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Höhere Urananreicherung Wie der Konflikt zwischen Iran und den USA seit Trumps Amtsantritt eskaliert ist


Der Iran wird Uran nun über die erlaubte Grenze hinaus anreichern. Damit werden Befürchtungen geschürt, es könne zu einer weiteren Eskalation zwischen Iran und den USA kommen. Seit dem Amtsantritt von Donald Trump sind die Spannungen stetig größer geworden. Ein Überblick.

Die Ankündigung des Iran, ab Sonntag die Urananreicherung über den im Atomabkommen erlaubten Grad zu erhöhen, schürt Befürchtungen hinsichtlich einer weiteren Eskalation zwischen Teheran und Washington. Seit dem Amtsantritt Donald Trumps als US-Präsident haben sich die Spannungen zwischen dem Iran und den USA fortwährend verschlechtert. Ein Überblick:         

21. Mai 2017: US-Präsident Trump ruft die internationale Gemeinschaft zur Isolation des Iran auf, "bis das iranische Regime bereit ist, ein Partner für den Frieden zu werden".         

8. Mai 2018: Trump kündigt das internationale Atomabkommen mit dem Iran einseitig auf. Ländern, die weiter Öl aus dem Iran importieren, droht Trump mit Strafmaßnahmen.         

7. August 2018: Die US-Regierung setzt Sanktionen gegen den Iran wieder in Kraft. Unter anderem werden Gelder eingefroren und der Handel mit Rohstoffen verboten.         

5. November 2018: Die USA verhängen neue Sanktionen gegen den Iran. Laut US-Regierung handelt es sich um die bislang "härtesten" Strafmaßnahmen gegen Teheran.

US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Hassan Ruhani
US-Präsident Donald Trump und Irans Präsident Hassan Ruhani
© Bernd von Jutrczenka/-/Office of the Iranian Presidency/AP / DPA

8. April 2019: Washington erklärt die iranischen Revolutionsgarden zur Terrororganisation. Es ist das erste Mal, dass die USA eine ausländische staatliche Organisation als "terroristisch" einstufen. Als Reaktion erklärt Teheran die USA zum "staatlichen Förderer des Terrorismus".

8. Mai 2019: Mit der Ankündigung, teilweise aus dem Atomabkommen auszusteigen, erhöht der Iran den Druck auf die verbliebenen Vertragsparteien. Teheran erklärt, nach Ablauf einer  Frist von 60 Tagen am 7. Juli die vertraglich vereinbarte Höchstgrenze der Uran-Anreicherung zu überschreiten, sollte es keine Fortschritte beim Abfedern der US-Sanktionen geben.         

12. Mai 2019: Die USA beschuldigen Teheran, hinter Angriffen auf zwei saudiarabische Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate zu stecken. Trump verstärkt die US-Truppenpräsenz in der Golfregion massiv.  

13. Juni 2019: Die USA machen den Iran für zwei Explosionen an Tankern im Golf von Oman verantwortlich.         

20. Juni 2019: Die iranischen Revolutionsgarden schießen eine US-Drohne ab. Washington bestreitet die iranische Darstellung, wonach die Drohne in den iranischen Luftraum eingedrungen sein soll. Einen Vergeltungsschlag sagt Trump kurzfristig ab.         

24. Juni 2019: Die USA verhängen Sanktionen gegen Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei und kündigen Strafmaßnahmen gegen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif an.         

5. Juli 2019: Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) beruft auf Antrag der USA für den 10. Juli eine Dringlichkeitssitzung ein.         

7. Juli 2019: Die vom Iran gesetzte 60-Tagesfrist zum Teilausstieg aus dem Atomabkommen läuft ab. Der Iran erklärt, dass er sich ab sofort nicht mehr an das im Wiener Atomabkommen erlaubte Limit zur Urananreicherung gebunden fühlt. "Ab heute halten wir uns nicht mehr an die 3,67 Prozent und unsere Urananreicherung wird je nach Bedarf erhöht", sagt Regierungssprecher Ali Rabei. 

vit AFP

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