VG-Wort Pixel

Obama der Spionage beschuldigt Spitzel-Vorwürfe: Ist "Breitbart" Trumps Quelle?

Donald Trump vertraut nur wenigen Medien. "Breutbart News" gehört für ihn aber zu den verlässlichen Quellen.
Donald Trump vertraut nur wenigen Medien. "Breutbart News" gehört für ihn aber zu den verlässlichen Quellen.
© Picture Allaince
Donald Trump behauptet, Obama habe seine Telefone anzapfen lassen. Beweise legte er nicht vor. Woher er diese Information hat, ist ebenfalls unbekannt. Ein Bericht der rechtspopulistischen Nachrichtenseite "Breitbart News" könnte aber seine Quelle sein.

"Habe gerade erfahren, dass Obama meine Leitung im Trump Tower kurz vor dem Sieg anzapfen ließ", schrieb Donald Trump am vergangenen Samstag wutentbrannt auf Twitter. "Wie tief ist Obama gesunken, um meine Telefone während des geheiligten Wahlprozesses anzapfen zu lassen?", polterte er. Seitdem fragt sich die westliche Hemisphäre: Wie kommt Trump bloß drauf? Denn Angaben zum Ursprung dieser Information machte er keine.

Möglicherweise gehen Trumps Anschuldigungen auf einen Artikel im rechtsgerichteten Internetportal "Breitbart News" zurück. Das berichtete zumindest eine Quelle im Umkreis des US-Präsidenten gegenüber dem US-Magazin "Bloomberg". Trump stütze seine Vorwürfe gegen Obama auf konservative Medienquellen, vor allem auf "Breitbart News", behauptete die namentlich nicht genannte Person.

Ein Artikel mit dem Titel "Mark Levin an den Kongress: Untersucht Obamas 'Stillen Coup' gegen Trump" soll die wichtigste Quelle für Trumps Spitzel-Behauptungen sein. Dieser kursiere zumindest in letzter Zeit im Weißen Haus, berichtete die "Washington Post"

Krude Vorwürfe, aber keine Belege

Am vergangenen Freitag hatte "Bratbart News" den Artikel veröffentlicht. Darin werden vor allem die Thesen des Radiomoderators Mark Levin zusammengefasst. Obama und sein Kabinett hätten versucht, Trumps Wahlkampf und später seine Regierung zu untergraben, behauptete der in seiner Show. Obama habe zu Methoden eines Polizeistaats gegriffen, so Levin. Anstatt sich mit der angeblichen Verwicklung Russlands in die Präsidentschaftswahl zu beschäftigen, sollte der Kongress lieber Obamas Aktivitäten ins Visier nehmen, forderte er.

Belege für seine Behauptungen legte Levin indessen nicht vor. Stattdessen versteckte er sich hinter vermeintlich "allgemein bekannten Fakten". Welche das sind, führte er nicht aus. Das übernahm "Breitbart News" für ihn.

Durfte das FBI Donald Trump durchleuchten?

Zehn Begebenheiten listete das Portal auf, die für eine Bespitzelung Trumps sprechen würden. Darunter die Wikileaks-Enthüllungen, die Clintons E-Mail-Affäre ausgelöst hatten. Oder das von "Buzzfeed" veröffentlichte Dossier über angebliche Kontakte zwischen Trumps Team und Russland

Ein besonderes Augenmerk legte "Breitbart" dabei auf eine angebliche Entscheidung des Foreign Intelligence Surveillance Court, die dem FBI die Überwachung der Server im Trump Tower erlaubt hätte, um mögliche Verbindungen zu russischen Banken aufzudecken. Doch auch dafür erbrachte "Breitbart" keine eigenen Belege, sondern berief sich auf einen Bericht der rechtspopulistischen Seite "Heat Street", die sich wiederum auf anonyme Quellen in den Geheimdiensten stützte. 

Auch BBC berichtete über FBI-Spionage

Ob es so eine Erlaubnis tatsächlich gegeben hat, ist ungewiss. Im Januar 2017 berichtete aber auch die britische BBC über solch eine Entscheidung des Gerichts zur Überwachung der US-Auslandsgeheimdienste. Offiziell sollten demnach die russischen Banken durchleuchtet werden, doch tatsächlich sei es um Trump gegangen. 

Schließlich berichtete die "New York Times" Ende Oktober des vergangenen Jahres, das FBI habe keine direkten Verbindungen zwischen Trump und russischen Banken finden können. Wie die Geheimdienstler zu diesem Urteil kamen, lässt der Bericht jedoch offen. 

Davon, dass Barack Obama das FBI mit der Spionage beauftragt habe, ist aber nirgendwo außer bei "Breitbart" und Levin die Rede. 

Stern Logo
ivi

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker