Vor Beginn der Verhandlungen zwischen den USA und Iran verschärfen beide Seiten ihren Ton. Israel greift weiter die Hisbollah an. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Wichtige Updates
Finn Rütten
Israel und Hisbollah beschießen sich weiter gegenseitig
Das israelische Militär und die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon beschießen sich weiter gegenseitig. Im Libanon meldete die staatliche Nachrichtenagentur israelische Luftangriffe am frühen Morgen in der Region um Nabatija im Süden des Landes. Drei Menschen seien getötet worden, als ein Wohngebäude durch einen Angriff zerstört wurde. Auch in anderen Teilen des Südens kam es demnach weiter zu Angriffen. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte. Israels Militär gab an, weiterhin Angriffe der Hisbollah zu vereiteln. Die israelische Armee veröffentlichte Videos von Angriffen auf Raketenabschussrampen der Hisbollah, die zerstört worden seien, sowie von Hisbollah-Kämpfern, die nach dem Abschuss von Raketen auf Israel beschossen worden seien. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut Angriffe auf israelische Stellungen für sich.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finn Rütten
Pakistan hofft auf förderliche Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Außenminister Ishaq Dar sagt anlässlich der Ankunft der US-Delegation in Islamabad, er hoffe, die beiden Staaten würden sich konstruktiv einbringen. Zudem bekräftigt er seinem Ministerium zufolge den Wunsch der pakistanischen Regierung, die Parteien weiterhin dabei zu unterstützen, eine "dauerhafte und tragfähige Lösung für den Konflikt" zu finden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finn Rütten
US-Delegation um JD Vance zu Gesprächen mit Iran gelandet
Die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance ist zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung im Irankrieg in Pakistan angekommen. Sie sei auf einem Luftwaffenstützpunkt nahe der Hauptstadt Islamabad gelandet und werde zum Hotel eskortiert, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Pakistanischen Diplomatenkreisen zufolge sollen die Gespräche am Nachmittag Ortszeit (drei Stunden vor MESZ) beginnen. Zunächst treffen die Delegationen demnach separat auf die pakistanischen Vermittler, Premier Shehbaz Sharif und den obersten Militär, Feldmarschall Asim Munir. Anschließend solle es direkte Gespräche zwischen den US-Vertretern und dem Team aus Teheran geben. Die iranische Delegation war bereits zuvor in Islamabad eingetroffen und wird nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finn Rütten
Maximalforderungen und Drohgebärden vor Iran-Verhandlungen
Unmittelbar vor Beginn der geplanten Friedensgespräche in Pakistan zwischen den USA und dem Iran beharren beide Kriegsparteien auf ihren jeweiligen Forderungen. Der Iran macht seine Teilnahme an den Verhandlungen in der Hauptstadt Islamabad unter anderem von einem Ende der israelischen Angriffe im Libanon abhängig. US-Präsident Donald Trump droht seinerseits bereits mit neuen Attacken auf den Iran, falls sich Teheran nicht auf die US-Forderungen einlassen sollte. Die von Vizepräsident JD Vance geführte US-Delegation und die iranischen Unterhändler unter der Leitung von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf stehen vor schwierigen Verhandlungen. Der Zeitplan und das Format der Verhandlungen waren zunächst noch nicht ganz klar:
- Erste Gespräche dürften wohl indirekt stattfinden, mit Pakistan als Vermittler zwischen den beiden Seiten. So war es etwa zuletzt auch bei den vom Oman vermittelten Atomgesprächen gewesen.
- Sollte es Fortschritte geben, könnte es auch zu direkten Verhandlungen kommen. Mit Vance als Leiter der US-Delegation würden die Gespräche den ranghöchsten direkten Austausch mit der Islamischen Republik seit geraumer Zeit darstellen.
