Israel Parlamentswahlen entscheiden über künftigen Kurs


In Israel entscheiden die Wähler über ein neues Parlament und damit auch über das Vorgehen im Konflikt mit den Palästinensern. Umfragen zufolge liegt Scharon vorn.

Letzten Umfragen zufolge könnte die Likud-Partei von Ministerpräsident Ariel Scharon zwar als stärkste Partei aus der Wahl hervorgehen, indem sie 32 bis 33 der 120 Parlamentssitze erringt. Die Bildung einer stabilen Regierungskoalition dürfte sich jedoch als schwierig erweisen.

Insgesamt 4,7 Millionen Bürger Israels sind zur Abstimmung aufgerufen. Die Wahllokale öffnen um 6.00 Uhr (MEZ) und schließen um 21.00 Uhr. Erste Prognosen sollen unmittelbar nach Schließung der Wahllokale veröffentlicht werden.

Laizisten sind Zünglein an der Waage

Jüngste Umfragen der Tageszeitungen "Jedioth Ahronoth" und "Maariv" ergaben, dass die Arbeitspartei von Amram Mizna, 18 bis 19 Sitze erhalten könnte. Für die zentristische Schinui-Partei, die bei der Regierungsbildung den Ausschlag geben könnte, wurden 15 bis 16 Parlamentssitze vorausgesagt.

Mizna hatte am Sonntag bekräftigt, sich nicht an einer Koalition mit Likud beteiligen zu wollen. Schinui teilte mit, ohne Arbeitspartei auch nicht für ein Regierungsbündnis zur Verfügung zu stehen.

Scharon erteilt Extremisten eine Absage

Scharon hatte zum Abschluss seines Wahlkampfes die Wähler dazu aufgerufen, den extremen Parteien eine Absage zu erteilen. "Ich kann meine Rolle nur erfüllen, wenn wir die Macht in der Knesset haben", sagte Scharon vor Anhängern in Haifa. "Extreme Positionen werden es uns nicht erlauben, dahin zu kommen, wo wir hinmüssen." Sollten Schinui und die Arbeitspartei bei ihrer Ablehnung einer Koalition bleiben, könnte Scharon aber zu einer Koalition aus rechten Parteien gezwungen werden.

Scharon hatte 2001 nach seinem Wahlsieg eine breite Koalition unter Einschluss der Arbeitspartei gebildet. Sie brach im Oktober im Streit um die finanzielle Unterstützung jüdischer Siedlungen in den Palästinenser-Gebieten auseinander.


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