Donald Trump spricht über einen möglichen Angriff auf die Insel Charg. Irans neuer Ajatollah meldet sich zu Wort. Alle Entwicklungen zum Irankrieg im Newsblog.
Wichtige Updates
Eugen Epp
Die Ölpreise sind zum Start in die fünfte Handelswoche nach Kriegsbeginn gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Mai ist in der Nacht um bis zu vier Prozent auf fast 117 Dollar gestiegen. Damit näherte sich der Ölpreis wieder seinem vor drei Wochen erreichten Zwischenhoch von 119,50 Dollar an. Am frühen Morgen liegt der Preis bei 115,55 Dollar und damit 2,7 Prozent höher als Ende vergangener Woche. Seit Beginn des Kriegs hat sich die Referenzsorte Brent um fast 60 Prozent verteuert. Auch die Preise anderer Ölsorten haben kräftig angezogen. So kostet ein Barrel der US-Sorte WTI heute Morgen etwas mehr als 100 Dollar – und damit etwas mehr als 50 Prozent als vor dem Beginn des Iran-Kriegs.
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Eugen Epp
Trump würde gern Kontrolle über Irans Öl übernehmen
„Um ehrlich zu sein, am liebsten würde ich mir das Öl im Iran nehmen”, sagt Donald Trump in einem Interview mit der britischen Zeitung „Financial Times”. Er fügt demnach hinzu: „Aber einige dumme Leute in den USA sagen: 'Warum tust du das?' Aber das sind dumme Leute.” Für einen solchen Schritt müsste das US-Militär wohl die iranische Insel Charg im Persischen Golf einnehmen, über die etwa 90 Prozent der Erdölausfuhren des Landes abgewickelt werden.
Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für die Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtet die Zeitung. Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen”, wird Trump von der FT zitiert. „Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort (auf Charg) bleiben müssten.”
Das Pentagon habe die Entsendung von rund 10.000 Soldaten angeordnet, die für die Eroberung und Sicherung von Land ausgebildet sind, berichtet die Zeitung. Ein Angriff auf den Exportknotenpunkt Charg wäre jedoch riskant. „Vielleicht nehmen wir die Insel Charg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen”, wird Trump von der FT zitiert. „Es würde auch bedeuten, dass wir eine Weile dort (auf Charg) bleiben müssten.”
Auf die Frage nach dem Stand der iranischen Verteidigung auf der Insel antwortet er: „Ich glaube nicht, dass sie über eine Verteidigung verfügen. Wir könnten sie sehr leicht einnehmen.” Experten warnen, dass US-Soldaten nach einer möglichen Einnahme und Besetzung der Insel leichte Ziele für iranische Angriffe wären.
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Eugen Epp
Auch die israelische Luftwaffe setzt ihre Angriffe im Iran fort. Es werde „militärische Infrastruktur” in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert, teilt die Armee am frühen Morgen ohne nähere Angaben mit.
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Eugen Epp
Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump im Iran mehrere wichtige Ziele angegriffen und zerstört. „Großer Tag im Iran”, schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social. Viele seit langem verfolgte Ziele seien vom „großartigen” US-Militär, dem besten und tödlichsten der Welt, ausgeschaltet und zerstört worden, erklärte er. Weitere Einzelheiten dazu nennt Trump jedoch nicht.
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Thomas Krause
Bei den israelisch‑amerikanischen Angriffen im Iran sind nach jüngsten Angaben des Roten Halbmonds mehr als 100.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt Teheran wurden demnach fast 40.000 Wohngebäude und Geschäftseinheiten getroffen. Zudem seien in den vergangenen vier Wochen rund 600 Schulen und fast 300 Gesundheitszentren angegriffen worden, teilt der Rote Halbmond auf der Plattform X mit. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht verifizieren.
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Thomas Krause
Pakistan hat sich bereiterklärt, in den kommenden Tagen Gespräche zwischen den USA und dem Iran auszurichten. Das teilt der pakistanische Außenminister, Ishaq Dar, mit. „Pakistan wird es als Ehre empfinden, in den kommenden Tagen bedeutsame Gespräche zwischen den beiden Seiten auszurichten und zu ermöglichen, um eine umfassende und dauerhafte Beilegung des andauernden Konflikts zu erreichen“, heißt es.
Pakistan sei sehr erfreut darüber, dass sowohl der Iran als auch die USA ihr Vertrauen in Pakistan als Vermittler bei diesen Gesprächen zum Ausdruck gebracht hätten. Auch China unterstütze uneingeschränkt Pakistans Initiative, Gespräche zwischen dem Iran und den USA zu veranstalten, heißt es weiter.
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Thomas Krause
Der frühere Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, rät Europa zu einer stärkeren Rolle im Konflikt mit dem Iran. „Iran liegt näher an Europa als an den USA“, sagt Bolton in einem Interview der „Augsburger Allgemeinen“. Zudem reichten Irans Raketen offenbar weiter als erwartet und könnten beinahe ganz Europa erreichen. Auch wirtschaftlich sei der Kontinent wegen der gestiegenen Ölpreise betroffen. Außerdem sei Europa immer wieder Ziel iranisch gesteuerter Terrorangriffe.
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Tim Schulze
Bei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel werden rund um die Wüstenstadt Beerscheva im Süden des Landes mehrere Menschen verletzt. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldet am Nachmittag elf Verletzte durch von Druckwellen umhergeschleuderte Gegenstände. Im Süden Israels gab es mehrfach Raketenalarm, in vielen Gegenden heulten Sirenen.