- Auch eine Verlängerung der Verhandlungen auf den Sonntag soll Medienberichten zufolge bei Fortschritten möglich sein.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finn Rütten
Iraner seit 1.000 Stunden vom Internet abgeschnitten
Die Iraner sind inzwischen seit 1000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bislang längste landesweite Internetsperre weltweit. Mit Beginn des Irankriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen. Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Finn Rütten
Trump: Straße von Hormus wird „ziemlich bald“ geöffnet
US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben von einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus aus. "Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen", sagte Trump am Freitag vor Journalisten. "Ich denke, es wird ziemlich schnell passieren, und wenn nicht, werden wir es zu Ende bringen." Trump fügte hinzu: "Wir werden das ziemlich bald offen haben." Auf die Frage, was eine gute Vereinbarung mit dem Iran wäre, legte Trump den Schwerpunkt aber auf Atomwaffen. "Keine Atomwaffe" für den Iran sei "99 Prozent" der Angelegenheit. Der US-Präsident hat das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar genannt.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Irans Delegation trifft zu Verhandlungen mit den USA in Pakistan ein
Vor den am Wochenende geplanten Friedensgesprächen mit den USA ist die iranische Delegation in Pakistan eingetroffen. Wie der staatliche iranische Sender Irib berichtet, trafen die von Parlamentschef Mohammad Bagher Ghalibaf angeführten Unterhändler in der Hauptstadt Islamabad ein.
Der ebenfalls der Delegation angehörende Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte unterdessen die Position Teherans, dass vor einem Beginn der Gespräche zunächst die „Vorbedingungen“ des Iran akzeptiert werden müssten – Parlamentschef Ghalibaf hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert.
Wie aus Regierungskreisen verlautet, sollen sich die Gespräche in Islamabad auch um mehrere heikle Punkte drehen – darunter die Urananreicherung durch den Iran und die Passage von Frachtschiffen durch die Straße von Hormus. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif sprach von „schwierigen“ Verhandlungen, die nun bevorstünden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Kai Müller
Der Iran will nur noch 15 Schiffe am Tag die Straße von Hormus passieren lassen – auch hohe Gebühren fordert das Regime. US-Präsident Donald Trump reagiert empört:
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Bei einem israelischen Angriff auf ein Regierungsgebäude in der südlibanesischen Stadt Nabatieh werden nach Angaben libanesischer Behörden 13 Sicherheitskräfte getötet. Libanesische Sicherheitskreise berichten, dass Nabatieh und umliegende Gebiete schwer von israelischen Luft- und Artillerieangriffen getroffen worden seien.
Bei den 13 Getöteten soll es sich um Mitarbeiter des Inlandsnachrichtendienstes handeln. Dieser ist im Libanon für den Kampf gegen Spionage und Terrorismus und die Sicherung von Regierungsgebäuden zuständig. Der Nachrichtendienst verurteilte den Angriff und warf Israel vor, sowohl Sicherheitskräfte als auch Zivilisten im Libanon anzugreifen.
Bei den 13 Getöteten soll es sich um Mitarbeiter des Inlandsnachrichtendienstes handeln. Dieser ist im Libanon für den Kampf gegen Spionage und Terrorismus und die Sicherung von Regierungsgebäuden zuständig. Der Nachrichtendienst verurteilte den Angriff und warf Israel vor, sowohl Sicherheitskräfte als auch Zivilisten im Libanon anzugreifen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Trump: „Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!“
Die nächste Drohung in dieser an Drohungen nicht armen Zeit: Trump sendet erneut martialische Worte Richtung Teheran. Die Iraner scheinen nicht zu begreifen, dass sie „abgesehen von der kurzzeitigen Erpressung der Welt“ mit der Straße von Hormus keinerlei Druckmittel hätten, schreibt auf der Plattform Truth Social. „Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!“
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Vor den Friedensgesprächen zwischen dem Iran und den USA stellt der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf Bedingungen für den Start der Verhandlungen. „Zwei der Maßnahmen, auf die sich die Parteien geeinigt haben, müssen noch umgesetzt werden: ein Waffenstillstand im Libanon und die Freigabe der iranischen Vermögenswerte, noch vor Beginn der Verhandlungen“, schreibt Ghalibaf im Onlinedienst X.
"Diese beiden Fragen müssen geklärt werden, noch bevor die Gespräche beginnen", fügt Ghalibaf an. Die Gespräche sollen in Pakistan stattfinden, am Samstag wird US-Vizepräsident JD Vance in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet.
"Diese beiden Fragen müssen geklärt werden, noch bevor die Gespräche beginnen", fügt Ghalibaf an. Die Gespräche sollen in Pakistan stattfinden, am Samstag wird US-Vizepräsident JD Vance in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an. Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtet von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.
Die Hisbollah feuert im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wird lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. Am Morgen wird Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt. Berichte über Opfer gibt es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamiert mehrere Raketenangriffe für sich.
Die Hisbollah feuert im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wird lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt. Am Morgen wird Berichten zufolge bereits ein Haus von einer Rakete der Miliz getroffen und beschädigt. Berichte über Opfer gibt es zunächst nicht. Die Hisbollah reklamiert mehrere Raketenangriffe für sich.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Jetzt, da nach 40 Tagen ein brüchiger Waffenstillstand im Irankrieg herrscht, werden erste Bilanzen gezogen (siehe auch unten). Die israelische Zeitung „Times of Israel” bilanziert, dass der Iran seit Beginn der Kämpfe rund 650 ballistische Raketen auf Israel abgefeuert hat, die letzte am Mittwochmorgen um 3.30 Uhr.
20 Israelis kamen dadurch ums Leben, 18 davon befanden sich außerhalb von Schutzräumen. Im Westjordanland starben vier palästinensische Zivilisten. Mehr als 7000 Israelis wurden verletzt, 5500 wurden aus ihren zerstörten Häusern und Wohnungen vertrieben. Die Hälfte der iranischen Raketen hätten Sprengköpfe mit Streumunition, die international geächtet ist, getragen.
Im Gegenzug hat die israelische Luftwaffe 18.000 Bomben in 1000 Angriffswellen auf iranische Ziele abgeworfen. Dabei sind 4000 Ziele angegriffen worden. Der Iran sei dadurch militärisch massiv geschwächt und das Atomwaffenprogramm noch einmal empfindlich zurückgeworfen worden.
20 Israelis kamen dadurch ums Leben, 18 davon befanden sich außerhalb von Schutzräumen. Im Westjordanland starben vier palästinensische Zivilisten. Mehr als 7000 Israelis wurden verletzt, 5500 wurden aus ihren zerstörten Häusern und Wohnungen vertrieben. Die Hälfte der iranischen Raketen hätten Sprengköpfe mit Streumunition, die international geächtet ist, getragen.
Im Gegenzug hat die israelische Luftwaffe 18.000 Bomben in 1000 Angriffswellen auf iranische Ziele abgeworfen. Dabei sind 4000 Ziele angegriffen worden. Der Iran sei dadurch militärisch massiv geschwächt und das Atomwaffenprogramm noch einmal empfindlich zurückgeworfen worden.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 125.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Darunter seien etwa 100.000 Wohnungen und mindestens 23.500 Geschäfte, sagt der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand, im iranischen Staatsfernsehen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
Tim Schulze
DRK: Müsssen von Hunderten Toten in Beirut ausgehen
Das Deutsche Rote Kreuz warnt angesichts der anhaltenden Angriffe Israels auf den Libanon vor einer humanitären Katastrophe in dem Land. „Zahlreiche Krankenhäuser sind aufgrund der vielen Verwundeten überfüllt und es droht ein Engpass von bestimmten Arzneimitteln und Materialien, insbesondere wenn die Angriffe anhalten sollten", sagt DRK-Präsident Hermann Gröhe der "Rheinischen Post". Die humanitäre Lage im Libanon habe sich nochmals deutlich verschlimmert.
In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, beklagt das DRK. Zwar seien die Folgen noch nicht ganz klar, „aber wir müssen von Hunderten Toten und mehr als tausend verletzten Zivilisten ausgehen", sagt Gröhe. Es empöre ihn auch, dass selbst humanitär Helfende im Einsatz getötet werden – 2024 und 2025 seien es weltweit über 300 gewesen.
In den vergangenen Tagen seien zunehmend dicht besiedelte Gebiete ohne ausreichende Vorwarnung unter Beschuss geraten, beklagt das DRK. Zwar seien die Folgen noch nicht ganz klar, „aber wir müssen von Hunderten Toten und mehr als tausend verletzten Zivilisten ausgehen", sagt Gröhe. Es empöre ihn auch, dass selbst humanitär Helfende im Einsatz getötet werden – 2024 und 2025 seien es weltweit über 300 gewesen.
Link kopieren
Auf Facebook teilen
Auf X teilen
Per E-Mail teilen
DPA · AFP · Reuters · SID
due / mod / nik / km / urb / tkr