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Iranisches Anschlagskomplott USA warnen vor Terrorangriffen


Es klingt wie aus einem Polit-Thriller: Mexikanische Drogengangster sollten offenbar im Auftrag des Iran den saudischen Botschafter in Washington töten. Die USA drohen mit Konsequenzen.

Nach Aufdeckung des angeblich von Teheran geplanten Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington haben die USA eine Terrorwarnung herausgegeben. Der mutmaßliche Anschlagsplan deute auf eine "aggressive Hinwendung der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten" hin, darunter auch Angriffe in den USA, erklärte das Außenministerium am späten Dienstagabend (Ortszeit). Reisende US-Bürger und im Ausland lebende Diplomaten seien daher aufgerufen, die Hinweise des Außenamts sowie andere Reisehinweise genau zu verfolgen.

Die US-Regierung erhebt schwerste Vorwürfe gegen den Iran. "Elemente der iranischen Regierung" sollen einen Bombenanschlag auf den saudischen Botschafter Adel al Jubeir in Washington geplant und finanziert haben. Nach Angaben des Justizministeriums wurden zwei iranische Staatsbürger angeklagt.

US-Präsident Barack Obama sprach von einem eklatanten Verstoß gegen amerikanisches und internationales Recht. Der Präsident bekräftigte die Bereitschaft der USA, ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Sicherheit der Diplomaten im Land zu gewährleisten. Gleichzeitig unterstrich er in einem Telefonat mit al Jubeir die Solidarität der USA mit Saudi Arabien.

USA wollen Teheran zur Verantwortung ziehen

Außenministerin Hillary Clinton rief die internationale Gemeinschaft zu scharfen Maßnahmen gegen den Iran auf. Das Regime in Teheran müsse weiter isoliert werden. Die USA wollten sich mit ihren Freunden und Partnern in der Welt beraten, "wie wir eine starke Botschaft" an den Iran richten können. In einer ersten Reaktion verhängte das Finanzministerium Sanktionen gegen fünf iranische Hintermänner und Mitglieder der al Kuds, einer Spezialeinheit der iranischen Revolutionsgarden.

Der Iran bezeichnete die Vorwürfe als völlig haltlos. Es handele sich um eine "lächerliche Show", sagte der Sprecher des Teheraner Außenministeriums nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Ein Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte die Vorwürfe ein "konstruiertes Szenario", um von den innenpolitischen Problemen der USA abzulenken.

Ein Verdächtiger ist auf der Flucht

US-Justizminister Eric Holder erklärte dagegen, die "Verschwörung" sei vom Iran aus "erdacht, gefördert und gelenkt" worden. Mutmaßliche Drahtzieher seien Manssor Arbabsiar, ein 56-Jähriger mit iranischer und US-Staatsbürgerschaft, und Gholam Schakuri, Mitglied der Al-Kuds-Einheit und als Unterstützer des internationalen Terrorismus bekannt. Arbabsiar sei Ende September am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden, Schakuri sei flüchtig. Beide hätten bei ihren Anschlagsplänen eng mit Teilen der iranischen Regierung zusammengearbeitet. Die USA würden sowohl die beiden Angeklagten als auch Teheran für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen.

Das Attentat galt nach US-Angaben dem saudischen Botschafter Adel al Jubeir, der seit 2007 in Washington ist. Konkret sollen die Verdächtigen versucht haben, ein internationales Drogenkartell für 1,5 Millionen Dollar (rund 1,1 Millionen Euro) Blutgeld mit der Ausführung des Anschlags zu betrauen. Der Plan habe vorgesehen, den saudischen Diplomaten in einem Restaurant zu töten. Dabei sei auch billigend in Kauf genommen worden, dass bei einer Explosion viele Menschen hätten sterben können, sogar US-Senatoren, die das betreffende Restaurant häufig frequentierten. Auf den Hinweis, dass sich bis zu 150 Menschen in dem Lokal aufhalten könnten, habe einer der Angeklagten geantwortet: "Kein Problem", sagte der New Yorker Bundesstaatsanwalt Preet Bharara.

US-Medien zufolge sahen die Pläne auch Bombenanschläge auf die saudi-arabische und israelische Botschaft in Washington vor.

Mutmaßlicher Attentäter geriet an Drogenfahnder

Der Komplott flog auf, weil sich Arbabsiar an ein scheinbares Mitglied eines Drogenkartells in Mexiko gewandt habe, das er für den Auftragsmord anwerben wollte. Tatsächlich habe er aber mit einem Kontaktmann der Drogenbehörde DEA gesprochen. Die beiden hätten sich in den vergangenen Monaten mehrfach in dem lateinamerikanischen Land getroffen, um das Attentat vorzubereiten. Obama habe seit Juni von den Ermittlungen gewusst, teilte das Weiße Haus mit.

"Auch wenn sich der Plan wie ein Drehbuh für einen Hollywoodfilm liest, wären die Folgen sehr real gewesen und viele Menschen hätten ihr Leben verloren", sagte FBI-Direktor Robert Mueller.

mad/DPA/Reuters/AFP DPA Reuters

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