Nach einem Raketenangriff ebenfalls am Nachmittag bricht außerhalb von Beerscheva zudem ein großer Brand in einer Chemiefabrik aus. Auf Fernsehbildern war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Kurzzeitig besteht die Sorge, dass bei dem Brand gefährliche Stoffe austreten und eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Das israelische Umweltministerium gibt jedoch nach Untersuchungen Entwarnung.
Nach einem Raketenangriff ebenfalls am Nachmittag bricht außerhalb von Beerscheva zudem ein großer Brand in einer Chemiefabrik aus. Auf Fernsehbildern war eine riesige Rauchwolke zu sehen. Kurzzeitig besteht die Sorge, dass bei dem Brand gefährliche Stoffe austreten und eine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Das israelische Umweltministerium gibt jedoch nach Untersuchungen Entwarnung.
Israelische Sicherheitskräfte am Krater eines Raketeneinschlags in Beerscheba. Maya Levin / DPA
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Thomas Krause
Das System zur Regelung der Straße von Hormus am Persischen Golf soll nach Angaben des iranischen Vizepräsidenten Mohammed-Resa Aref grundlegend verändert werden. „Das Regime der Straße von Hormus wird nicht mehr so sein wie früher“, schreibt Aref auf der Plattform X. Der Iran wolle die „kriegerischen Errungenschaften“ in der Region in einen „dauerhaften wirtschaftlichen Vorteil“ für das Land umwandeln. Er fügt hinzu, das ursprüngliche Ziel der Gegner – einen politischen Wechsel im Iran herbeizuführen – habe lediglich zu einem „Regimewechsel in Hormus“ geführt.
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Thomas Krause
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat das Militär nach eigenen Angaben angewiesen, die Pufferzone im Südlibanon weiter auszuweiten. Ziel sei es, die Sicherheitslage an der nördlichen Grenze Israels zu stärken, sagt Netanjahu in einer Videoübertragung aus dem Hauptquartier des zuständigen Nordkommandos.
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Thomas Krause
Nach einem iranischen Raketenangriff bricht in einem Industriegebiet im Süden Israels ein Feuer aus. Der Pflanzenschutzmittel-Hersteller Adama teilt mit, sein dortiges Werk sei entweder von einer iranischen Rakete oder von Trümmern eines abgefangenen Geschosses getroffen worden. Berichte über Verletzte gibt es dem Unternehmen zufolge nicht, das Ausmaß der Schäden sei unklar. Die israelische Feuerwehr ist nach eigenen Angaben im Einsatz.
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Thomas Krause
Ajatollah Modschtaba Chamenei dankt für Unterstützung
Irans staatliche Medien verbreiten eine Botschaft des politischen und geistlichen Führers, Ajatollah Modschtaba Chamenei. Er hat sich demnach bei dem irakischen Volk und der dortigen religiösen Führung für die Unterstützung des Iran „angesichts der Aggression“ bedankt. In den Berichten wird nicht erläutert, auf welchem Weg die Botschaft übermittelt wurde. Chamenei war zum Nachfolger seines Vaters ernannt worden, nachdem dieser zu Beginn des Kriegs vor einem Monat getötet worden war. Er soll allerdings selbst verletzt worden sein. In der Öffentlichkeit ist er seit seiner Ernennung nicht in Erscheinung getreten, was Spekulationen über seinen Gesundheitszustand schürt.
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Thomas Krause
Angesichts fortdauernder Attacken des Iran verhängt der Golfstaat Bahrain ein nächtliches Fahrverbot für Schiffe. Das Fahrverbot gelte von 18.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens, „um die Sicherheit für die Seeleute angesichts der iranischen Aggression zu erhöhen“, heißt in einer Erklärung des bahrainischen Innenministeriums.
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Thomas Krause
„Washington Post“: USA bereiten Bodenoffensive im Iran vor
Gut einen Monat nach Kriegsbeginn bereiten die USA nach Informationen der „Washington Post“ die Entsendung von Bodentruppen in den Iran vor. Das US-Verteidigungsministerium habe weit fortgeschrittene Pläne für eine wochenlange Bodenoffensive ausgearbeitet, berichtet Zeitung.
Dem Bericht der „Washington Post“ zufolge umfassen die Pläne des Pentagon Bodeneinsätze von Spezialeinheiten und konventionellen Bodentruppen auf der für die iranischen Ölexporte wichtigen Insel Charg sowie in Küstenstandorten nahe der Straße von Hormus. Ein vollständiger Einmarsch sei jedoch nicht Teil der Planungen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte. Es sei auch unklar, ob US-Präsident Donald Trump einen Einsatz von Bodentruppen im Iran genehmigen werde, heißt es weiter.
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Thomas Krause
Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags sehen den Krieg der USA und Israels gegen den Iran als völkerrechtswidrig an und weisen auf mögliche Konsequenzen für Deutschland hin. Die Angriffe der beiden Länder stellten „nach herrschender Ansicht“ einen Verstoß gegen das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Gewaltverbot dar, da sie weder vom Recht der Selbstverteidigung gedeckt noch vom UN-Sicherheitsrat autorisiert worden seien, heißt es in einem Gutachten der Bundestags-Experten. Dieses wurde von Abgeordneten der Linksfraktion in Auftrag gegeben und liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatte die „Berliner Zeitung“ darüber berichtet.
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DPA · AFP · Reuters · SID
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