige Stellvertreter des gestürzten irakischen Staatschefs Saddam Hussein, Issat Ibrahim al Duri, ist nach Medienberichten am Freitag gestorben. Die Meldungen beruhten auf einer Erklärung, die die heute im Irak verbotene Baath-Partei per E-Mail verbreitete. Al Duri war der ranghöchste Vertreter des früheren irakischen Regimes, der noch flüchtig war. Die Vereinigten Staaten vermuten, dass er maßgeblich an der Organisation des Widerstands gegen die Besatzungstruppen im Irak beteiligt war. Auf der Liste der nach dem Krieg meistgesuchten Iraker stand er auf Platz sechs. Schon vor dem Sturz des Regimes gab es Gerüchte, dass Al Duri an einer schweren Krankheit leide, möglicherweise Leukämie. 1999 unterzog er sich einer ärztlichen Behandlung in Österreich, brach dieser ab, weil Menschenrechtsgruppen ihn vor Gericht bringen wollten.

AP