Gewalt in Brasilien Jair Bolsonaro schweigt. Wie so vieles, hat er sich diese Strategie von Donald Trump abgeschaut

Ein braungebrannter älterer Mann im gelben "Brasil"-T-Shirt macht mit beiden Händen Victory-Zeichen und lächelt breit
Auch Gestik und Mimik könnte Jair Bolsonaro sich von Donald Trump abgeschaut haben
© Bruna Prado/Pool / AFP
Nach seiner Wahlniederlage schweigt Jair Bolsonaro – bis auf eine kurze Erklärung. Das ist nicht nur die beleidigte Reaktion eines schlechten Verlierers und narzisstischen Rechthabers – sondern hat System. 

Der Mann wurde oft als Chaot charakterisiert in den vier Jahren seiner Präsidentschaft. Während der Corona-Pandemie: keine Führung. Vom Klimawandel: keine Ahnung. Die Politik: ein Porzellanladen, in dem man wild um sich schlagen kann. 

Und was aus seinem Mund kam, schien oft unbedacht bis unsinnig: Coronaopfer waren Schwuchteln. Indigene waren Kannibalen. Umweltschützer waren Imperialisten.
Die Dinge schienen zu absurd, zu radikal, zu brutal, als dass viele Menschen sie ernst nahmen. Es schwang immer mit: Er meint es ja nicht so. Ihm rutscht vieles im Affekt raus.

Dabei meinte er vieles genau so – wie es Autokraten oft tun. Das Absurde, Radikale, Brutale ist Strategie.  

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