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Krieg in Syrien: Erste Deutsche stirbt im Kampf mit IS-Terroristen

Sie war erst 19 Jahre alt und kämpfte nach eigener Aussage für Menschlichkeit und Freiheit: Eine offenbar aus Duisburg kommende junge Frau ist in einer Schlacht gegen den IS in Syrien getötet worden.

Ivana Hoffmann kämpfte für die kurdischen Volksbefreiungseinheiten in Syrien

Ivana Hoffmann kämpfte für die kurdischen Volksbefreiungseinheiten in Syrien

Bei Kämpfen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist im Nordosten Syriens eine Deutsche in den Reihen kurdischer Einheiten getötet worden. Die junge Frau sei nordwestlich der Stadt Al-Hassaka ums Leben gekommen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die kommunistische Partei MLKP aus der Türkei. Ein Sprecher der kurdischen Volksbefreiungseinheiten (YPG) bestätigte laut der Nachrichtenagentur AP, dass am Samstag eine Kämpferin aus Deutschland mit dem Namen Ivana Hofmann bei einem Gefecht der Kurden mit dem IS in der Nähe des Ortes Tell Tamr getötet worden sei.

Hoffmann, deren Kampfname Avaşin Tekoşin Güneş war, war Anhängerin der MLKP. "Unsere Genossin ... Avaşin Tekoşin Güneş ... mit afrikanischen Wurzeln in Deutschland geboren, ist um 3.00 Uhr morgens am 7. März in Til Temir bei einem Angriff der IS-Banden als Märtyrerin gefallen", schreiben die Kommunisten auf ihrer Internetseite. Der Partei zufolge wurde die junge Frau am 1. September 1995 geboren. Sie habe seit sechs Monaten in den Reihen der Kurden gegen den IS gekämpft. Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod der Deutschen bislang nicht. "Ich kann auch zu den Details nichts sagen", erklärte eine Sprecherin.

Ivana Hoffmann ist die erste Deutsche und die erste Frau aus dem Ausland, von der bekannt ist, dass sie im Kampf gegen den IS ihr Leben ließ. Die einzigen weiteren ausländischen Todesopfer waren bislang laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte am 4. März ein britischer YPG-Kämpfer und am 25. Februar ein Australier.

Über Hoffmanns Herkunft kursieren widersprüchliche Berichte. Ihre Heimatstadt soll mehreren Twitter-Meldungen zufolge Duisburg gewesen sein. Dort solle am Nachmittag eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Ihr Vater stamme aus dem Kongo, ihre Mutter sei Deutsche, heißt es. AP berichtet dagegen, die junge Frau sei in Südafrika geboren worden, habe aber die deutsche Staatsbürgerschaft gehabt.

Auch ein im Internet verbreitetes Video soll Ivana Hoffmann zeigen. Darin erklärt eine Vermummte im Kampfanzug und mit einem Sturmgewehr in den Händen, sie sei nach Nordsyrien gekommen, "weil man hier für die Menschlichkeit kämpft". Sie wolle "für die Freiheit kämpfen", sagt sie auf deutsch.

Auf der Seite der kurdischen Volksbefreiungseinheiten kämpfen in Syrien rund 7000 Frauen, das entspricht einem Anteil von rund 35 Prozent. Sie erhalten die gleiche militärische Ausbildung wie ihre männlichen Kameraden. Auch mehrere Ausländer haben sich dem Kampf kurdischer Einheiten gegen den IS angeschlossen. Aufseiten der Islamisten kämpfen sogar Tausende Ausländer, vor allem aus anderen arabischen Ländern, aber auch aus Europa und Übersee.

In der Region um Tell Tamr kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen Kurden und IS-Milizen, nachdem die Extremisten dort mehrere christliche Dörfer eingenommen haben. Tall Tamer liegt rund 40 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt und ist derzeit unter kurdischer Kontrolle. Sollte die Stadt an den IS fallen, hätten die Terroristen die Kontrolle über eine wichtige Straße, die von Syrien bis in ihre irakische Hochburg Mossul führt.

mad/DPA/AFP / DPA
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