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Islamischer Staat: Schweizer Ermittler vereitelten IS-Anschlag in Europa

Ermittler in der Schweiz haben bereits im März eine IS-Terrorzelle aufgedeckt. Der Fall wurde erst jetzt bekannt. Laut UN haben sich schon 15.000 ausländische Islamisten dem IS angeschlossen.

Auch viele Salafisten aus Nordafrika haben sich dem Islamischen Staat angeschlossen

Auch viele Salafisten aus Nordafrika haben sich dem Islamischen Staat angeschlossen

Die Schweizer Behörden haben nach eigenen Angaben Anschlagspläne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Europa vereitelt. Drei irakische Staatsangehörige würden verdächtigt, IS unterstützt und Bombenangriffe vorbereitet zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft (BA) am Freitag in Bern mit. Details zu den Plänen wurden nicht bekannt gegeben.

Die Verdächtigen sitzen schon seit Ende März in der Schweiz in Untersuchungshaft. Schweizer Medien hatten über den Fall berichtet. Die Behörden gingen aber erst jetzt damit an die Öffentlichkeit - "um laufende Ermittlungsergebnisse im In- und Ausland nicht zu gefährden", wie es hieß. Zu möglichen Anschlagzielen gab es keine näheren Angaben. Ob auch Deutschland im Fokus der mutmaßlichen Terroristen stand, wurde nicht mitgeteilt.

Fall mit internationaler Verflechtung

"Aufgrund der internationalen Verflechtung dieses Falles zählt die BA auch auf die Kooperation anderer Staaten", hieß es lediglich. In den vergangenen Monaten habe die Bundesanwaltschaft Rechtshilfeersuchen an europäische Partnerbehörden geschickt. Aus Finnland sei bereits eine Antwort eingetroffen, berichtete der Schweizer "Tagesanzeiger". Die Schweizer Behörden arbeiteten nach eigener Aussage in dem Fall zudem eng mit der US-Bundespolizei FBI zusammen.

Die Vereinten Nationen warnen unterdessen in einem Bericht vor einem nie dagewesenen Zustrom ausländischer Kämpfer zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und ähnlichen Gruppen. 15.000 Männer und Frauen aus mehr als 80 Ländern seien nach Syrien und in den Irak gezogen, um für Terroristen zu kämpfen, zitierte der britische "Guardian" am Freitag aus einem UN-Papier, das dem Blatt vorlag. "Die Zahlen seit 2010 übertreffen nun um ein Mehrfaches die Summe der ausländischen terroristischen Kämpfer zwischen 1990 und 2010 - und wachsen weiter", heiße es dort.

Mitglieder sind jung und international

Eine Liste der Länder, aus denen die Dschihadisten kommen, enthalte das Papier nicht. Es gebe aber Beispiele von Kämpfern aus Frankreich, Russland und Großbritannien, die gemeinsam handelten. Ob auch die Terrororganisation Al-Kaida von dem Zustrom an Kämpfern profitiere, sei unklar.

Die Propaganda des IS in verschiedenen Sozialen Netzwerken spiegele wider, dass seine Mitglieder jung und international seien. Der IS habe allein vom Lösegeld für entführte Geiseln inzwischen ein Geldpolster von 45 Millionen US-Dollar angespart, heißt es laut "Guardian" in dem Papier.

amt/DPA / DPA